Deutsche Minderheit

Emmas Märchen wurde wahr: Podcast-Auftritt in Kopenhagen

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Emma Klepper bei den Aufnahmen zu ihrem Podcast - weit oben im Aller-Media-Gebäude

Für Emma Klepper war es ein Sonnabend, den sie so schnell nicht vergessen wird: Die zehnjährige Schülerin der Förde-Schule reiste vor einigen Wochen nach Kopenhagen, um im Hauptsitz des Medienunternehmens Aller Media eine Gute-Nacht-Geschichte für einen internationalen Podcast einzusprechen. Millionen von Nutzerinnen und Nutzern können ihre Aufnahme nun über Spotify oder die App „Huligennem“ hören.

Wer auf Spotify klickt oder die App Huligennem herunterlädt, kann sich seit Kurzem tolle Gute-Nacht-Geschichten aus verschiedenen Ländern vorlesen lassen. Wer sich für die dänische Version des deutschen Brüder-Grimm-Märchens „Die drei Federn“ entscheidet, der lauscht einer gekonnten jungen Vorleserin. Sie kommt aus der deutschen Minderheit. 

Am Mikrofon saß die zehnjährige Schülerin Emma Klepper aus Ekensund (Egernsund). Für sie war der Ausflug zum Podcast in einem der großen Medienverlage in Kopenhagen ein spannendes Ereignis. 

Ihr erster Flug nach Kopenhagen

Die Reise startete turbulent: Wegen stürmischen Wetters war unklar, ob der Flug von Sonderburg nach Kopenhagen starten würde. „Wir haben echt gezweifelt, ob es klappt“, erzählt Emmas Mutter Kathrin. Doch die Maschine hob ab, sehr zu Emmas Freude. Es war ihr erster Flug. „Der war viel zu kurz! Aber wir wurden mit Schokolade und Saft verwöhnt“, sagt sie lachend.

Auf die Idee gebracht hatte sie ein Vater aus der Nachbarschaft, der von dem Podcast wusste. Gesucht wurde ein deutsches Mädchen, das ein Märchen auf Dänisch vorlesen kann – Emma war die Richtige für diese Aufgabe.

Im Tonstudio eines Medienriesen

Emma, Greta und Mia Klepper vor dem schwarzen Alsie-Express-Flugzeug

In Kopenhagen angekommen, führte Moderatorin und Radioproduzentin Barbara Gjerluff Nyholm Emma und ihre Mutter in das nahezu leere Aller-Gebäude. „Weil es Samstag war, waren wir die Einzigen in diesem großen, futuristischen Haus“, erzählt Kathrin Klepper.

Im Tonstudio hoch über der Stadt nahm Emma die Geschichte gleich zweimal auf. Dabei durfte sie den Figuren verschiedene Stimmen verleihen – eine Aufgabe, die sie zunächst überraschte: „Das war am Anfang ein bisschen peinlich“, sagt sie und lacht. Doch schnell wurde aus der Aufregung professionelle Konzentration. Die Moderatorin habe ihr großartig geholfen, betont die Mutter.

Ein ganzer Tag wird benötigt, um aus den einzelnen Aufnahmen eine fertige Gute-Nacht-Geschichte zu schneiden. Für Emma war die Studiozeit „einfach megacool“, auch Wochen später ist die Begeisterung spürbar.

Ein Podcast gegen Schlafprobleme

Die Plattform „HULiGENNEM“ ist Teil der Initiative „SOViGENNEM“, die sich unter anderem mit dem Thema Schlaf auseinandersetzt. Gute-Nacht-Geschichten sollen Kindern helfen, zur Ruhe zu kommen und weniger Zeit am Bildschirm zu verbringen. Emmas Mutter schätzt das Konzept: „Viele Kinder haben Probleme beim Einschlafen. Diese Geschichten sind eine schöne Alternative.“

Selbst ist Emma eine begeisterte Leserin. Zu ihren Lieblingsreihen zählen „Lottie Brooks“, „Penny Pepper“, „Gregs Tagebuch“, „Hier kommt Lola“ und die „Tintenwelt“-Trilogie.

Nach der Aufnahme nutzte die Familie den Aufenthalt für einen Besuch im Rundetårn und einen Spaziergang bei Strøget, Kopenhagens bekanntester Einkaufsstraße. Die Nacht verbrachten sie im Campingwagen. Am Sonntag ging es zurück ins heimische Ekensund mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck.

Vor dem großen Verlagsgebäude von Aller

Wiederholung nicht ausgeschlossen

Eines steht für Emma bereits fest: Wenn die Anfrage ein zweites Mal kommt, ist sie wieder dabei. Moderatorin Barbara Gjerluff Nyholm hat ihr bereits signalisiert, dass sie sich über eine weitere Zusammenarbeit freuen würde. Auch Emma selbst hätte Lust auf weitere Aufnahmen. „Vielleicht darf ich irgendwann ja mal bei einem Hörspiel mitsprechen“, sagt sie – und ihr Lächeln verrät, dass ihr Märchen vielleicht gerade erst begonnen hat.

 

Emma Kleppke hat sich gut auf ihren Podcast-Auftritt in Kopenhagen vorbereitet. Sie hat fleißig zu Hause im Bett gelesen.