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Privates Werk in Jeising will besseres Trinkwasser liefern

Privates Werk in Jeising will besseres Trinkwasser liefern

Privates Werk in Jeising will besseres Trinkwasser liefern

jeising/Jejsing
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Das Trinkwasser im Raum Jeising wird besser gefiltert. Foto: Imani/Unsplash

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Das „Sorgenkind“ der Kommune Tondern rüstet auf und investiert groß. Das Wasser hat jahrelang die Grenzwerte überschritten. Jetzt sollen Kohlefilter Schadstoffe abfangen.

Jahrelang hat das Wasserwerk für Jeising-Rohrkarr (Jejsing-Rørkær) die gesetzlichen Grenzwerte überschritten. Die Kommune Tondern hat in diesem Fall immer wieder ein Auge zugedrückt und eine Ausnahme gemacht.

Doch nun macht der Vorstand des genossenschaftlichen Wasserwerkes Nägel mit Köpfen. Im Wasserwerk werden aktive Kohlefilter eingebaut, die unerwünschte Inhalte wie beispielsweise Pestizide und Bakterien so weit abfangen, dass die Grenzwerte künftig eingehalten werden.

440 Haushalte werden versorgt

Das private Wasserwerk versorge 440 Haushalte im Raum Jeising, Rohrkarr, Hostrup und Solderup, erklärt der Vorsitzende Aksel Jensen. Die bautechnischen Änderungen, Material und Ausgaben für die elektrischen Installationen belaufen sich auf ungefähr 700.000 Kronen. „Deswegen haben wir auch den Wasserpreis in diesem Jahr um 20 Prozent erhöht, haben aber gleichzeitig auch Geld gespart, um die Investition finanzieren zu können“.

Elektriker Søren Christian Andersen und sein Kollege sorgen für die elektrischen Installationen. Andersen befindet sich in dem Raum, wo drei große Kohlefilter ihre Arbeit aufnehmen werden. Foto: Brigitta Lassen

Grenzwert um 0,08 Mikrogramm je Liter überschritten

Die Grenzwerte seien in Bezug auf Rückstände eines Unkrautbekämpfungsmittels überschritten, dessen Verwendung vor fast 50 Jahren verboten wurde. Die Rückstände befinden sich immer noch im Wasser. „Wenn auch nur gering. Unser Wert liegt bei 0,18 Mikrogramm je Liter, erlaubt sind 0,1 Mikrogramm. Also 18 Gramm je 180 Millionen Liter Wasser. Gesundheitsschädlich ist diese Überschreitung nicht“, erklärt Aksel Jensen.

Die jüngste Dispensation der Kommune laufe bis zu Dezember. „Wir rechnen aber damit, dass die neue Anlage in der kommenden Woche in Betrieb genommen werden kann.“

Es war in Ordnung und wir haben die Kinder besten Gewissens das Wasser trinken lassen.

Ute Zander, Gesamtleiterin der deutschen Kindergärten und Clubs

Die Gesamtleiterin der deutschen Kindergärten und Clubs in der Kommune Tondern (DKCT), Ute Zander, berichtet, dass man im Kindergarten Jeising vor einigen Jahren mit Rücksicht auf die Gesundheit der Kinder und der Angestellten selbst das Wasser testen ließ.

„Es war in Ordnung und wir haben die Kinder besten Gewissens das Wasser trinken lassen. Schließlich hat die Kommune das Wasser für gut befunden. Irgendwem muss man ja glauben. Wenn es besser schmeckt, dann sind wir froh“, so Ute Zander.

Viel Technik ist mit dem Einbau der Kohlefilter verbunden. Elektriker Morten Schneider kennt sich mit dem „Kabelsalat“ aus. Foto: Brigitta Lassen

Persönlich finde sie, es sei an der Zeit, das Trinkwasser besser zu filtern. „Es ist sehr kalkhaltig und wir Erwachsenen mögen es nicht trinken. Es schmeckt nicht. Daher haben wir uns immer Mineralwasser mitgebracht“, erzählt sie.

 

Tønder Forsyning beaufsichtigt die kommunalen Wasserwerke

Die Aufsicht über die kommunalen Wasserwerke in Tondern, Hoyer (Højer) und Lügumkloster (Løgumkloster) hat die Versorgungsgesellschaft Tønder Forsyning. Von Scherrebek wird das Wasser nach Röm (Rømø) gepumpt.

Die blauen Bereiche werden von Tønder Forsyning versorgt, die grauen von privaten Wasserwerken. Foto: Tønder Forsyning

Der für Trinkwasser zuständige Abteilungschef von Tønder Forsyning, John Pries Christiansen, erklärte auf Anfrage, dass man in den vier genannten Orten vom Einsatz aktiver Kohlefilter absehen konnte, da in allen vier Fällen Trinkwasser geliefert wird, das unter den Grenzwerten liegt. Dort könne man sich mit einer normalen Wasserreinigung begnügen. Ein unabhängiges Labor entnehme die Proben und prüfe sie.

Zum Informationsvideo von Tønder Forsyning.

Obwohl Wasserproben nur jedes vierte Jahr entnommen werden müssen, werden sie in der Kommune Tondern einmal jährlich durchgeführt. Bei den Tests an den Brunnen wird das Wasser auf etwa 11 verschiedene organische Stoffe und etwa 40 verschiedene Pestizide untersucht.

23 private, drei kommunale und ein staatliches Wasserwerk

In der Kommune Tondern gibt es 23 private Wasserwerke, drei kommunale und ein staatliches, das das Gefängnis und die umliegenden Haushalte versorgt.

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