Tourismus

Deutsch-dänische Fahrradfähre feiert neuen Rekord

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Die Fähre Thjalfe am Anleger in Brunsnis

Die Fahrradfähre zwischen Ekensund und Langballigau verzeichnet eine neue Rekordsaison. Der Vorsitzende des Fahrradfähren-Vereins berichtet von gestiegenen Passagierzahlen, neuen Plänen und erklärt, warum immer mehr Gäste die Fähre nutzen wollen.

Als Vorsitzender des Vereins der Fahrradfähre blickt Gerhard Jacobsen auf eine Saison voller Rekorde und neuer Erfahrungen zurück. Die gestiegene Nachfrage und das Engagement der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer begeistern den Vorsitzenden – und lassen den Blick auch schon Richtung Zukunft schweifen.

Die Fahrradfähre auf der Route Egernsund–Brunsnis–Langballigau hat in diesem Jahr mit 7.600 Passagieren so viele Gäste wie nie zuvor transportiert. Obwohl es weniger Fahrten gab als 2024, sind im Vergleich dazu rund 800 Menschen mehr an Bord gegangen.

„Wir sind angekommen. Ich höre immer wieder: Wir sind jetzt etabliert. Wir werden in den Planungen der Feriengäste mit berücksichtigt, wenn sie hier in der Gegend sind“, sagt Gerhard Jacobsen, Vorsitzender des Vereins „Forening Cykelfærgens Venner“.

Die steigende Bekanntheit mache sich bemerkbar – nicht zuletzt durch die Auszeichnung mit dem Initiativ-Preis von „Destination Sonderjylland“. „Diese Auszeichnung hat ja auch noch mal unterstrichen, was wir da anbieten“, sagt der Vorsitzende.

Längere Saison – mehr Fahrgäste

Jetzt bewegen wir uns wirklich in einem Bereich, wo es dann auch finanziell interessant wird.

Gerhard Jacobsen

In diesem Jahr habe das Team mit weniger Fahrten eine längere Saison erzielt, indem die Wochenendausfahrten früher begonnen und die täglichen Überfahrten bis in den Juli verschoben wurden. „Die Saison haben wir eigentlich durch diese Konstellation ausgeweitet. Zuletzt war das Interesse so groß, dass alle versuchen wollten, noch einen Platz für die letzten drei Fahrten zu ergattern“, erklärt Gerhard Jacobsen.

Ein Schwerpunkt lag auf der Verbesserung der Gästebetreuung, allen voran am Anleger in Langballigau. Dort kümmerte sich an Wochenenden eine Freiwillige um die Ankommenden. „Sie ist eine halbe Stunde vor der ersten Ankunft dort und kann den Druck rausnehmen, wenn 30 Leute mitwollen. Wer schon online ein Ticket hat, wird gleich informiert, andere werden beraten – etwa mit dem Tipp, einfach die Runde andersherum zu fahren“, schildert Gerhard. „Das kommt bei den Gästen sehr gut an.“

Verbesserungen soll es in Zukunft bei den Anlegern in Ekensund und der Marina Minde geben. Mit Holzpaletten wurde eine Rampe geschaffen, um unterschiedliche Wasserstände auszugleichen. „Gerade für Gehbehinderte ist das nicht optimal. Deshalb haben wir Gelder beantragt, um professionelle Rampen einzubauen.“

Ein Gruppenbild von Ehrenamtlichen auf der Fahrradfähre

Hauptsächlich Deutsche nutzen das Angebot

Die Präsentation des Angebots auf Veranstaltungen wie der Kulturnacht in Sonderburg (Sønderborg) und dem Apfelfestival in Gravenstein (Gråsten) trug ebenfalls zur gestiegenen Resonanz bei.

Zu den Gästen zählen nach Jacobsens Angaben vor allem Deutsche – sowohl aus Langballigau als auch deutsche Urlauberinnen und Urlauber auf der dänischen Seite. „Zu dem Zeitpunkt, als die Schulkinder in Dänemark wieder zur Schule mussten, da war deutlich zu merken, dass hauptsächlich Deutsche die Fähre genutzt haben“, berichtet Jacobsen.

Auch der finanzielle Betrieb entwickelt sich positiv, sagt der Vorsitzende. Kapitän und Schiffseigner Palle Heinrich, der den finanziellen Part betreut, habe die Fähre stets ohne rote Zahlen fahren lassen: „In den ersten Jahren war es eine gesunde Null, aber jetzt bewegen wir uns wirklich in einem Bereich, wo es dann auch für ihn finanziell interessant wird.“

Fast alle Räder fahren mit Strom

Die Fahrradfähre zwischen Nordschleswig und Schleswig-Holstein ist seit 2019 in Betrieb.

Etwa 40 Ehrenamtliche engagieren sich aktuell für den Fährbetrieb – davon 25 schichtweise an Bord, der Rest in Bereichen wie Vermarktung oder Öffentlichkeitsarbeit. Besonders auffällig: Der Anteil von E-Bikes ist gestiegen, inzwischen machen sie neun von zehn Fahrrädern an Bord aus. „Wir haben auch viel mehr Familien mit Kleinkindern. Die kleine Tour von Brunsnis nach Ekensund kostet derzeit nur 38 Kronen. Das macht es für Familien sehr attraktiv.“

Für das kommende Jahr plant der Verein kleinere Fahrplanänderungen zwischen Langballigau und Egensund sowie besagte Serviceverbesserungen an den Anlegern. Neue Freiwillige sind auf deutscher Seite willkommen, um die Betreuung auch an Werktagen zu garantieren. Mit Blick auf die Zukunft sagt Jacobsen: „Die Zahlen unterstreichen, dass der Bedarf weiterhin da ist.“

Die Saison endet am Freitag traditionell mit einer Abschlussfeier in Ekensund. Der Fahrplan für das kommende Jahr befindet sich bereits in Planung. Mehr dazu hier.