Deutsche Minderheit

700.000 Kronen für das Deutsche Museum: Dafür wird das Geld genutzt

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Museumsleiter Hauke Grella im Kellerarchiv des Museums (Archivbild). Eine Klima- und Lüftungsanlage soll auch im Altbau für perfekte Lagerbedingungen sorgen.

Das Deutsche Museum Nordschleswig in Sonderburg erhält eine Förderung in Höhe von 700.000 Kronen aus den kulturellen Ausspielungsmitteln des dänischen Staates. Museumsleiter Hauke Grella verrät, wie das Geld zum Einsatz kommt.

Das Deutsche Museum Nordschleswig in Sonderburg kann sich auf eine Förderung in Höhe von 700.000 Kronen aus den kulturellen Ausspielungsmitteln („kulturelle udlodningsmidler“) des dänischen Parlaments freuen.

Die Mittel stammen aus dem Überschuss von „Danske Spil“ und dienen der Unterstützung verschiedener Bereiche des kulturellen Lebens, darunter auch der Entwicklung und Forschung von Museen. Die Entscheidung über die Verteilung der Mittel fiel am Mittwoch im Folketing.

Nachrüstung einer Klimaanlage

Das Deutsche Museum Nordschleswig in Sonderburg will die Förderung nutzen, um die Lagerung der Ausstellungsstücke und die Arbeitsbedingungen weiter zu professionalisieren. Im Fokus steht die Nachrüstung einer Klima- und Luftfeuchtigkeitssteuerungsanlage im Altbau.

Mit der neuen Anlage reguliert das Museum künftig sowohl im Depot als auch in der Ausstellung Temperatur und Luftfeuchtigkeit präzise. Museumsleiter Hauke Grella erklärt: „Wir können dann im Depot und in der Ausstellung gezielt Temperatur und Luftfeuchtigkeit steuern. So bewahren wir unsere Gegenstände dauerhaft optimal auf – es wird weder zu heiß noch zu kalt, zu feucht oder zu trocken.“

Besonders im Depot sieht der Museumsleiter Verbesserungsbedarf: „Gerade im Kellerdepot, wo viel Technik und Fernwärmerohre verlaufen, haben wir im Sommer immer wieder Probleme mit der Temperatur. Das können wir bislang nicht ausreichend ausgleichen.“

Folketingspolitiker unterstützen das Museum

Das Museum besteht aus dem renovierten Altbau (r.) und dem Neubau, in dessen Keller das neue Archiv eingerichtet ist. Doch auch im Keller des Altbaus werden Gegenstände aufbewahrt.

Die neue Technik verbessert nicht nur die Bedingungen für die Ausstellungsstücke, sondern auch für Besucherinnen, Besucher und Mitarbeitende. Grella betont: „Für uns ist das wirklich ein großer Schritt nach vorn.“

Am Beispiel des Archivs beschreibt Grella die Wirkung moderner Lüftung: „Im Neubau mit Ventilation verschwindet der typische Kellergeruch, beispielsweise wenn wir alte Dokumente erhalten wie die Zeitungsarchive des ‚Nordschleswigers‘. Das wünschen wir uns jetzt auch für den Altbau, damit wir die Lagerung noch professioneller gestalten können.“

Jesper Petersen, Mitglied des Folketings für die Sozialdemokratie sowie Vorsitzender des Ausschusses für die Deutsche Minderheit, hat den Zuschuss unterstützt und befürwortet und hebt die Bedeutung des Museums hervor. „Das deutsche Minderheitenleben stellt eine positive und aktive Facette des Lebens in der Grenzregion dar und das Deutsche Museum Nordschleswig in Sonderburg vermittelt seine spannende Geschichte anschaulich.“

Das Museum verdiene die Unterstützung durch den Staat. „Das Museum wurde im Jahr 2020 erweitert und renoviert, und ich kann einen Besuch ausdrücklich empfehlen.“

„Museum verdient daher in hohem Maße Unterstützung“

Jesper Petersen ist als Mitglied des Folketings Vorsitzender des Ausschusses für die Deutsche Minderheit.

Folketingsmitglied Hans Christian Schmidt (Venstre), ebenfalls Mitglied des Ausschusses für das deutsche Minderheitenleben, unterstreicht die Rolle des Museums für den deutsch-dänischen Kulturaustausch: „Ich habe als einer der Vertreter der Venstre-Partei in Nordschleswig und als Mitglied des Ausschusses für die Deutsche Minderheit, darauf gedrängt, dass staatliche Mittel an das Deutsche Museum Nordschleswig in Sonderburg fließen. Das Museum spielt eine wichtige Rolle für den deutsch-dänischen Kulturaustausch und verdient daher in hohem Maße Unterstützung. Aus diesem Grund freue ich mich sehr, dass wir das Museum und die gute Arbeit bei der Vermittlung der Geschichte des deutschen Minderheitenlebens nun anerkennen.“

Harro Hallmann, Leiter des Sekretariats der deutschen Minderheit in der Hauptstadt, sagt zur Unterstützung aus Kopenhagen: „Vielen Dank an Jesper Petersen und Hans Christian Schmidt für ihren Einsatz. Das ist einfach großartig, dass unser Museum diese Unterstützung bekommt.“

Umsetzung ist für die Wintermonate geplant

Folketingspolitiker Hans Christian Schmidt hat die Förderung des Deutschen Museums Nordschleswig unterstützt.

Die Umsetzung des Projekts plant das Museum gezielt für die ruhigeren Wintermonate. Hauke Grella erläutert: „Wir wollen voraussichtlich Ende November mit den Arbeiten beginnen. Der Dezember ist bei uns traditionell eine ruhige Zeit, sodass wir die Maßnahmen im Dezember und Januar umsetzen können, wenn ohnehin weniger Besucherinnen und Besucher ins Museum kommen.“

Die Arbeiten sollen über die Jahreswende abgeschlossen werden. Grella fasst zusammen: „Mit den zusätzlichen Mitteln und unserer eigenen Finanzierung bringen wir das Projekt auf jeden Fall ins Ziel.“

„Besser jetzt als gar nicht“

Zusätzliche Fördergelder vom Land Schleswig-Holstein in Höhe von 97.000 Euro sichern die Finanzierung ab. Grella erklärt: „Vom Land Schleswig-Holstein erhalten wir ebenfalls eine jährliche Förderung, die uns sehr hilft.“ Das Museum sieht sich damit gut aufgestellt, um die geplanten Maßnahmen erfolgreich umzusetzen.

„Ich freue mich sehr, dass wir diese Förderung jetzt erhalten. Solche Projekte kosten immer viel Geld, und natürlich wäre es ideal gewesen, die Maßnahmen schon beim Bau umzusetzen. Aber besser jetzt als gar nicht.“