Leichtathletik

Dänin werden für DM-Gold

Dänin werden für DM-Gold

Dänin werden für DM-Gold

nlm
Apenrade/Aabenraa
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Isabell Paprotny hat im Dreisprung große Träume. Foto: Daniel W. Jørgensen

Isabell Paprotny ist bei dänischen Leichtathletik-Meisterschaften ganz vorne mit dabei. Noch darf die ehemalige Schülerin des Deutschen Gymnasiums für Nordschleswig aber nicht auf das Podest.

Als Tochter deutscher Eltern hat Isabell Paprotny bisher nur den deutschen Pass, obwohl sie bereits seit einigen Jahren mit ihrer Familie in Dänemark lebt. Die 23-Jährige tritt in diesem Jahr bei der dänischen Leichtathletik-Meisterschaft (DM) an. Käme sie unter die Besten, würde sie aber aufgrund der noch fehlenden dänischen Staatsbürgerschaft auf eine Medaille verzichten müssen.

In den vergangenen Jahren durfte sich Isabell Paprotny hingegen mehrfach als dänische Meisterin feiern lassen, denn dort startete sie bei den Juniorinnen. Hier wurden ihr in ihren beiden Disziplinen Weitsprung und Dreisprung zahlreiche DM-Goldmedaillen überreicht. Inzwischen muss die ehemalige Schülerin des Deutschen Gymnasiums für Nordschleswig (DGN) aber bei den Seniorinnen starten, wo sie selbst mit der besten Leistung aller Teilnehmerinnen nicht mehr auf das Podest klettern dürfte. Bereits im vergangenen Jahr ging Paprotny bei der DM sowohl bei den Juniorinnen als auch Seniorinnen an den Start. In ihrer absoluten Paradedisziplin, dem Dreisprung, war sie sogar bei den Seniorinnen die Zweitbeste.

„Da war ich schon etwas enttäuscht, dass ich nicht die Silbermedaille bekommen konnte“, meint Paprotny. Die talentierte Leichtathletin möchte nun so schnell wie möglich die dänische Staatsbürgerschaft annehmen, auch um bei internationalen Turnieren für Dänemark antreten zu dürfen.

„Ich hätte die dänische Staatsbürgerschaft eigentlich schon längst bekommen sollen. Seit Wochen warte ich nur noch auf die “Grundlovs“-Zeremonie, wo mir die Hand geschüttelt wird, womit ich dann endlich die dänische Staatsbürgerschaft annehmen darf. Durch das Corona-Virus hat sich das ganze leider sehr verzögert“, ärgert sich Paprotny, die gehofft hatte, dieses Jahr bei der Leichtathletik-Meisterschaft eine Medaille in Empfang nehmen zu dürfen.

„Die DM ist im August und ich bin erst im September zur “Grundlovs“-Zeremonie eingeladen. Ich darf also erneut starten, aber keine Medaille bekommen“, sagt Paprotny, die im vergangenen Jahr bereits die 13-Meter-Marke im Dreisprung knackte.

„Ohne die Unterstützung meiner Trainer, Familie und Freunde wäre ich nie soweit gekommen. Die 13 Meter zu schaffen, fühlt sich immer noch magisch an. Aber ich glaube, wenn man seine Träume verfolgt, dann werden sie auch wahr. Und mein Traum ist es einmal mit viel Training und Fleiß die 14-Meter-Grenze zu überwinden“, meint Paprotny, die damit den bisherigen dänischen Dreisprung-Rekord der Frauen von 13,84 Metern einstellen würde. Ein weiterer Traum der 23-Jährigen ist die Teilnahme an den Olympischen Spielen.

„Im Dreisprung hoffe ich, 2024 dabei sein zu dürfen. Aber 2028 könnte ich vom Alter her auch noch teilnehmen“, so Paprotny.

Die ehrgeizige Sportlerin wurde in Niebüll geboren und ging in Scherrebek/Skærbæk zur Schule, ehe sie die Sportnachschule SINE und anschließend das DGN besuchte. Während ihrer Zeit in Apenrade gehörte sie dem Apenrader Leichtathletik-Verein AAIG an. Vor Kurzem hat sie ihre Ausbildung zur Ergotherapeutin abgeschlossen und seit vergangenem Jahr trainiert Paprotny im Verein Aarhus 1900.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Aarhus-Geschichten“