Deutsche Minderheit

Dirk Sina hält Vortrag über DNSAP-Vorsitzenden Frits Clausen

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Frits Clausen (hinten links) arbeitete als Landarzt in Baurup, bevor er als Nationalsozialist Karriere machte.

Ein Vortrag in Gravenstein beleuchtet die Geschichte von Frits Clausen, der als Arzt, Nationalsozialist sowie Vater eine widersprüchliche Rolle im Grenzland einnahm. Referent Dirk Sina beleuchtet die Verbindungen von Medizin, Ideologie und persönlichem Schicksal und stellt die Frage nach Schuld und Verdrängung.

Arzt Dirk Sina beleuchtet in einem Vortrag in Gravenstein das Leben des Bauruper Arztes und Nationalsozialisten Frits Clausen. Die Veranstaltung im Ahlmannpark beginnt am Montag, 3. November, um 19 Uhr und stellt Fragen nach Schuld, Verdrängung und Liebe, auch mit Blick auf die Gegenwart.

Frits Clausen wirkte als Landarzt, galt als führende Persönlichkeit der dänischen Nationalsozialisten, war Vater einer behinderten Tochter und dennoch mit Werner Heyde befreundet, der das Euthanasie-Programm der Nationalsozialisten leitete.

Auch Dirk Sina ist Arzt und als Vater einer mittlerweile verstorbenen Tochter mit Behinderung setzt er sich für Leben ein, das ungeachtet der Umstände immer würdig bleibt.

Dirk Sina beschäftigt sich als Palliativmediziner der Region Süddänemark immer wieder mit der Problematik, Leben als „unwürdig“ oder „unwertig“ zu bezeichnen. Die Veranstaltung stellt Fragen nach Schuld, Verdrängung und Liebe, auch aus heutiger Sicht. 

Frits Clausen führte von 1933 bis 1944 als Vorsitzender die Dänische Nationalsozialistische Arbeiterpartei (DNSAP) und setzte sich für eine enge Zusammenarbeit mit dem nationalsozialistischen Deutschland ein.

Der Vortrag ist organisiert von der Kulturgruppe in Gravenstein. Karten kosten 150 Kronen und sind online sowie an der Abendkasse erhältlich. Für das leibliche Wohl sorgt die Cafeteria im Ahlmannsparken. Mehr dazu hier.