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Miniatur-Wunderland: Bald Eintrittswechselmodell?

Miniatur-Wunderland: Bald Eintrittswechselmodell?

Miniatur-Wunderland: Bald Eintrittswechselmodell?

dpa
Hamburg (dpa/lno) -
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Frederik (r) und Gerrit Braun, Gründer und Geschäftsführer des Miniaturwunderlandes. Foto: Christian Charisius/dpa/Archivbild

Mit Blick auf die Corona-Impfungen gibt es immer wieder Forderungen, Kultur- und Freizeiteinrichtungen zumindest für Geimpfte zu öffnen. Auch die Macher des Miniatur-Wunderlandes haben darüber nachgedacht, die Idee verworfen und eine andere ins Spiel gebracht.

Könnte ein Eintrittswechselmodel für geimpfte und nicht-geimpfte Menschen eine wirtschaftliche Perspektive für Kultur- und Freizeiteinrichtungen in Corona-Zeiten bieten? Diese Frage haben die Macher des Hamburger Miniatur-Wunderlandes aufgeworfen. «Das könnte eine Lösung sein, wenn ein Impfangebot für alle da ist und die Abstandsregeln bis dahin nicht fallen», sagte Geschäftsführer Frederik Braun am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. Ihren Betrieb nur für Geimpfte zu öffnen, sei für das Brüderpaar Frederik und Gerrit Braun keine Option, sagten sie zudem in einem auf Youtube veröffentlichten Video. Sie könnten diese Vorschläge verstehen, «aber das ist keine Lösung, es grenzt andere Menschen aus», sagte Frederik Braun dazu. Zudem seien die Brüder gegen eine «Impfpflicht durch die Hintertür».

Eine Öffnung mit nur 25 Prozent sei hingegen wirtschaftlich nicht machbar, sagte Gerrit Braun. Mit den vermutlich noch lange geltenden Abstandsregeln würden «Teile der Kultur wirklich ihren Todesstoß erfahren». Die Abstandsregeln seien nicht falsch, betonten die Brüder. Aber wegen der Corona-Regeln sei eine Perspektive nötig. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.

Stattdessen hätten sie überlegt, ob ein abwechselnder Einlass eine langfristige Lösung bieten könnte. «Zum Beispiel: An allen ungeraden Tagen lässt das Wunderland alle rein - Ungeimpfte, Geimpfte. Mit Abstand und Mundschutz, so dass man sich hier sicher fühlen kann und wir machen wenig Umsatz», sagte Frederik Braun weiter. An den anderen Tagen dürften dann alle rein, die sich bereits impfen lassen konnten und wollten - ohne Mundschutz und Abstandsregeln. «Aber an dem Tag ist es dann halt voll. Das ist dann der Nachteil für diejenigen. (...) Aber wir machen den Umsatz, den wir brauchen.» Mit dieser Mischung könne der Umsatz rein rechnerisch verdoppelt werden. «Wir können als Kultur zumindest eine Zeit lang länger überleben und haben eine Perspektive.»

Diese Idee sei lediglich ein Vorschlag, der auch viele Fragen offen lasse. Die Macher des Miniatur-Wunderlandes wollten damit sensibilisieren und erfahren, wie die Idee ankommt. «Ist es ein solidarischer Kompromiss, den man als Ungeimpfter auch tragen kann - ohne dass man sich ausgegrenzt fühlt?», sagte Braun mit Blick auf das Online-Buchungssystem des Miniaturwunderlandes, das in den nächsten Wochen vorbereitet werden soll.

Die ersten Reaktionen auf das Video seien «überwältigend», sagte Frederik Braun der dpa. «Es gab überhaupt keinen Shitstorm. Wir wurden viel dafür gelobt, dass wir nicht nur schwarz-weiß sehen und nach vorne denken.» Nun warte er auf Reaktionen von Politikern und Virologen.

Mit sonst 1,4 Millionen Besuchern im Jahr zählt das Miniatur-Wunderland mit seiner riesigen Modelleisenbahn neben dem Tierpark Hagenbeck zu den größten Touristenattraktionen der Hansestadt.

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