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Handelskette „Priss“ schließt alle Grenzsupermärkte in Deutschland

Handelskette „Priss“ schließt alle Grenzsupermärkte in Deutschland

Kette „Priss“ schließt alle Grenzsupermärkte in Deutschland

Sebastian Iwersen/shz.de
Harrislee
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Auch in der „Priss“-Filiale in Harrislee sollen Ende März die Lichter ausgehen. Foto: Sebastian Iwersen/shz.de

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Sie sind der Magnet für Touristen aus Dänemark: Grenzhandelsmärkte. Doch Priss gibt nun auf. Bei der Eröffnung 2012 in Süderlügum hatte der Laden noch für Furore gesorgt.

Noch liegen Süßigkeiten in den Regalen, und pfandfreie Getränkedosen türmen sich auf Paletten im Laden in der Westerstraße in Harrislee. Der Verkauf der Haupt-Umsatzbringer im Grenzhandel läuft auch in der Filiale der Handelskette „Priss“ ganz normal. Doch damit soll bald Schluss sein. Das Unternehmen nennt vor allem wirtschaftliche Gründe für das Aus der drei Märkte in Harrislee, Pepersmark und Süderlügum.

Wie das Unternehmen selbst auf seiner Internetseite mitteilt, seien die Eigentümer „nach gründlicher und schwieriger Überlegung“ zu dem Entschluss gekommen, dass es nicht möglich sei, die Supermärkte in ihrer jetzigen Form zukunftssicher aufzustellen. Bereits zum Ende der kommenden Woche soll der Ausverkauf der verbliebenen Waren in den Grenzsupermärkten beginnen. Spätestens Ende März sollen die Lichter in den „Priss“-Filialen ausgehen.

Schließung trotz positivem Ergebnis im letzten Jahr

Nach einem jahrelangen Defizit hat das Unternehmen nach eigenen Angaben im Jahr 2023 ein positives Ergebnis erzielt. Dass man sich nun dennoch zu dem Schritt für die Schließung entschlossen hat, begründet „Priss“ in seiner Stellungnahme mit hohen Investitionen, die für die zukunftsfähige Aufstellung der Gebäude und der Technik erforderlich gewesen wären. Und auch seine Größe mit nur drei Märkten wird dem Grenzhändler offenbar zum Verhängnis.

Alle Mitarbeitenden in den Filialen sollen bereits ihre Kündigung erhalten haben und müssen sich überraschend einen neuen Arbeitsplatz suchen. Zudem sind zahlreiche Lieferanten durch die Schließung der Filialen und dem Ende der Zusammenarbeit betroffen. „Es schmerzt die Eigentümer und auch uns wirklich sehr“, bedauert das Unternehmen die weitreichende Entscheidung.

Aufsehenerregende Aktion bei der Eröffnung

Für Furore hatte das Unternehmen bei der Eröffnung seiner Filiale an der B5 bei Süderlügum gesorgt. Im Sommer 2012 versprach der damalige Geschäftsführer Nils Sterndorff den ersten Kunden, die nackt den Grenzmarkt betreten, einen kostenlosen Einkauf im Wert von 2000 Kronen (rund 270 Euro).

Er selbst rechnete damals mit „vielleicht zehn Kunden“ – am Ende kamen über 100. Das Unternehmen erreichte damit internationale Bekanntheit in den Medien – muss nun knapp zwölf Jahre später trotzdem schließen.

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