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Grenzgartenschau: Apenrade zögert mit finanzieller Zusage

Sara Wasmund
Sara Wasmund Hauptredaktion
Sonderburg/Flensburg
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Foto: Marijan Murat/Archiv dpa/lsw (Symbolbild)

Nun liegt ein konkreter Projektvorschlag für die ab 2020 geplante Grenzgartenschau vor. Sonderburg und Flensburg stimmten dem Konzept zu. Ein Partner hat noch keine Meinung.

Ein schwimmender Garten auf der Förde, eine künstlerisch gestaltete Wanderstrecke durch Süd- und Nordschleswig und eine deutsch-dänische Schlossroute: Erstmals liegt ein konkreter Projektvorschlag für die ab 2020 geplante Grenzgartenschau vor. Gestern hat der zuständige Sonderburger Ausschuss über die Entwürfe beraten – und zugestimmt. In Flensburg hat man das Konzept in dieser Woche ebenfalls politisch abgenickt.

Doch in der Kommune Apenrade, dem dritten Projektpartner, steht eine Entscheidung über eine Projektbeteiligung noch aus. Ein Umstand, der Unsicherheit hervorruft. „Das Projekt, wie es geplant ist, kann nur mit Apenrade durchgeführt werden und daher hoffe ich stark, dass es bei der Zusammenarbeit bleibt“, sagt Stephan Kleinschmidt (SP), Vizebürgermeister und Projektpartner aus Sonderburg.
Grund für die Sorge: In Apenrade stand das Projekt nicht – wie erwartet und in Flensburg und Sonderburg der Fall – auf der September-Tagesordnung des zuständigen Ausschusses. Macht Apenrade einen Rückzieher aus der gemeinsamen Grenzgartenschau? Der Vorsitzende des zuständigen Ausschusses, Philip Tietje (V) vermochte gestern keine Antwort darauf zu geben.

Nicht auf der Tagesordnung

„Das Thema stand jedenfalls nicht auf der Tagesordnung und es war auch nicht vorgesehen. Es ist ja auch eine Frage der kommunalen Haushaltsverhandlungen“, so Tietje. Mehr wollte er gestern dazu nicht sagen.
Das mit dem Konzeptvorschlag beauftragte Hamburger Planungsbüro schlägt in dem neuen Entwurf drei Initialprojekte vor: Einen schwimmenden Garten, der auf einem Schiff zwischen Apenrade, Sonderburg und Flensburg verkehrt und Besucher an Bord nimmt.

Zudem eine Kunst- und Kulturroute für Wanderer und Radfahrer entlang der Förde und der dänischen Radwegestrecke N8. Und als drittes eine Schlossroute durch das deutsch-dänische Grenzland. Der Arbeitstitel des Konzeptes: „Grenzüberschreitende und wachsende Gartenschau“.
„Die Initialprojekte sollen das bindende Glied zu den Standortprojekten sein“, so Stephan Kleinschmidt.
Als feste Projektorte sind das Gravensteiner Schloss, Brundlund Schloss, der geplante Apenrader „Genforningspark“, die Ochseninseln, Gendarmenpfad sowie Flensburger Museumsberg mit Christiansenpark vorgesehen. „Wichtig ist, dass das Gesamtvorhaben den Tourismus fördert, Kultur- und Naturerlebnisse stärkt und auf Nachhaltigkeit baut“, so der SP-Politiker.

Der nun vorgelegte Projektvorschlag habe seine Erwartungen erfüllt, der Sonderburger Ausschuss hat der Verwaltung ein klares Mandat erteilt, mit der Umsetzung zu beginnen. „Es ist ein Projekt, das 2020 beginnt und über die Jahre wächst“, unterstreicht der Ausschussvorsitzende. Die Initiatoren hoffen, dass die Grenzgartenschau als Interregprojekt gefördert wird, der gemeinsame Antrag müsste aber schon bis Ende Januar 2019 eingereicht werden. „Wir stehen im engen Dialog mit dem Interreg-Sekretariat, die wissen, dass wir das Projekt einreichen wollen“, so Kleinschmidt. Die Kosten für das Projekt sind mit 2,5 Millionen Euro veranschlagt. In Flensburg will man rund 50.000 Euro jährlich bis 2023 investieren, in Sonderburg sind für die Realisierung von „Ruter til en fælles natur-og kulturoplevelse i grænseregionen“ bis 2023 209.000 Euro veranschlagt. Doch ob und in welchem Umfang sich Apenrade finanziell beteiligen wird, ist offen.

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