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„Wir sind ein Teil Dänemarks“ – deutsche Minderheit erstmals beim königlichen Neujahrsempfang

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Hinrich Jürgensen, Hauptvorsitzender des BDN, wird die deutsche Minderheit beim Neujahrsempfang des dänischen Königshauses 2026 in Christiansborg Slot repräsentieren (Archivbild).

Zum ersten Mal ist der Bund Deutscher Nordschleswiger beim traditionellen Neujahrsempfang des dänischen Königshauses vertreten. Hinrich Jürgensen, Hauptvorsitzender des BDN, sieht darin ein deutliches Zeichen der Anerkennung der deutschen Minderheit in Dänemark – und einen Meilenstein in der Beziehung zum Königshaus. Er erklärt die Bedeutung dieser Geste.

Erstmals in der jahrhundertealten Tradition der royalen Neujahrskuren erhält auch die deutsche Minderheit in Nordschleswig eine offizielle Einladung. Am 6. Januar 2026 wird Hinrich Jürgensen, Hauptvorsitzender des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN), die Minderheit beim „Store Nytårskur“ auf Christiansborg Slot vertreten.

„Das ist eine große Überraschung, und es freut mich sehr, dass man uns als Minderheit mitdenkt bei einer solchen Veranstaltung“, sagt Jürgensen im Gespräch. „Dies ist ein Ausdruck der Wertschätzung der deutschen Minderheit in Dänemark.“

Mit der Reform der Neujahrskuren öffnet König Frederik X. das Königshaus für ein breiteres gesellschaftliches Spektrum: Neben Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern sowie traditionellen Würdenträgern werden künftig auch Organisationen eingeladen, die soziale, kulturelle oder gesellschaftliche Gruppen repräsentieren. Die Zahl der Organisationen wächst von etwa 30 auf rund 100 – darunter auch das dänische Minderheitenpendant, die Sydslesvigsk Forening (SSF).

Ein gewachsener Kontakt zum Königshaus

Für Jürgensen ist die Einladung vor allem ein politisches und gesellschaftliches Signal. „Es freut mich, dass man seit einigen Jahren einen immer engeren Kontakt hat“, sagt er.

Der BDN-Hauptvorsitzende kennt das Königshaus aus mehreren Begegnungen: Schon 2008, damals noch Kronprinz, besuchte Frederik die deutsche Minderheit in Nordschleswig. Jürgensen traf ihn zudem auf dessen Yacht und bei einer Audienz anlässlich der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes. „In den letzten Jahren ist das Verhältnis zum Königshaus stetig gewachsen“, fasst er zusammen.

Dass diese Entwicklung nun in einer offiziellen Einladung mündet, sieht er als Bestätigung eines langen Prozesses: „Für mich persönlich ist es ein Highlight, dort erscheinen zu dürfen. Aber vor allem freut es mich für die Minderheit, dass uns diese Anerkennung gezeigt wird – dass wir ein Teil Dänemarks sind.“

Diese Wertschätzung erlebte die deutsche Minderheit laut dem BDN-Hauptvorsitzenden auch schon bei früheren Anlässen. 2020 sagte Staatsministerin Mette Frederiksen (Soz.) zum 100. Jahrestag der Grenzziehung auf Deutsch: „Auch ihr gehört zu Dänemark!“ Nun werde dies durch die Einladung ins Königshaus noch einmal verdeutlicht. „Genau das wird bei diesem Empfang sichtbar“, so Jürgensen.

Tradition trifft Erneuerung

Die Neujahrskuren gehen bis ins 17. Jahrhundert zurück und sind seit jeher ein Symbol für die Verbindung zwischen Monarchie und Gesellschaft. Historikerin Emma Rønberg Paaske ordnet die Öffnung laut „Ritzau“ so ein: „Das Königshaus soll das heutige Dänemark widerspiegeln. Deshalb ist es notwendig, Traditionen zu erneuern und alle Teile der Gesellschaft einzubeziehen.“

Die royalen Neujahrskuren in Dänemark

(Quellen: Kongehuset, Ritzau)