Kommunalwahl 2025

Deshalb kandidieren Mutter und Tochter für die SP

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Christel Leiendecker und ihre Tochter Sarah gingen im November bei der Kommunalwahl gemeinsam an den Start.

Christel Leiendecker und ihre Tochter Sarah stellen sich gemeinsam für die Schleswigsche Partei zur Kommunalwahl in Sonderburg auf. Im familiären Alltag zwischen Regen, Radio und Kinderbetreuung erzählen die beiden Kandidatinnen, warum sie sich politisch engagieren, und sprechen offen über Ziele, Herausforderungen und das, was junge Menschen in Sonderburg heute besonders brauchen.

Im Wohnzimmer von Christel Leiendecker in Broacker läuft das Radio, der Regen prasselt und der kleine schwarze Gästehund Oreo schnuppert neugierig umher. Sarah Leiendecker hat ihre Tochter Ida auf dem Schoß, während im Nebenraum ihr Ehemann Niklas die weitere Kinderbetreuung übernimmt. Mutter und Tochter kandidieren für die Schleswigsche Partei in Sonderburg und erzählen, was sie antreibt.

Christel Leiendecker betont: „Ich bin eine Macherin. Es ist toll, wenn man etwas umsetzen kann, wenn man auch Resultate erschaffen kann.“ Ihr Engagement als Vorsitzende des kommunalen Ausschusses für Kultur, Sport und Mitbürgerschaft bereichert die 60-Jährige: „Das ist unwahrscheinlich toll und spannend. Wir können Projekte bewegen und Dinge in Bewegung bringen. Daher will ich gerne noch vier Jahre weitermachen.“

Zwar erlaubten sich manche in ihrer Familie die Bemerkung, ob sie nach acht Jahren Stadtrat nicht lieber ruhiger treten sollte, doch Christel stellt klar: „Ich bin so ein Mensch, der braucht Action. Keine, die zu Hause sitzen und nichts tun kann.“

Die 33-jährige Sarah Leiendecker hat sich von ihrer 60-jährigen Mutter inspirieren lassen und kandidiert ebenfalls für die Schleswigsche Partei.

Sarah Leiendecker empfindet die Motivation der Mutter als Vorbild: „Es macht mich neugierig, was Mama alles erreicht hat und auch welchen Ehrgeiz sie mit reinbringt.“ Als ausgebildete Krankenpflegerin für Kinder und Jugendliche arbeitet Sarah in der Psychiatrie der Region Süddänemark. 

Sie unterstreicht: „Ich möchte mich einsetzen für Kinder und Jugendliche, für deren Familien. Und natürlich auch für Gesundheit, weil das mein Steckenpferd ist.“ Ihre persönliche Erfahrung im Beruf soll auch im Engagement sichtbar bleiben. Die Gesundheitsexpertin erklärt: „Vielleicht habe ich mehr Verständnis gegenüber den Familien und Betroffenen und kann mit mehr Einsatz und Einfühlungsvermögen dabei sein.“

Beide Kandidatinnen wollen den politischen Alltag mit dem Familienleben verbinden. Der Flur von Christel Leiendeckers Wohnhaus ist exemplarisch dafür: Hunderte Plakate stapeln sich im Eingangsbereich, sie sollen in den kommenden Tagen in und um Broacker verteilt werden, und natürlich packen alle mit an.

Ich habe Lust dazu, dass Veränderungen geschehen. Und kann vielleicht auch durch meine Sicht als Mutter und beruflich Engagierte anders beitragen.

Sarah Leiendecker

Auch im Wahlkampf bleibt die Familie ein zentraler Punkt. „Ich habe Lust dazu, dass Veränderungen geschehen. Und kann vielleicht auch durch meine Sicht als Mutter und beruflich Engagierte anders beitragen. Wenn ich die Möglichkeit habe, mitzuwirken, dann will ich das machen und habe die Unterstützung von meinem Mann“, betont die 33-Jährige.

Gibt es Themen, bei denen sie uneinig sind? Eher nicht, sagen beide nach kurzer Bedenkpause. „Vielleicht, wenn es darum geht, Einsparungen zu treffen, da gucke ich als Fachfrau möglicherweise anders drauf“, sagt Christel Leiendecker, die im Stadtrat diverse Sparbeschlüsse mittragen musste.

Kinder und Jugendliche haben Herausforderungen

Christel Leiendecker macht seit acht Jahren Kommunalpolitik und ist Vorsitzende des Ausschusses für Kultur, Sport und Mitbürgerschaft.

Im Grundsatz teilen beide die Überzeugung, dass Jugendliche und Kinder besondere Unterstützung brauchen. „Viele Jugendliche diagnostizieren sich mittlerweile selbst krank. Wir haben hier in Dänemark für vieles eine Diagnose, aber das wird zum Teil auch zu selbstverständlich benutzt“, sagt Christel.

Die Herausforderungen wachsen, besonders für junge Menschen. Sarah beschreibt: „Wir erleben ganz deutlich, dass die Kinder nicht mehr so belastbar sind wie früher.“ Christel Leiendecker fügt hinzu: „Die Rahmenbedingungen sind nicht mehr so streng, was auch zu Problemen führen kann. Es fehlt oft an liebevollen Grenzen und Orientierung und auch an der Fähigkeit, mit Kritik und Niederlagen umgehen zu können.“ 

Auch die Corona-Maßnahmen haben viele sehr einsam gemacht. „Man hat nicht die Freundschaften entwickeln können, die man in dem Alter entwickeln sollte“, beobachtet Sarah Leiendecker. 

Beim Wahlabend live dabei

Wenn Ida da ruhig schläft, fahre ich vielleicht mit Mama nach Sonderburg. Das ist doch spannend, live dabei zu sein!

Sarah Leiendecker

Im kommunalpolitischen Alltag bemüht sich Christel Leiendecker, Impulse zu setzen: „Wir tun extrem viel. Im Kulturausschuss fördern wir viele Aktivitäten, damit Kinder weg vom Computer kommen. Kinder müssen auch lernen, mit Herausforderungen umzugehen und sich sozial auszuprobieren.“

Sarah Leiendecker sagt abschließend: „Ich würde gerne versuchen, bei den Eltern zu schauen, was noch möglich ist. Ich glaube, da ist noch viel Luft nach oben.“ 

Am Wahlabend des 18. Novembers wird Christel Leiendecker zunächst im Broackerhus auf der Wahlparty sein, danach fährt sie nach Sonderburg (Sønderborg), wo in der Ulkebüller Schule alle Parteien auf die Ergebnisse des Wahlabends warten – und anschließend direkt in Verhandlungen treten. 

„Wenn Ida da ruhig schläft, fahre ich vielleicht mit Mama nach Sonderburg. Das ist doch spannend, live dabei zu sein!“, sagt die Kandidatin.