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Christian Jepsen aus der Minderheit: „Ich bin stolz auf mein Königshaus!“

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Christian Jepsen hat während seines Wehrdienstes vier Monate in der königlichen Leibgarde gedient.

Am 31. Juli hat er seinen Wehrdienst in der königlichen Leibgarde beendet – nur einen Tag später sieht er sich den großen Wachwechsel in Gravenstein zum ersten Mal als Zuschauer an: Wie Christian Jepsen aus Tingleff die Parade erlebt hat, was ihm das Königshaus bedeutet und was als Nächstes auf seinem Plan steht.

Christian Jepsen (21) wirkt entspannt: Es ist sein erster freier Tag, nachdem er seinen Wehrdienst am 31. Juli beendet hat und damit auch aus der königlichen Leibgarde verabschiedet wurde. Zusammen mit seiner Freundin Wencke schlendert er bei strahlendem Sonnenschein Richtung Schloss Gravenstein (Gråsten).

Er ist unterwegs zu einer Premiere: Eine große Wachablösung hat Christian Jepsen noch nie aus der Perspektive eines Zuschauers erlebt. Große Wachablösung bedeutet: Ist das Königspaar in seinem Sommerschloss, wird der Schichtwechsel freitags vom königlichen Tambourkorps begleitet. Die Zeremonie findet dann im Hof des Schlosses statt, die königliche Familie nimmt die Parade ab.

Leibgarde ist Familientradition bei den Jepsens

Ist die Königsfamilie im Schloss, werden die Wachablösungen besonders zelebriert.
König Frederik und seine Familie im Hof ihrer Sommerresidenz in Gravenstein

„Es wird sicher komisch, das hier heute als Zuschauer zu erleben“, vermutet Christian, der aus Tingleff (Tinglev) stammt, vor Beginn der Wachablösung. Für ihn ist der Dienst in der königlichen Leibgarde quasi Familiensache: Vor ihm haben schon seine beiden großen Brüder gedient, sein Vater ebenfalls. „Mein Vater hat mir viel Gutes darüber erzählt, meine Brüder auch.“

Inzwischen ist der Innenhof des Schlosses mit vielen Schaulustigen gefüllt. Natürlich nicht so viele wie vor Schloss Amalienborg in Kopenhagen, erzählt Christian. Viele Touristinnen und Touristen seien dort gewesen, sehr viele. Und nicht wenige von ihnen dachten, die Wachablösungen seien eine reine Attraktion nur für sie.

Nach seiner Ausbildung an der Landwirtschaftsschule in Gravenstein war für Christian Jepsen klar: Er will auch zur königlichen Leibgarde.

Ich bin stolz darauf, gedient zu haben.

Christian Jepsen

„Aber das sind wir nicht“, sagt der 21-Jährige bestimmt. „Wir tragen echte Waffen und führen eine jahrhundertealte Tradition fort. Ich bin stolz auf mein Königshaus. Und stolz darauf, gedient zu haben.“ Für ihn bedeutet es viel, seine eigene Familientradition in der königlichen Leibgarde fortgesetzt zu haben.

Für Christian kommt der große Moment langsam näher: Punkt 12 Uhr ist Wachablösung. Die Musik des Tambourkorps, das durch die Gravensteiner Innenstadt zieht, ist schon von Weitem zu hören. Und zieht schließlich in Richtung Schloss.

Die große Wachablösung zieht zwar viele Gäste an, ist aber mehr als eine Touristenattraktion.

Seine ehemaligen Kolleginnen und Kollegen marschieren ein, stellen sich vor den Augen der königlichen Familie im Innenhof des Schlosses auf. Und Christian? Zückt sein Handy. So wie die allermeisten, die heute hierhergekommen sind.

„Vorher haben die Menschen mich angeschaut“

Zum ersten Mal erlebt Christian Jepsen eine große Wachablösung als Zuschauer.

Im wahrsten Sinne des Wortes ein Perspektiv-Wechsel – für Christian Jepsen seltsam. „Sechsmal habe ich die Wachwechsel in Gravenstein mitgemacht. Da haben alle Leute mich angeschaut. Jetzt bin ich einer von denen.“

Auf seine Zeit bei der königlichen Leibgarde kann Christian Jepsen zu Recht voller Stolz blicken, findet seine Freundin Wencke. „Ich bin sehr stolz auf ihn. Dass er das durchgezogen hat, auch wenn es nicht immer einfach war, nicht immer alles glatt gelaufen ist.“ Doch jetzt haben die beiden Zeit, sich gemeinsam zu erholen: In einigen Tagen brechen Christian und Wencke mit einem Interrail-Ticket auf, um ein paar Wochen durch Europa zu reisen.

Christian Jepsen und seine Freundin Wencke Andresen