Badewasserqualität

„Viel Wirbel um nichts“: Wasserprobennahme am Süderstrand war fehlerhaft

„Viel Wirbel um nichts“: Wasserprobennahme am Süderstrand war fehlerhaft

„Viel Wirbel um nichts“: Fehlerhafte Probennahme auf Röm

Röm/Rømø
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Die früheren Proben wurden nicht vorschriftsgemäß entnommen. Foto: Mikkel Østergaard/BAM/Ritzau Scanpix

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Die Kontrolle der Wasserqualität auf Röm wurde bei zu flachem Wasserstand genommen. Die Proben führten zu irreführenden Ergebnissen.

„Das war viel Wirbel um nichts“, versichert Tina Bagge Bonnichsen, Abteilungsleiterin für den Bereich Technik und Umwelt der Kommune Tondern. Dabei nimmt sie Bezug auf die Badewasserqualität am Süderstrand auf Röm, wo die Kommune zweimal vom Baden abgeraten hatte. Im Badewasser sollen zu viele Kolibakterien gewesen sein.

Doch die Proben sind nicht nach Vorschrift und zu dicht am Strand entnommen worden, hat sich herausgestellt. „Das führt oft zu irreführenden Ergebnissen, da es so oft zu einer Verschmutzung des Wassers durch tierische Hinterlassenschaften am Strand kommen kann“, erklärt Bonnichsen.

Die am Donnerstag in der vergangenen Woche genommenen Proben seien korrekt. Die Ergebnisse waren einwandfrei, sodass die Kommune am vergangenen Sonnabend wieder Entwarnung geben konnte. Die eingeholte  Blaue Flagge konnte daher auch wieder gehisst werden.

Am Süderstrand kann ohne Bedenken gebadet werden (Symbolfoto). Foto: Viggo Hjort Kohberg

Um einwandfreie Ergebnisse zu bekommen, müssen die Proben ab einem gewissen Wasserstand durchgeführt werden. Die Kontrollen auf Röm fanden bei einem zu niedrigen Wasserstand am Strand statt, der oft bei Wind aus südwestlicher Richtung überschwemmt wird. Daher waren die Kontrolleure nicht zu der vorgeschriebenen Wassertiefe vorgedrungen.

Viele nicht stichhaltige Theorien

„Wir haben sofort gegrübelt, warum es zu den erhöhten Werten kommen konnte. Dazu gab es viele, nicht stichhaltige Theorien. In den Sand vergrabene Abwässer von Wohnmobilen, die Röm-Sylt-Fähre oder überlaufende Klärwerke nach Starkregen wurden als Ursache genannt. Aber nichts traf zu. Das Klärwerk der Insel hat zum Beispiel gar keinen Überlauf“, erläutert sie. 

„Als das Labor die aktuellen Proben nahm, geschah dies im tieferen Wasser, und die Werte waren prompt einwandfrei.  Das war also – wie man so schön sagt, – , ein Sturm in einem Wasserglas“, erkennt die Abteilungsleiterin.

Kommunikationsarbeit nicht optimal

Auch räumt Bonnichsen ein, dass die Benachrichtigung der Öffentlichkeit nicht ganz optimal gelaufen sei.  Die Menschen erfuhren nur auf Facebook in dänischer Sprache vom angeblichen Bakterienfund, obwohl sich gerade in der Hochsaison viele deutsche Feriengäste auf der Insel aufhalten. Darüber würde sie sofort mit der Kommunikationsabteilung sprechen, versprach Tina Bonnichsen.

Ist einem Strand die Blaue Flagge zuerkannt worden, setzt das eine einwandfreie Badewasserqualität voraus. Bis zum 15. September muss mindestens zehnmal in einem maximalen 17-täglichen Rhythmus kontrolliert werden. Laut der Bestimmung muss die Probe 30 Zentimeter unter der Wasseroberfläche entnommen werden.

 

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