Schiffsunglück

Ebba Aaen: Warum das Schiff sank und wie es jetzt weitergeht

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Das Schiff von Nis-Edwin List-Petersen war in der Nacht zum 30. September an ihrem Liegeplatz in Apenrade gesunken.

Die Ebba Aaen liegt wieder an ihrem Liegeplatz in Apenrade: Zuvor war der historische Haikutter für einen Check in die Werft nach Ekensund geschleppt worden. Repariert wurde nichts. Warum auf der Ebba Aaen derzeit nichts aufgeräumt oder repariert werden darf und was die Ungewissheit für Nis-Edwin List-Petersen bedeutet.

Es ist ein trister, grauer Novembertag. So grau wie die Brühe im Hafenbecken von Apenrade. Die Ebba Aaen liegt tief im Wasser: Man muss ein bisschen klettern, um an Bord zu gelangen. Dort riecht es nach Diesel und Öl. Der Boden ist rutschig. 

„Eigentlich müsste man hier mit einem Dampfreiniger ran. Aber das dürfen wir nicht“, sagt Schiffseigner Nis-Edwin List-Petersen. Seine blaue Daunenjacke ist ölverschmiert. Er darf im Moment nichts am Schiff verändern, nichts wegwerfen und auch nichts reparieren oder reparieren lassen, sagt List-Petersen.

Hintergrund: Die Versicherung will nicht für den Gesamtschaden in Höhe von etwa 430.000 Kronen aufkommen und hat die Police gekündigt. Das begründet sie List-Petersen zufolge damit, dass die Ebba Aaen seeuntauglich sei.

„Bislang haben sie nur die Bergung und den Transport des Schiffes in die Werft und zurück gezahlt“, sagt Nis-Edwin List-Petersen. Insgesamt rund 135.000 Kronen. 

Außerdem stehe in der Police, dass die Versicherung nicht für Schäden aufkomme, die durch Alter, Verschleiß, Rost, Verrottung oder Ähnliches entstanden seien. „Bei einem so alten Schiff ist ja immer was. Aber das ist ja nicht der Grund für das Sinken.“

Rechtsbeistand soll helfen

Bewegt man sich an Bord der Ebba Aaen, muss man aufpassen, nicht über die Kabel zu stolpern. Die sind aber notwendig, unter anderem, um das neue Alarmsystem mit Strom zu versorgen.

Für Nis-Edwin List-Petersen ist klar, warum seine Ebba Aaen gesunken ist: Wegen eines Stromausfalls funktionierten die drei 220-Volt-Pumpen nicht, und die drei 24-Volt-Pumpen fielen aus, als die Batterien leer waren, weil sie nicht mehr durch den Landstrom geladen wurden. Das alte Holzschiff habe Wasser gezogen und sei daher schnell gesunken. Der Grund für den Stromausfall: unklar. „Es kann Vandalismus gewesen sein, das hatten wir ja schon mal. Oder technisches Versagen.“ Er hat jetzt eine Rechtsanwältin beauftragt, sich mit der Versicherung auseinanderzusetzen. 

Etliches aussortiert und ein neuer Alarm

Die Ebba Aaen hat jetzt ein zusätzliches Alarmsystem an Bord. Sollte der Landstrom noch einmal ausfallen, wird ein Signal an insgesamt drei Telefone gesendet. Auch an das von Nis-Edwin List-Petersen. Viel mehr kann er im Moment nicht tun. 

Bis auf die Tatsache, dass er und seine Helferinnen und Helfer ein bisschen Ordnung geschaffen haben an Bord. Dinge, die nicht mehr funktionieren, aber aufbewahrt werden müssen für die Versicherung: verrostetes Werkzeug, diverse Kanister, eine Pumpe und andere elektronische Geräte. 

Außerdem hat er Motor und Getriebe der Ebba Aaen reinigen lassen, beides wäre sonst wegen des Salzwassers verrostet. Im Grunde könnte das Museumsschiff in See stechen, ist ihr Eigner überzeugt. 

Nis-Edwin List-Petersen vor einem Haufen Zeug, das sie vom Schiff an den Kai geräumt haben.

Bislang haben sie (die Versicherung) nur die Bergung und den Transport des Schiffes in die Werft und zurück gezahlt.

Nis-Edwin List-Petersen

Viel mehr kann Nis-Edwin List-Petersen nicht tun. Die Ungewissheit macht ihm zu schaffen, sagt er. Aber: „Im Hier und Jetzt ist wichtig, dass das Schiff hier liegt und selbstständig oben schwimmt.“ Immerhin: Der Winter macht dem Schiff nichts aus. Sollte es frieren, gibt es Heizlüfter an Bord und im Maschinenraum, die die Temperatur über einem Grad halten. 

Ein Blick in den Maschinenraum des historischen Holzschiffs

Im kommenden Jahr wird die Ebba Aaen 95 Jahre alt. Der Wunsch ihres Eigners: „Sie soll als Ausflugsschiff erhalten bleiben.“

Das stolze Segelschiff Ebba Aaen: Viele würden sich wohl wünschen, bald wieder mit dem ehemaligen Haikutter Ausflüge auf der Förde machen zu können.
Es sieht unauffällig aus: das neue Alarmsystem an Bord der Ebba Aaen