Deutsche Minderheit

Fischkindergarten, Mehrwegbecher, Turnier-App: Das ist neu beim Knivsbergfest

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Groß und Klein haben Spaß beim Knivsbergfest – ob bei Spielen, Sport oder gemeinsamem Feiern (Archivbild).

Am 21. Juni wird es wieder voll auf dem Knivsberg – das größte Fest der deutschen Minderheit bringt wie jedes Jahr Tausende zusammen. Doch 2025 ist einiges neu. Im Fokus stehen vor allem Nachhaltigkeitsideen, die das Fest noch umweltfreundlicher und innovativer machen.

Wenn sich am 21. Juni die ganze Minderheit zum Feiern auf dem Knivsberg versammelt, geht es in diesem Jahr um noch mehr als Spiel, Spaß und Begegnung. Vom Mehrwegbecher bis zum Fischkindergarten: Die Organisatorinnen und Organisatoren haben das Programm und die Infrastruktur überarbeitet, um das Fest noch nachhaltiger, strukturierter und jugendfreundlicher zu gestalten.

Fischkindergarten statt Gratisparken

So kosten die Parktickets, die bereits ausverkauft sind, erstmals 50 Kronen pro Auto. Der Grund: Der Erlös fließt vollständig in den Artenschutz in der Flensburger Förde. Das Geld finanziert einen sogenannten „Fischkindergarten“ – einen geschützten Lebensraum für junge Fische, in dem sie heranwachsen und später ausgewildert werden.

„Mit dem Geld wollen wir Artenvielfalt fördern, und mit den verkauften Parktickets können wir genau einen Fischkindergarten finanzieren“, erklärt Friederike „Lulu“ Kuhrt vom Deutschen Jugendverband für Nordschleswig.

Die Idee stammt aus dem Projekt „Für die Förde“, das bei einer Jugendkonferenz der Minderheit entstanden ist. Ergänzend werden beim Fest maritime Kinderbilder versteigert, die Schülerinnen und Schüler aus Minderheitenschulen gemalt haben. Auch dieser Erlös fließt in das Umweltprojekt.

Friederike „Lulu“ Kuhrt, Teamkoordinatorin der Bildungsstätte Knivsberg

Mehrweg statt Müll – mit Quizfaktor

Auf dem Festgelände selbst gelten 2025 neue Standards: Getränke werden in wiederverwendbaren Bechern ausgegeben, die zurückgegeben oder gekauft und behalten werden können. Unterstützt wird das durch ein verbessertes Abfallkonzept: Mehr Tonnen, zentrale Sammelstellen und freiwillige Helferinnen und Helfer sorgen dafür, dass Müll richtig getrennt wird. Zusätzlich vermittelt ein kleines Quiz in der Event-App spielerisch, was in welche Tonne gehört.

„Wir haben eine Nachhaltigkeits-AG gegründet und geschaut: Was können wir konkret verbessern?“, berichtet Kuhrt. „Jetzt helfen Freiwillige beim Sortieren, geben Hinweise, und es wird sichtbarer, wo was hingehört.“

Nachhaltige Veranstaltungsorganisation

Um die ökologischen Auswirkungen des Knivsbergfestes besser zu kontrollieren, hat eine engagierte Gruppe von Freiwilligen aus den Verbänden der deutschen Minderheit ein Nachhaltigkeitskonzept entwickelt. Die eigens eingerichtete Arbeitsgruppe hat unter anderem folgende Maßnahmen in die Wege geleitet:

Ein Raum für Jugendliche – mit Quiz und Preis

Neu ist auch ein Angebot speziell für Jugendliche. Im Jugendcafé können sie tagsüber unter sich sein – dort gibt es ein alkoholfreies Kneipenquiz mit Preisen. Die Anmeldung erfolgt direkt vor Ort im Infozelt.

„Wir wollten den Jugendlichen einen geschützten Raum geben, weil wir die Rückmeldung bekommen haben, dass sie zum Teil zu wenig Programm für sich gesehen haben“, so Kuhrt. „Jetzt gibt es einen eigenen Ort, eine eigene Aktion – und natürlich auch was zu gewinnen.“

Turniere mit Struktur – dank App

Bei den beliebten Sportturnieren sorgt erstmals die App „Tournify“ für klare Zeitpläne. Wer wann spielt, ist für Lehrkräfte, Eltern und Kinder jederzeit einsehbar. Gespielt wird in festen Blöcken – danach ist Zeit zum Feiern oder Ausruhen.

Auf dem Programm stehen wie gewohnt Fußball, Faustball und Beachvolleyball. Handball entfällt mangels Anmeldungen. Dafür gibt es ein sportliches Highlight am Nachmittag: Ein Spieltag der 2. Faustball-Bundesliga findet direkt auf dem Knivsberg-Gelände statt – mit dem Team Nordschleswig als Gastgeber.

Beim Fußballturnier geben die Kinder wieder alles (Archivbild).

„So muss unsere Mannschaft nicht zwischen Liga und Fest wählen – und die Gäste bekommen ein tolles Spiel zu sehen“, sagt Kuhrt.

Mehr Stände, kürzere Wege

Weil das Knivsbergfest stetig wächst, wurde auch die Infrastruktur weiterentwickelt. Ein neu gebautes Plateau lädt zum Verweilen ein und bietet erstmals einen Ausblick über das Festgelände. Zusätzliche Verkaufsstände, mehr Slushice-Ausgaben und ein verlegtes Schulzelt sollen außerdem für kürzere Wege und weniger Wartezeiten sorgen.

„Das Knivsbergfest wächst und wächst – aber niemand steht gern lange an. Deshalb haben wir nachgelegt“, so Kuhrt.