Deutsche Minderheit

Die eigene DNA – in einem Schmuckanhänger

Die eigene DNA – in einem Schmuckanhänger

Die eigene DNA – in einem Schmuckanhänger

Sonderburg/Sønderborg
Zuletzt aktualisiert um:
Felina Holmann Braukmann zeigt ganz stolz einer Schülerin ihre DNA-Probe. Foto: Karin Riggelsen

Diesen Artikel vorlesen lassen.

An der Deutschen Schule Sonderburg durften die Kinder einen sehr ungewöhnlichen Test machen. Jetzt wissen sie, wie ihre DNA aussieht.

Die Mädchen und Jungen hatten wohl meist in einem Krimi oder Film von der menschlichen DNA gehört: der Desoxyribonukleinsäure, die die Erbinformation bei allen Lebewesen und den DNA-Viren trägt.

Aber wie sieht so etwas eigentlich aus? Das wissen seit Montagvormittag die 6. und 7. Klassen der Deutschen Schule Sonderburg und des Kindercampus Lunden. Damit nicht genug: Die Jungen und Mädchen konnten sich anschließend ihre eigene, in einem Anhänger angebrachte DNA-Probe, als Schmuckstück um den Hals hängen.

Speichelproben und Wattestäbchen

Deshalb ging es in der Aula der Deutschen Schule Sonderburg am Montagvormittag im Zuge der NiM-Woche (Naturwissenschaften im Mittelpunkt) auch recht wunderlich zu. Dort hatten die in weiße Kittel gekleideten Mädchen und Jungen Wasser im Mund. Das spuckten sie aus, rieben sich mit einem Wattestäbchen in der Wange und steckten das Stäbchen in einen kleinen Messzylinder. Alles dreimal.

Den Mund mit Wasser spülen und anschließend das Wattestäbchen in der Wange drehen Foto: Karin Riggelsen

Anschließend musste der sogenannte Zellkern aufgebrochen werden. Es wurden Ethanol-Spiritus und eine Lösung aus Natriumzitrat, Salz und Spülmitteln in den Messzylinder gegossen. Dann kam das, worauf alle gewartet hatten: Im durchsichtigen Glas entstand ein bis zu zwei Meter langer weißer dünner Faden. Die Kinder hatten ihren eigenen genetischen Fingerabdruck sichtbar gemacht.

Ein Blick in eine andere Welt

Das faszinierte viele. Sie bestaunten das Netz aus Fäden im Glas, das zusammengerollt vor ihnen lag. Sie lachten, witzelten und schauten erneut – in eine andere Welt. Anschließend wurde jeder einzelne der DNA-Fäden von den beiden DGN-Lehrern Simon Beers und Finn Logemann vorsichtig mit Stäbchen in einen kleinen Kettenanhänger mit Glycerin gelegt und zugeschraubt.

Simon Beers beim Transport des DNA-Fadens in den Schmuckbehälter Foto: Karin Riggelsen

So konnten die Jugendlichen ihre eigene DNA mit nach Hause nehmen. Diese kann sich wegen des Glycerins sehr lange halten. „Ein bis zwei Jahre“, versprach Simon Beers, der beim DGN Mathematik und Physik unterrichtet.    

Acht Schulen werden besucht

Das Deutsche Gymnasium Nordschleswig reist seit 2011 zu den verschiedenen Schulen der deutschen Minderheit, um bei den Schülerinnen und Schüler das Interesse für die Naturwissenschaften zu fördern.

Jedes Jahr werden neue Experimente gemacht. Die zweite Herausforderung des Montags war eine Streichholzrakete, die die Mädchen und Jungen ebenfalls mit nach Hause nehmen durften. Das DGN besucht in diesem Jahr acht verschiedene Schulen. Die DSS in Sonderburg war die erste Station.

Schwer zu sehen, aber der DNA-Faden liegt zusammengerollt im Anhänger. Foto: Karin Riggelsen
So sieht der DNA-Faden aus. Foto: Karin Riggelsen
DGN-Schulleiter Jens Mittag (l.) und Finn Logemann zeigten vorab, wie der Test gemacht wird. Foto: Karin Riggelsen
Zwei Mädchen bei der Speichelprobe Foto: Karin Riggelsen
Mehr lesen

Deutsche Minderheit

Sommerausflug ins Kunstmuseum: Mit Kurator Carstensen durch die Ausstellung

Tondern/Tønder „Res Publica“ – auf Deutsch: Die öffentliche Sache – ist der Name einer Sonderausstellung im Tonderner Kunstmuseum. Es geht dabei um das Verhältnis zwischen Kunst und Öffentlichkeit. Wer erfahren möchte, wie und warum der deutsch-dänische Künstler und Kunstprofessor Claus Carstensen die Werke ausgesucht hat, ist bei einer besonderen Museumsführung der deutschen Vereine in Tondern bestens aufgehoben.