Nachruf

Hermann Heil in memoriam

Hermann Heil in memoriam

Hermann Heil in memoriam

Apenrade/Aabenraa
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Foto: Archiv

Der ehemalige Hauptgeschäftsführer des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN), Hermann Heil, ist am Montag nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 83 Jahren verstorben. Der Finanz- und Haushaltsexperte engagierte sich in großen und kleinen Vereinen und Organisationen gleichermaßen.

Der ehemalige Hauptgeschäftsführer des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN), Hermann Heil, ist am Montag nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 83 Jahren verstorben.

Hermann Heil war von 1962 bis 2002 im Generalsekretariat der deutschen Minderheit in Apenrade tätig. Der gebürtige Tonderaner sorgte dafür, dass die gesamte Finanzstruktur des Bundes Deutscher Nordschleswiger in den 1970er Jahren als Gesamthaushalt neu gestaltet wurde. Der Finanz- und Haushaltsexperte trug so dazu bei, dass die Zusammenarbeit des BDN mit Politikern in Kiel und – damals – Bonn stark vereinfacht und verbessert wurde. Ehemalige Kollegen aus dem Generalsekretariat erinnern sich an Hermann Heil als außerordentlich hilfsbereiten und loyalen Mitarbeiter, den man nie vergebens um Hilfe und Rat bat.

Als Ehrenamtler engagierte er sich in großen und kleinen Vereinen und Organisationen gleichermaßen. Ob als Vorsitzender des Kindergartens Margrethenweg, Vorstandsmitglied im Apenrader MTV oder als Mitglied im Kuratorium der gemeinnützigen Hermann-Niermann-Stiftung von 1993 bis 2007. Auch in der Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen (FUEN) war Hermann Heil ehrenamtlich aktiv, viele Jahre war er Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft deutscher Minderheiten in der FUEN und trug mit seinem Fachwissen dazu bei, die Strukturen von Minderheiten in Osteuropa mitaufzubauen.

Als Regionalpolitiker prägte er für die Schleswigsche Partei von 1974 bis 1989 das Sønderjyllands Amt. Als Mitglied des Ökonomieausschusses wurde Hermann Heil mit seiner Haushalts-Expertise von Amtsbürgermeister Erik Jessen sehr geschätzt und auch beim Bau des damals neuen Krankenhauses in Apenrade war Hermann Heil federführend. 2002 erhielt er den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland, insbesondere für seine Tätigkeit für die deutschen Volksgruppen in Ostmittel-, Mittel- und Südosteuropa sowie für das Engagement für die Minderheit im deutsch-dänischen Grenzland. Heil, so kam es damals in der Laudatio zur Sprache, habe unter anderem „das Rahmenübereinkommen des Europarates zum Schutz nationaler Minderheiten sowie die Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen mit Leben erfüllt und umgesetzt“.

Hermann Heil war mit Elke Heil verheiratet. Das Ehepaar konnte Anfang des Jahres Goldene Hochzeit feiern und lebte in den vergangenen Jahren in seiner Wohnung an der Apenrader Rugkobbel. Das Paar hat drei Söhne, Klaus lebt mit Familie in Tondern, Uwe arbeitet als Lehrer an der DPA und Gerd lebt in Kopenhagen. Hermann Heil war vielfacher Großvater und zweifacher Urgroßvater.

Die Trauerfeier findet am Freitag, 19. Oktober, um 13 Uhr in der Friedhofskapelle in Apenrade statt.

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