Schleswig-Holstein & Hamburg

Streit um AKW-Schutt: Albrecht in Lübecker Bürgerschaft

Streit um AKW-Schutt: Albrecht in Lübecker Bürgerschaft

Streit um AKW-Schutt: Albrecht in Lübecker Bürgerschaft

dpa
Lübeck (dpa/lno) -
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Schleswig-Holsteins Umweltminister Jan Philipp hört im Plenarsaal des Landtags einem Redner zu. Foto: Axel Heimken/dpa

Schleswig-Holsteins Umweltminister Jan Albrecht (Grüne) will am Donnerstag in der Sitzung der Lübecker Bürgerschaft noch einmal die Gründe für seine Anordnung zur Einlagerung von freigemessenem Bauschutt aus dem Kernkraftwerk Brunsbüttel erläutern. Der Besuch sei schon länger geplant und keine Reaktion auf den aktuellen Streit zwischen dem Minister und Lübecker Kommunalpolitikern, sagte Ministeriumssprecher Patrick Tiede am Dienstag.

Eine Mehrheit der Lübecker Bürgerschaft weigert sich, den nicht-atomaren Abfall aufzunehmen und hat eine repräsentative Bürgerbefragung zu dem Thema angekündigt. Die Kommunalpolitiker sehen in dem Abfall trotz aller gegenteiligen Angaben des Ministeriums ein Gesundheitsrisiko. Sie fordern, dass Albrecht seine Anordnung am Donnerstag zurücknimmt.

Der Minister hatte im Januar die Deponien in Lübeck und Johannisthal im Kreis Ostholstein verpflichtet, bis 2022 insgesamt mehr als 17 000 Tonnen des nicht-radioaktiven Abfalls aufzunehmen. Dagegen regt sich auch im Kreis Ostholstein Widerstand. Der private Betreiber der Deponie Johannisthal hat bereits eine Klage dagegen angekündigt.

Bei dem Abfall handelt es sich nach Angaben des Umweltministeriums um normalen Bauschutt, von dem eine Strahlung von höchstens zehn Mikrosievert pro Jahr ausgeht. Die natürliche Strahlenbelastung liegt den Angaben zufolge in Deutschland im Jahr bei durchschnittlich 2100 Mikrosievert.

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