Deutsche Minderheit

Knivsbergfest: Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

Knivsbergfest: Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

Knivsbergfest: Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

Apenrade/Aabenraa
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Thore Naujeck (r.), Friederike Louisa Schmidt („Lulu“) und Uffe Iwersen (im Hintergrund) bei den Planungen für das Knivsbergfest Foto: Gwyn Nissen

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Im Interview mit dem „Nordschleswiger“ gibt die Teamkoordinatorin beim Jugendverband, Friederike Louisa Schmidt (Lulu), einen Einblick in den Stand der Planungen für das große Fest der Minderheit am Sonnabend, 18. Juni 2022.

„Wir sind ein tolles Team, das viel Erfahrung darin hat, das Knivsbergfest auszurichten. Dadurch liegt die Arbeit gut verteilt in mehreren Händen“, antwortet Friederike Louisa Schmidt, besser bekannt unter dem Namen Lulu, sogleich auf die Frage des „Nordschleswigers“, wie denn der aktuelle Stand bei den Vorbereitungen für das diesjährige Fest der Minderheit sei.

Und deshalb können sowohl die Organisatoren als auch die Besucherinnen und Besucher mit viel Freude auf den festlichen Höhepunkt des Jahres blicken.

Programm weitgehend geplant

Friederike Schmidt arbeitet als Teamkoordinatorin beim Deutschen Jugendverband für Nordschleswig mit Sitz auf dem Knivsberg. „Das meiste steht“, versichert sie fröhlich. So wisse man, welche Zelte für die Verbandsallee bestellt sind und kenne die Bedürfnisse der Verbände und Vereine wie beispielsweise dem Bund Deutscher Nordschleswiger (BDN), dem Sozialdienst, der Schleswigschen Partei oder der Deutschen Bücherei.

Wir haben uns die Evaluierung vom vergangenen Jahr zu Herzen genommen.

Friederike Louisa Schmidt (Lulu), Teamkoordinatorin beim Jugendverband

Auch das Jugendprogramm ist bereits geplant. „Da haben wir uns die Evaluierung vom vergangenen Jahr zu Herzen genommen. Für die älteren Schüler hatte es letztes Mal nicht so viele Angebote gegeben. Deshalb haben wir jetzt einen Workshop mit Lehrern gehabt und diskutiert, worauf die Jugendlichen Lust haben, und wir haben auch mit ihnen selbst gesprochen, sodass wir jetzt Programmpunkte gezielt für sie eingebaut haben“, sagt Friederike Schmidt.

Von Batik-Workshop bis Lotto und Abendprogramm

Als ein Beispiel nennt sie einen Batik-Workshop, bei dem T-Shirts oder anderer Stoff mit bunten Farben bereichert werden kann. Auch überlegen die Jungen Spitzen und der Aktivclub Apenrade, ein in Eigenregie organsierter Mitgliedsverein von Jugendlichen, selbst Aktionen durchzuführen. Und für die ganz Kleinen soll es ein Krabbelzelt geben.

Während vor allem die Jüngeren auf dem Knivsbergfest herumtollen und sich viele Erwachsene über ein Wiedersehen mit alten Bekannten freuen, ist die Zahl der 20- bis 30-Jährigen, die sich auf dem Berg tummeln, im Laufe des Tages eher gering. Dafür tauchen sie dann vermehrt abends auf, und da wird es auch in diesem Jahr wieder Lotto und ein Konzert geben. Zudem komme auch ein DJ für das Abendprogramm, versichert Friederike Schmidt.

Bessere Organisation beim Catering

Ein wenig anders soll das Catering vonstattengehen. Im vergangenen Jahr war es zu einer langen Schlange vor dem Festzelt gekommen. Dieses Jahr soll es, je nach Wetterlage, auch teilweise offen sein, sodass Getränke aus dem Zelt heraus ausgegeben werden können. Und es soll besser kommuniziert werden, wo welche Essensausgabe ist, denn für die Schulen gibt es einen anderen Standort.

Zwar versuchen wir jedes Jahr, Ideen und Impulse mitzunehmen. Man muss aber auch bedenken, dass der Berg und der Platz dort endlich sind.

