Kultur

Wo früher Müllbunker vergraben waren, steht heute Kunst

Wo früher Müllbunker waren, steht heute Kunst

Wo früher Müllbunker waren, steht heute Kunst

Tondern/Tønder
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Die Bildhauerin Lisbeth Nielsen und Bürgermeister Jørgen Popp Petersen nahmen symbolisch die Enthüllung des Kunstwerkes vor. Foto: Brigitta Lassen

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Der historische Gråbrødretorv, der nach den früher in Tondern angesiedelten Franziskaner-Mönchen benannt ist, wurde einer durchgreifenden Verjüngungskur unterzogen. Die Bewohnerschaft ist zufrieden mit dem Ergebnis.

Wenn auch spät, so löste es dann doch Entsetzen aus, als unterirdische Müllbunker vor einigen Jahren auf dem kleinen Markt Gråbrødretorv in Tonderns historischer Altstadt vergraben wurden.

Den Hausbesitzerinnen und -besitzern, die in den engen Gassen kaum Platz für normale Abfalltonnen hatten, wurde so eine einfachere Abgabemöglichkeit eingeräumt. Doch auch wenn die Müllbunker auf dem romantischen Plätzchen unterirdisch waren, so zeugten unansehnliche, hässliche Installationen von dem, was im Erdreich schlummerte.

Die Müllbunker sind verschwunden und der Platz neu gepflastert (Archivfoto). Foto: Monika Thomsen

Die Fehldisposition wurde ausgemerzt. Im Rahmen der Sanierung der historischen Stadtmitte sind die Müllbunker wieder ausgebuddelt worden und der Platz ist neu gepflastert worden. Mit einer kleinen Rinne mit fließendem Wasser wird an den in der Nähe liegenden Hafen erinnert.

Die Bewohnerschaft feierte kürzlich die noch nicht ganz geschaffte Vollendung mit der Enthüllung eines Kunstwerkes. Bürgermeister Jørgen Popp Petersen und die Bildhauerin Lisbeth Nielsen, die Erschafferin des Kunstwerkes „Ung pige, 2009“, enthüllten zumindest symbolisch das kleine, aber feine Exponat.

Wie bei einer Taufe: Das Mädchen in Stein wird mit Wein getauft. Foto: Brigitta Lassen

Zwar musste kein Tuch entfernt werden, aber mit einem Gläschen Weißwein wurde auf das Erreichte angestoßen. Und das steinige Mädchen bekam von ihrer Erschafferin sogar einige Tropfen ins Haar geträufelt.

Ove holte das Mädchen nach Tondern

Dieses Kunstwerk ist in der gleichen Nielsen-Serie wie Emma entstanden, die seit 13 Jahren am Tonderner Mühlenteich steht. Auf Emmas „Schwester“ stieß der frühere Leiter des Tonderner Kunstmuseums, Ove Mogensen, der auch Mitglied des Kunstausschusses ist, der nach der 100-Jahr-Feier des Handelsvereins im Jahr 2006 mit 75.000 Kronen ausgestattet wurde, um Kunst für den öffentlichen Raum zu finden und zu platzieren.

Wie die „Hühner auf der Stange“ Foto: Brigitta Lassen
Bürgermeister Jørgen Popp Petersen im Gespräch mit der Künstlerin Lisbeth Nielsen Foto: Brigitta Lassen

Die Vorsitzende des Kunstausschusses, Solveig Andersen, meinte lächelnd bei der Enthüllung: „Wir haben auf jeden Fall einen besseren und schöneren Platz bekommen.“

Die Künstlerin Lisbeth Nielsen (l.), Ib Hansen, Vorsitzender des Gråbrødre-Quartiers, und Solveig Andersen. Foto: Brigitta Lassen

Ihr Ausschuss hat viel aus dem Startkapital gemacht, gut unterstützt von großzügigen, privaten Geldgebern (unter anderem das Ehepaar Antoni und Magda Andresen) und Stiftungen. Auch im Falle des jungen, nur 67 Zentimeter hohen Mädchens hat sich eine Privatperson, die anonym bleiben möchte, gefunden und hat den Kauf des Kunstwerkes finanziert.

Zweistelliger Millionenwert

Unter anderem ist im Mühlenpark eine Kunstausstellung unter freiem Himmel (Skultpurhaven) entstanden. Hier und in der Nähe des Rathauses stehen heute 17 Skulpturen namhafter Bildhauerinnen und Bildhauer in einem zweistelligen Millionenwert.

Nach der kleinen Feierstunde führten Jan Jensen und Alice Damm Nielsen die mehr als 50 Teilnehmenden durch den Park.

Kunst in zweistelligem Millionenwert ist im Park und beim Rathaus zu sehen, hier bei der Einweihung im Sommer 2018 (Archivfoto). Foto: Jane Rahbek Ohlsen
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