Stadtjubiläum

Lügumkloster: Musikalische Geschichtsstunde zum Auftakt

Lügumkloster: Musikalische Geschichtsstunde zum Auftakt

Lügumkloster: Musikalische Geschichtsstunde zum Auftakt

Lügumkloster/Løgumkloster
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Im Beisein zweier Mönche (Jens Møller, l.) und Ole Caspersen (r.) präsentierte Leif Hansen, Vorsitzender des Lokalrats, das Programm für die 850-Jahr-Feier in Lügumkloster. Auch Hansen ist Mitglied des Mönchordens, der 2012 ins Leben zurückgerufen wurde. Sein Vorgänger wurde 1973 gegründet. Foto: Brigitta Lassen

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Der Ort Lügumkloster will seinen 850. Geburtstag mit großem Programm feiern. Am Freitag sind die Schulkinder mit Sigurd Barrett an der Reihe. Gäste aus dem Königshaus werden nicht erwartet, dafür kommt das Königliche Ballett. Im Sommer sollen Freiwillige und ein französischer Künstler das Kloster aus Kartons nachbauen.

Das wird ein Fest, das sich vom März bis zum Dezember erstrecken wird. Ab Freitag, 17. März, wird das 850-jährige Stadtjubiläum von Lügumkloster gefeiert: mit dem Königlichen Ballett, mit dem Bau des Klosters, einem Schülerkonzert, einem Volksfest und mehr.

Am Dienstag wurde im Dormitorium – dem früheren Schlafraum der Mönche des Klosters Løgum – im Beisein von zwei Mönchen anno 2023 mit Sekt angestoßen und das Programm für die Festlichkeiten vorgestellt.

 

Die Entstehung der Stadt
Vor 850 Jahren ließen sich Zisterzienserbrüder an der Bredeau nieder, bauten das Kloster Løgum Kloster und gründeten damit den Ort, den sie Locus Die – der Ort Gottes – nannten. Das Kloster wurde 1548 geschlossen. Die Mönche ließen die prächtige Mittelalterkirche als Klosterkirche in den Jahren 1225 bis 1325 bauen. Von dem einstigen vier Flügeln umfassenden Klosterkomplex sind heute nur der Kapitelsaal, das Dormitorium und die Kirche erhalten.

„Damit ist das Jubiläumsjahr eröffnet“, sagt Leif Hansen feierlich, Vorsitzender des Lokalrats von Lügumkloster. Er freue sich auf die vielen Veranstaltungen. Vereine, Einrichtungen, die Kultur und treibende Kräfte hätten ihren Abdruck im Programm hinterlassen. Die Mehrheitsbevölkerung und die Mitglieder der deutschen Minderheit würden friedlich miteinander leben. Mittlerweile seien viele Relationen und Gemeinsamkeiten aufgebaut worden.

 

Zum Startschuss der Jubiläumsfeierlichkeiten gab es Sekt. „Mundschenk“ war Henning Christiansen, früherer Vorsitzender des Klostermarktes. Foto: Brigitta Lassen

Viele der nun stattfindenden Veranstaltungen wären ohne diese Kooperative nicht zustande gekommen, schreibt Hansen im Vorwort des kleinen Jubiläumsheftes. Dieses wird an alle Haushalte verschickt.

Jetzt stehe das spannende Programm, und er sei sehr zufrieden mit dem Ergebnis. „Der Ort hat eine lange Geschichte, ist reich an Kultur, Institutionen, Natur und mehr. Die Einwohnerinnen und Einwohner sind stolz auf ihre Stadt“, so Hansen.

Das Programm der Stadt würdig

Das meint auch Bürgermeister Jørgen Popp Petersen, Schleswigsche Partei, in seinem Grußwort im Jubiläumsheft. Das Programm sei der ältesten Stadt der Kommune Tondern würdig. Mit Lügumkloster verbinde er viele gute Erinnerungen.

Sigurd Barrett ist bekannt für seine musikalische Geschichtserzählung (Archivfoto). Foto: Karin Riggelsen

Die Festlichkeiten werden mit einem Konzert für alle Schulkinder der Klassen 0 bis 6 aus der alten Kommune Lügumkloster am Freitag, 17. März, gefeiert. Die etwa 500 Mädchen und Jungen werden bei einem Konzert mit dem bekannten Musiker Sigurd Barrett eine musikalische Geschichtsstunde aktiv erleben. Der Entertainer und Komponist ist als singender und Klavier spielender Vermittler der dänischen Geschichte bekannt. Er wird seine Band und eigene Lieder mitbringen, die er auf die Vergangenheit der Klosterstadt zugeschnitten hat. Diese wird er mit den Schulkindern singen.

Deutsche Schule ist dabei

„Das wird spannend und die Schülerinnen und Schüler müssen eine Stunde vor dem Konzert zur Probe kommen“, erzählt die Leiterin der Deutschen Schule Lügumkloster, Connie Meyhoff Thaysen. Sie hat an den Planungstreffen für das Stadtjubiläum teilgenommen, die seit Februar 2022 abgehalten worden sind.

Die deutsche Schule werde sich mit anderen Unterrichtsstätten auch am Mittelaltermarkt (15. bis 16. September) im Schlossgarten beteiligen. „Das verbindet“, freut sich die Schulleiterin auf die Zusammenarbeit mit der dänischen Volksschule und der Friskole.

