Knivsbergfest 2019

Festrede mit Schlips und Visionen für 2020

Festrede mit Schlips und Visionen für 2020

Festrede mit Schlips und Visionen für 2020

Knivsberg
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Jasper Andresen spricht zu den Gästen. Foto: Karin Riggelsen

Auf dem Empfang im Theatersaal haben Festredner am Sonnabendmittag festgestellt: Das Knivsbergfest ist ein Pflichttermin – aber einer, der Spaß macht. Apenrades Bürgermeister Thomas Andresen streifte in seiner Festrede die Pläne für 2020, eine gemeinsame Grenzpolitik und das Streitthema Wildschweinzaun.

„Dann habe ich gedacht: Es ist ja schon ein klein bißchen Deutsch geprägt, Jakett und Schlips ist angesagt. Jetzt stelle ich fest: Ihr seid doch dänischer, als ich gedacht habe. Ich hätte den Schlips ablegen können, bevor ich reingekommen bin. Aber dann dachte ich: den sollt ihr haben!“

Mit dieser kleinen Anekdote eröffnete Andresen, seines Zeichens auch Vorsitzender des dänischen 2020 Präsidiums, seine Festrede. Zum zweiten Mal war er als Redner zu Gast, zuletzt vor fünf Jahren, als „frisch gewählter Bürgermeister“.

Seitdem habe er feststellen können: „Ihr redet nicht nur mit, ihr seid aktiv und konstruktiv, nicht zuletzt als Schleswigsche Partei.“ Die Minderheit übernehme Verantwortung und das, so Andresen, wisse er heute in seiner zweiten Amtszeit sehr zu schätzen.

Nachbarschaft, Grenze, lokale Perspektive

Er gab einen kurzen Überblick über die Themenschwerpunkte, die das Präsidium für 2020 gesetzt hat: Vom Selbstbestimmungsrecht der Völker über gute Nachbarschaft, der Umgang mit der Grenze bis hin zur großen europäischen sowie der lokalen Perspektive.

2020 solle kein Jahrmarkt, kein Tivoli werden, sondern ein Jahr, in der die verschiedenen Perspektiven der Grenzziehung aufgezeigt werden. Auch die, dass es nach 1920 nicht gleich Sonnenschein gegeben habe oder die Frage, wie die Grenze heute gestaltet wird.

„Migration, Grenzkontrollen und die Afrikanische Schweinepest bestimmen die Schlagzeilen. Gemeinsam kritisiere man die Grenzkontrollen, aber in der Frage des Zauns sehe man Unterschiede, so Andresen. Man solle den Zaun nicht symbolisch überfrachten, so Andresen, er sei eine notwendige Maßnahme, um die dänische Landwirtschaft und den Export zu schützen.

Die deutsche Minderheit sei in der Region einer der wichtigsten Brückenköpfe nach Deutschland, „die deutsche Minderheit spielt hier eine sehr wichtige Rolle“, so Andresen. „Ich würde mich freuen, wenn das so bleibt.“

 

 

 

 

Jasper Andresen hielt fest: „Unsere Maßnahmen haben gefruchtet, wir haben am Image gefeilt und zusammengearbeitet. Jetzt gilt es, die Strukturen zu festigen.

Man soll nicht nur aufs Knivsbergfest kommen, weil man von der Lehrerin in einen Bus gesetzt wurde oder weil man in einem Vorstand oder Gremium ist, und deshalb kommen muss. Man soll hier dabei sein, nicht weil man muss, sondern weil man möchte.“

Man habe das Glück gehabt, dass den Wünschen auch Taten gefolgt sind und die Bezuschussung für das Fest aufgestockt wurde. „Das nimmt uns in die Pflicht. Und ich möchte allen Organisatoren und Helfern danken, dass sie den Tag zu sowas besonderem machen.“

Anke Meyer von der deutschen Botschaft in Kopenhagen antwortete in der Folge: „Ich bin auch hier, weil ich hier sein muss, aber eben auch, weil ich mich darüber freue, dabei zu sein!“

Wer allzu sehr an die Zukunft denkt, verpasst die Gegenwart

Dass sich in diesem Jahr viel tut, hänge auch damit zusammen, dass große Ereignisse ihre Schatten vorauswerfen. „Das Knivsbergfest 2020 wird einer der Höhepunkte der 2020-Feierlichkeiten werden. Aber wer allzu sehr an die Zukunft denkt, verpasst die Gegenwart. Der Berg ruft, lassen wir ihn nicht zu lange warten.“

Das Frauenensemble der Nordschleswigschen Musikvereinigung unter Leitung der mitsingenden Dirigentin Susanne Heigold begeisterte das Publikum mit mehreren Liedern, wofür die acht Damen plus Pianist lang anhaltenden Beifall ernteten.

„Thomas, ich finde, du siehst blenden aus mit deiner Krawatte“ so die Schlussbemerkung vom Moderator des Empfangs, Uwe Jessen, Generalsekretär des Bundes Deutscher Nordschleswiger. Er freue sich schon jetzt auf den 20. Juni 2020 – dem Knivsbergfest und 100. Geburtstag der deutschen Minderheit.

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