Friederike Louisa Schmidt (Lulu), Teamkoordinatorin beim Jugendverband

Das Konzept für das Fest bleibt dennoch im Großen und Ganzen das Gleiche. „Zwar versuchen wir jedes Jahr, Ideen und Impulse mitzunehmen. Man muss aber auch bedenken, dass der Berg und der Platz dort endlich sind“, sagt Friederike Schmidt.

Bügelbilder mit Bob dem Baumeister

Allerdings habe das Organisationsteam auch die Erfahrung gemacht, dass, wenn man mal etwas weglässt, es dann gleich vermisst wird. Im vergangenen Jahr gab es zur Enttäuschung vieler Kinder und auch so mancher Erwachsenen zum Beispiel keine Bügelbilder. So war es nicht möglich, eigene T-Shirts mit Bob dem Baumeister, einem Auto oder einer Blume zu personalisieren.

„Zwar hatten wir das auch letztes Jahr versucht, aber wir hatten eine zu schlechte Folie, die sich nicht gut aufbügeln ließ. Jetzt ist Jana wieder aus dem Mutterschutz zurück, und Jana weiß, welche Folie die richtige ist“, lacht Friederike Schmidt.

Kein Handball – dafür Faustball

Handballturniere wird es auch in diesem Jahr keine geben, ein Umstand, den bereits im vergangenen Jahr langjährige Besucherinnen und Besucher des Knivsbergfestes bedauert haben. Doch es hatte sich keine Handballmannschaft gemeldet, und wenn dann nur einzelne Spielerinnen und Spieler Interesse bekunden, könne der Altersunterschied schnell zu groß werden, gibt Friederike Schmidt zu bedenken.

„Wir haben das nicht vorsätzlich entschieden. Die Leute wollen scheinbar lieber Faustball spielen. Lasse sagte bei seiner Verabschiedung, dass er wahrscheinlich dennoch als der Leiter in Erinnerung bleiben wird, der das Handballturnier abgeschafft hat“, sagt sie schmunzelnd mit Verweis auf das Ausscheiden von Lasse Tästensen als Abteilungsleiter des Jugendverbandes.

Die Leute wollen scheinbar lieber Faustball spielen.

Friederike Louisa Schmidt (Lulu), Teamkoordinatorin beim Jugendverband

Dieser hatte seinen Posten Ende April verlassen, und seitdem hat Thore Naujeck als neuer Leiter die Federführung übernommen. Und das mit tatkräftiger Unterstützung von Lulu, die als Teamkoordinatorin „den Hut aufgenommen hat“, wie sie selbst sagt. Schließlich habe sie Kontakt zu allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf dem Berg und zu den Sportlehrkräften und kann so dafür sorgen, dass die Kommunikation zwischen Jugendverband, Vereinen, dem BDN und dem Knivsberg bestens funktioniert.

„Eine absolute Teamleistung“

Insgesamt sind derzeit rund 25 Personen mit den Planungen und Vorbereitungen beschäftigt. „Wir treffen uns regelmäßig in der großen Runde, und in den zwei Wochen vor dem Fest werden wir täglich zusammenkommen, um zu sehen, wer noch Hilfe braucht und wie der aktuelle Stand ist“, erklärt Friederike Schmidt.

Schließlich funktioniere das Knivsbergfest nur, weil alle gemeinsam mit anpacken. So organisieren die Sportlehrkräfte vom Jugendverband die Sportturniere. Zwei Personen kümmern sich um den Transport von den Schulen und um die Parkmöglichkeiten. Wieder andere sorgen dafür, dass die Tornetze aufgespannt und die Plätze gekreidet sind. Und es gibt auch jemanden, der danach schaut, ob die Disteln rund um das Beachvolleyballfeld rausgerissen wurden.

Bis zum 18. Juni ist noch einiges zu tun

„Das Knivsbergfest ist eben eine absolute Teamleistung“, sagt Friederike Schmidt.

Bis die Kaffeetafel im Haus Knivsberg, das Abenteuerland, Bungee-Trampolin, Hüpfkissen und die Segway-Gefährte für die vielen Besucherinnen und Besucher am 18. Juni bereit sind, wird es noch einiges zu tun geben.

Aber eines ist sicher: „Sie können sich auf das Knivsbergfest freuen, was wir alle lieben. Es wird wieder ein Familienfest, bei dem man zusammenkommt und es ganz gemütlich hat.“

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