Deutsche Minderheit

Der Mann für die Natur – Andreas Jessen bringt den Knivsberg zum Blühen

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Andreas Jessen gestaltet den Knivsberg als grünen Lern- und Erlebnisraum – auch, um das Gelände für Schulklassen noch attraktiver zu machen. Für die Umsetzung von einer Reihe von Naturprojekten hat der Freiluftrat 200.000 Kronen an die Bildungsstätte der deutschen Minderheit vergeben.

Schon seit der 7. Klasse weiß Andreas Weitling Jessen, dass er mit der Natur und für sie arbeiten will. Der Forststudent aus der deutschen Minderheit koordiniert die Naturprojekte rund um das weitläufige Gelände des Knivsbergs und will das Areal für Schulklassen, Gäste und Tiere lebenswerter machen.

„Ich wusste schon früh, dass ich Forstwissenschaft studieren will – und ich habe es nie bereut“, sagt Andreas Weitling Jessen. Der Nordschleswiger mit grünem Kompass ist in Hadersleben (Haderslev) aufgewachsen, hat das Deutsche Gymnasium in Apenrade (Aabenraa) besucht und lebt heute im Collegium 1961 in Hellerup.

Trotz seines Wohnorts nahe Kopenhagen zieht es ihn regelmäßig zurück nach Nordschleswig. „Wenn sich die Möglichkeit ergibt, möchte ich früher oder später auch wieder hierherziehen – am liebsten in die Nähe von Hadersleben. Die Region ist mein Zuhause.“

Zwischen Büro und frischer Luft

Schon jetzt ist er der Natur in Nordschleswig beruflich verbunden. Noch bevor er im kommenden Sommer sein Studium der Forstwissenschaft an der Landbohøjskole in Kopenhagen abschließt, berät er als freier Konsulent in Sachen Naturverwaltung. Auch deshalb wurde er als externer Projektleiter für die Naturprojekte auf dem Knivsberg engagiert – eine Aufgabe, die ihm am Herzen liegt.

„Ich bin gerne draußen, aber zur Arbeit gehört auch Schreibtischarbeit“, sagt Jessen. Genau diese Mischung schätzt er: Natur erleben und gestalten – aber auch planen, koordinieren, Fördermittel akquirieren.

Andreas Jessen war schon immer von der Natur begeistert und wusste früh, dass Forstwissenschaft sein Berufsfeld wird.

Große Pläne für das große Areal

„Der Knivsberg ist so groß, dass wir hier noch lange gemeinsam Naturprojekte umsetzen werden“, sagt Jessen. Seit dem Sommer 2023 laufen konkrete Pläne zur Aufwertung des Geländes. Der dänische Freiluftrat hat 200.000 Kronen bewilligt – Gelder, die Jessen für den Knivsberg beantragt hat und mit denen nun erste Projekte umgesetzt werden.

Zentrales Vorhaben: der Bau einer 30 Quadratmeter großen Aussichtsplattform am See. Sie soll nicht nur einen schönen Blick bieten, sondern auch als Ort für Freiluftunterricht, Workshops und Picknicks dienen. „Ich denke, dass das Plateau noch diesen Monat fertig wird – pünktlich zum Knivsbergfest. Dann können es Schulklassen direkt nutzen“, sagt Jessen.

Bereits im Sommer 2023 wurden erste Pläne gemacht, den See auf dem Knivsberg besser zu nutzen. Nun wird er mit einer Aussichtsplattform erweitert (Archivbild).

Mehr Lebensraum für Tiere – und Wissen für Kinder

Auch ökologisch tut sich etwas. Der stark verlandete Tümpel beim Parkplatz soll renaturiert werden – ein Lebensraum für Vögel, Insekten und unter Naturschutz stehende Salamander. „Aber auch durch die bereits begonnene Auslichtung des Waldes kommt mehr Licht und Artenvielfalt ins Gebiet – ich habe schon neue Vogelarten gesehen“, erzählt Jessen. In Zukunft sollen Nistkästen für Eulen und Singvögel dazukommen.

Ein weiteres Projekt soll eine bessere Drainage für den Sportplatz bringen – und zugleich Lehrstoff für den Schulunterricht liefern. Das Regenwasser soll über einen Wasserlauf in den See geleitet werden.

Entlang des Wasserlaufs sind unter anderem kleine Stauanlagen geplant, an denen die Nutzung von Wasserkraft anschaulich gemacht werden kann. „Das war ein Wunsch der Schulen“, erklärt Andreas Jessen. „Zugleich hat das auch positive Auswirkungen auf den See – bewegtes Wasser unterstützt ein stabiles Ökosystem.“ Der Bau ist für das kommende Jahr vorgesehen, derzeit finden Gespräche mit der Kommune statt.

Der geplante Wasserlauf, der auf dem Bild rechts vom See zum Sportplatz führt, soll nicht nur für Kindergärten und Schulklassen von Nutzen sein, sondern auch helfen, ein Problem des Knivsbergfestes zu lösen: Die Drainage verhindert Wasseransammlungen auf dem Sportplatz, auf dem beim Sommertreffen der deutschen Minderheit das Festzelt steht.

Mit dem Vorhaben soll sich der Knivsberg schrittweise zu einem noch vielseitigeren Lern- und Erlebnisraum mit naturpädagogischem Fokus für die deutsche Minderheit entwickeln.

Die Naturprojekte auf dem Knivsberg

Aussichtsplattform am See

Renaturierung des Tümpels

Mehr Biodiversität im Wald

Wasserlauf und Schulprojekt