Faustball-WM 2019

Nordschleswigs „Æ Mannschaft“ macht sich bereit

Jan Peters
Jan Peters Hauptredaktion
Kivsberg/Knivsbjerg
Zuletzt aktualisiert um:
Der deutsche U21-Faustball-Nationaltrainer Roland Schubert erklärt den Spielern eine Schlagtechnik. Foto: Jan Peters

BDN und DJN lassen die Traditionssportart wieder aufleben. Erstes Training mit deutschem Nationaltrainer erfolgreich abgeschlossen.

„Die Faustball-Weltmeisterschaft ist erreichbar“, sagt Lasse Tästensen, Vereinskonsulent des Deutschen Jugendverbands für Nordschleswig (DJN). Die Aussage kommt jedoch nicht von ihm, sondern er zitiert einen, der es wissen muss, nämlich Roland Schubert, dem deutschen U21-Faustball-Nationaltrainer. Er war am vergangenen Wochenende zu Gast in Nordschleswig und leitete das erste Training der angehenden dänischen Faustball-Nationalspieler, das auf dem Knivsberg stattfand.

Unter „Æ Mannschaft“, so der Plan von BDN-Kulturkonsulent Uffe Iversen, BDN- Koordinator Thore Naujeck sowie Lasse Tästensen, sollen Nordschleswiger im Jahr 2019 bei der Faustball-Weltmeisterschaft in der Schweiz mitmachen. Beim ersten Trainingswochenende trafen sich elf Spieleraspiranten.

Einige von ihnen waren Anfänger und hatten, wie Christian Lorenzen, der in Rinkenis aufwuchs, über die sozialen Medien von dem Vorhaben erfahren. Andere, wie Kurt Asmussen, der selbst noch in Nordschleswig Faustball gespielt hatte, konnten ihre Erfahrungen weitergeben. Er war extra aus Deutschland angereist. Er sorgte außerdem mit seinen internationalen Kontakten für den Kontakt zu Trainer Roland Schubert aus Berlin. Der sei gleich begeistert von der Idee gewesen, den Faustball in Nordschleswig wieder aufleben zu lassen. Doch nicht ganz ohne Hintergedanken sei er dabei nicht gewesen, erklärt er. „Wir sind als Faustball-Verband daran interessiert neue Länder zu aktivieren und den Sport größer zu machen. Das ist dann ein Gewinn für den internationalen Faustball-Sport“, sagt er.

An weiterer Unterstützung fehlt es den Nordschleswigern nicht, denn auch von Vereinen aus Schleswig-Holstein sind schon Angebote gekommen, ihnen Starthilfe zu geben, unter anderem in Form von Trainingsbesuchen. Beim ersten Training war auch Thorsten Lorenzen. Er lebt zur Zeit in Aarhus, wollte aber gern bei dem Projekt mitmachen. Aufmerksam darauf wurde er durch persönliche Gespräche mit Uffe Iversen, Lasse Tästensen und Thore Naujeck. Er bringt keine Erfahrung in der Nischensportart mit. „Doch es macht Spaß und ich will auf jeden Fall weitermachen“, sagt er. „Und das ist der Vorteil des Sports“, erklärt Trainer Schubert, „das Spiel eignet sich sehr gut für alle. Es ist prädestiniert für den Schulsport, denn auch weniger begabte können sich dort einbringen“, fährt er fort.

Trainer zufrieden

Er sei sehr zufrieden mit dem Training und den Spielern, die gekommen sind. Er könne sich sogar vorstellen, schon bei der Europameisterschaft im Jahr 2018 eine Mannschaft zu stellen. „Wichtig ist, dass viel gespielt wird, denn so können Erfahrungen gesammelt werden“, meint er. Zufrieden mit dem Training zeigt sich auch Lasse Tästensen. Der Vereinskonsulent ist froh, dass so viele Spieler den Weg zum Knivsberg gefunden haben. „Fünf Spieler stehen als Mannschaft auf dem Feld. So können wir sicher sein, dass wir mindestens ein Team stellen können“, sagt er. „Außerdem war die Qualität des Trainings durch Trainer Roland Schubert auf sehr hohem Niveau und so konnte sich schnell ein Spiel entwickeln. Und das mit Spielern, die vorher noch nie Faustball gespielt hatte“, berichtet er.

Nun wird bei BDN und DJN überlegt, wie es weitergeht. „Wir schauen, ob wir ein wöchentliches Training anbieten können oder ob wir nur an Wochenenden trainieren wollen. Es ist aber auch angedacht, den Sport in die Schulen und Vereine zu bringen“, erklärt der Vereinskonsulent.
Und das ist auch eine Forderung, die der deutsche Nationaltrainer Schubert mitbringt. Er möchte einen „nachhaltigen Faustballsport in Nordschleswig etablieren. Die Jugendarbeit gehört da einfach dazu“, findet er. Nur unter der Voraussetzung sei er bereit, die Faustballer aus Nordschleswig auch weiterhin zu unterstützen.

Mehr lesen