Deutsche Minderheit

Ein Hausmeister für fünf deutsche Institutionen

Ein Hausmeister für fünf deutsche Institutionen

Ein Hausmeister für fünf deutsche Institutionen

Sonderburg/Sønderborg
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Jörg Peper im Viadukt zwischen Museum und Schule Foto: Karin Riggelsen

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Im Juni erhielten die Deutsche Schule Sonderburg, das Mariaheim, die beiden Kindergärten und das Deutsche Museum Nordschleswig einen neuen Hauswart. Warum hat sich ein verheirateter Familienvater für diesen abwechslungsreichen Job beworben?

Wer den neuen Hauswart Jörg Peper trifft, spürt ihn sofort. Dieser sympathisch lächelnde Mann bringt einen unglaublich frischen Wind mit. Er will alles immer so gut und so schnell wie möglich machen.

Er ist voll bei der Sache und immer auf Achse. Aber das muss er auch: Am 1. Juni begann er an der Deutschen Schule Sonderburg, den beiden Kindergärten, dem Mariaheim und dem Deutschen Museum Nordschleswig als der neue Hauswart. Jörg Peper ist 57 Jahre alt. Der Familienvater kommt eigentlich aus der dänischen Minderheit in Schleswig und beherrscht deshalb Deutsch und Dänisch.

In der Schule wurde ein Rohrbruch vom Elektriker Rene Henriksen repariert. Foto: Karin Riggelsen

Jörg Peper kann viele Titel in sein Curriculum Vitae schreiben: Kfz-Mechaniker, Schmied, Maschinenaufsteller, Schlachtereimitarbeiter, Hausmeister – unter anderem in der dänischen Schule in Kollund. In den vergangenen Jahren war er Werkstattassistent an einer Behindertenwerkstatt in Apenrade (Aabenraa). In der dortigen Tischlerei hat er Behinderten und auch vom Jobzentrum angewiesene Personen bei der Möbelproduktion geholfen.

Wie bist du nach Sonderburg gekommen?

„Ich gehörte ja zur dänischen Minderheit und ich wollte schon immer im Ausland arbeiten. Ich war ausgelernter Kfz-Mechaniker und hatte schon in Dänemark gearbeitet. Dann habe ich meinen Wehrdienst in Dänemark abgeleistet.“

Auf dem Handy ist der Hauswart immer zu erreichen. Foto: Karin Riggelsen

Wie bist du auf den Job in Sonderburg gestoßen?

„Ich habe die Stellung gesehen und habe sofort eine Bewerbung abgeliefert. Es hörte sich super interessant an, weil ich ja auch eine Ausbildung als Hausmeister habe, bei der ich auch mit der Verwaltung von Wohnblöcken zu tun gehabt habe. Auch das Arbeiten mit Schülern interessiert mich. Ich bin in der Schule präsent, und ich kann gut mit Kindern. Das hält einen jung.“

Seit zwei Jahren in Sonderburg

Jörg Peper ist verheiratet, zog mit seiner Familie zuerst nach Kollund. Die Familie lebt seit einigen Jahren in Sonderburg und hat zwei etwas größere Kinder. Peper genießt es, dass die Stelle so vielfältig ist. „Ich habe das Museum, das Mariaheim und ich habe die Schule und die Kindergärten. Alles, was zur deutschen Minderheit gehört. Das gefällt mir.“

Im Museum hilft Jörg bei Ausstellungen und dem Gebäude. Eine Ausstellung aufbauen ist für den gewieften Hausmeister eine neue Aufgabe. „Aber es ist sehr interessant. Man lernt ja fürs Leben, und ich brauche immer Input“, stellt er fest.

Wie sieht dein Arbeitstag typisch aus? Bis du am meisten in der Schule?

„Ich bin morgens um 6.45 Uhr hier in der Schule. Dann mache ich erst mal eine Runde und schau in alle Klassenzimmer, ob alles in Ordnung ist. Es gibt diverse Sachen, die ich von 7 bis 8 Uhr machen kann. Dann kann ich schalten und walten, wie ich es möchte und muss nicht so viel Rücksicht auf Schülerinnen und Schüler nehmen.“

Jörg Peper im Eingangsbereich des deutschen Museums Foto: Karin Riggelsen

Die Woche gestaltet sich mit einem festen Dienstag im Museum. Ins Mariaheim fährt er zweimal in der Woche. Jörg Peper kontrolliert auch dort alles und repariert, wenn das nötig ist.

Ein gutes Verhältnis zu allen

Ist das Arbeitsklima im Verhältnis zu Deutschland anders?

„Ich habe ja oft auf dänischen Arbeitsplätzen gearbeitet und es ist doch einen ganzen Teil anders als ein deutscher Arbeitsplatz. Jedes Land hat seine Vor- und Nachteile. Jetzt habe ich Henriette als Schulleiterin, und das läuft richtig gut. Ich habe eigentlich ein sehr gutes Verhältnis zu allen, ob Pädagogen, Museum oder die Damen im Mariaheim.“

Du hast es also nicht bereut?

„Ich sehe es ja als Herausforderung. Das, was neu ist, da muss ich mich erst noch reinfuchsen. Dann muss ich sehen, sonst müssen wir ja darüber schnacken. Man muss mir Bescheid geben, wenn ich etwas ändern muss. Sofort ein Feedback, damit ich es umsetzen kann. Keine saure Miene – reinen Tisch machen und dann weiter.“

Jörg Peper Foto: Karin Riggelsen

Vorgänger war lange an der DSS

Jörg Pepers Vorgänger Ulli Toft war über 29 Jahre lang Hausmeister an der DSS.

Bleibst du auch so lange?

„Das glaube ich nicht. Das kommt aber immer ganz darauf an. Ich liebe die Arbeit. Und dann ist es mir eigentlich egal, ob ich mit 67 oder später in Rente gehe. Wenn es mir nur gut geht. Ich freue mich, jeden Tag zur die Arbeit kommen zu können. Viele Kontakte zu haben ist gut.“

Hast du sonst noch Hobbys?

„Ich fahre ein bisschen Mountainbike und bin in einem Herrenklub, wo wir uns regelmäßig treffen und Erfahrungen austauschen. Früher bin ich Kajak gefahren. Und ja, ein Hobby habe ich noch: Winterbaden. Im ’Sønderborg Vikingeklub’ bin ich seit fünf oder sechs Jahren zweimal die Woche, nachmittags oder abends.“

Jörg Peper mit dem Assistenten der Deutschen Schule Sonderburg, Frank Hinrichsen Foto: Karin Riggelsen
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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Minderheit mit Mut zur Zukunft“