Gesundheit und Digitalisierung

Mit dem Handy zu Bett gehen: Wie das Smartphone den Schlaf beeinträchtigt

shz.de
Flensburg
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Die Schleswig-Holsteiner sind laut einer Studie mit ihrem Schlaf so zufrieden wie der Durchschnittsdeutsche. Dennoch gibt es Faktoren, welche die Nachtruhe stören. Ganz oben dabei: das Smartphone.

Eigentlich muss man am nächsten Tag wieder früh raus doch im Bett greift man noch eben zum Handy und schnell sind ein, zwei Stunden verstrichen, in denen man schon längst schlafen wollte. Jeder Dritte benutzt vor dem Schlafengehen noch das Smartphone – so lautet aktuell das Ergebnis einer repräsentativen Befragung unter 4.000 Deutschen durch das Meinungsforschungsinstitut Ipsos Observer im Auftrag der Barmer Krankenkasse.

„Die Digitalisierung bietet im Alltag enorme Chancen und Potenziale. Unsere Befragung zur Schlafgesundheit in Deutschland zeigt aber auch, dass es sinnvoll ist, nicht permanent online zu sein“, sagt Prof. Dr. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer. Denn ausreichender und guter Schlaf sei Voraussetzung für körperliche und seelische Gesundheit, so Straub.

In einer typischen Arbeitswoche schlafen rund 38 Prozent der Befragten nur sechs Stunden und weniger. Fester Bestandteil vor dem Zubettgehen sind dabei für zwei von fünf Befragte Smartphone und Fernseher. Jeder Fünfte nutzt noch den Laptop davor. Doch nicht nur elektronische Geräte halten die Deutschen vom Schlafen ab. Vor allem Stress, Sorgen und Probleme privater Natur sind die am häufigsten genannten Störfaktoren, gefolgt von gesundheitlichen Problemen und beruflicher Belastung.

Der erste Blick gilt dem Handy

Bereits direkt nach dem Aufstehen greifen zwei Drittel der Befragten ebenfalls wieder zum Handy: So werden 30 Prozent noch im Bett medial aktiv, 28 Prozent beim Frühstück und weitere 19 Prozent kurz bevor sie die Wohnung verlassen. Morgens lassen sich über ein Viertel vom Handy wecken und nur jeder Siebte wird noch ganz traditionell von einem Wecker aus dem Schlaf geholt.

Von Tools zur Schlafanalyse und Digital Detox

Wenig verbreitet im Gegensatz zu der Menge an elektronischen Geräten im Schlafzimmer sind digitale Helfer, wenn es um das Thema Schlafen geht. Nur etwa sechs Prozent geben an, ihren Schlaf mit Hilfe eines Fitnesstracker-Armbands analysieren zu lassen und gerade einmal vier Prozent verwenden dazu eine App auf dem Smartphone. Dahingegen sagen etwa 39 Prozent aus, bewusst elektronische Geräte aus dem Schlafzimmer zu verbannen. Ein Drittel aller Befragten hält generell digitales Fasten für wichtig und wertvoll und etwa jeder Vierte würde dies auch in den nächsten Monaten in Angriff nehmen.

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