Das Königliche Ballett bei seinem Auftritt im Park von Schackenborg in Mögeltondern (Archivfoto) Foto: Elise Rahbek

Keine Gäste aus dem Königshaus

Gäste aus dem Königshaus werden im Gegensatz zu vor 50 Jahren zur 800-Jahr-Feier nicht erwartet. Royal wird es dennoch werden, wenn das Königliche Ballett am 16. Juni im Rahmen seiner Sommertournee nach Lügumkloster kommt, um im Schlossgarten mit der Kirche und dem früheren Schloss als prächtige Kulisse aufzutreten. Die Darbietungen der Künstlerinnen und Künstler können unter freiem Himmel kostenlos bewundert werden. Zwischen 1.500 und 2.000 Menschen finden dort Platz. „Von diesem Auftritt versprechen wir uns wirklich viel“, erklärte Leif Hansen. Am 18. Mai wird das Programm veröffentlicht, berichtet Britta Larsen, die für diese Veranstaltung die Fäden in der Hand hat.

Elsemarie Dam-Jensen stellte das Kunstprojekt vor. Foto: Brigitta Lassen
Britta Larsen (l.) und Trine Brodersen, zwei der führenden Kräfte der Jubiläumsfeierlichkeiten, bewundern die Kaffeebecher. Foto: Brigitta Lassen

Ab 28. August wird es dann wieder richtig spannend. Bis zum 3. September soll das Kloster aus Kartons gebaut werden. Als Inspiration dient ein entsprechendes Projekt des französischen Künstlers Olivier Grossetete aus Marseille, der 2017 mit 1.000 Freiwilligen das Kloster Øm bei Silkeborg baute. Dort mussten Zeichnungen als Grundlage dienen, da nur noch Ruinen und Grundrisse davon zeugen, dass dort einst Mönche gelebt haben. Freiwillige bauten den 17 Meter hohen Giebel im Maßstab 1:1. Mit 1.400 Kartons, 33.000 Meter Tape und dem Einsatz von 1.000 Freiwilligen entstand das vergängliche Kunstwerk.

Der Giebel des Klosters Øm wurde aus Kartons nachgebaut. Foto: Museum Skanderborg

Die Bedeutung des Kunstprojekts, das der weltberühmte Grossetete in der ganzen Welt zur Erinnerung an historischen Bauten durchführt, sei nicht das eigentliche Bauwerk, sondern der gemeinsame Prozess, sagt die Kirchengemeinderatsvorsitzende Elsemarie Dam-Jensen. Sie hoffte, dass sich viele beteiligen werden. Auch in diesem Fall werden Schulkinder zum Auftakt am 28. August dabeisein.

Deutsch-dänischer Festgottesdienst

Sie verriet außerdem, dass im Dezember ein deutsch-dänischer Festgottesdienst in der Kirche stattfindet, an dem Bischof Elof Westergaard teilnimmt. Auf eine Einladung des Königshauses habe man verzichtet. Man fand es passender, diese erst nach der Renovierung des Glockenspiels auszusprechen. Dieses wurde am 19. August 1973 von Königin Margrethe eingeweiht, als die Stadt ihr 800-jähriges Bestehen feierte. Das Glockenspiel trägt den Namen ihres Vaters Frederik IX.s Klokkespil. Die Instandsetzung wurde nicht für das Jubiläumsjahr geschafft.

Das Jubiläumsbuch wird in allen Haushalten der früheren Kommune Lügumkloster verteilt. Foto: Brigitta Lassen

Gleiches gilt für die Renaturierung des Mühlenteichs. Die Arbeiten dürften erst im Herbst starten, so Linda Scholz, die Vorsitzende der Arbeitsgruppe für dieses Projekt ist. Man habe jetzt aber die Erlaubnis bekommen, Holzhütten (Shelters) aufzustellen.

Im Rahmen des Teich-Projekts hätten Freiwillige aber den sogenannten Liebeslunden von Weidenbüschen befreit und die Bäume beschnitten.

Das Jubiläumslogo zeigt natürlich die Klosterkirche. Sie gilt als eine der schönsten Kirchen des Mittelalters. Weitere Wahrzeichen sind das Glockenspiel und die Künstlerstatue vom Klostermarkt. Foto: Brigitta Lassen

Einige Höhepunkte der Feierlichkeiten
Am 10. Juni soll der Markttag zu einem Volksfest werden.
Am 16. Juni Darbietung des Königlichen Balletts im Schlossgarten.
28. August bis 3. September: Bau des Klosters aus Kartons.
15. bis 16. September Mittelaltermarkt im Schlossgarten.  

Das Jubiläumslogo
Das Logo zeigt die Klosterkirche und wurde vom Lügumklosteraner Pizzabäcker und Künstler Saber entworfen.

Kaffeebecher
Kaffeebecher aus Keramik, die vom texanischen Lehrer der örtlichen Volkshochschule, Chad Pessarra, in vier Farben und mit dem Jubiläumslogo hergestellt werden, die man für 75 Kronen kaufen kann. Wo wird zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.

Bronzefigur für Stinne
Vor dem Haus an der Vestergade 21 wird im Mai eine Bronzestatue aufgestellt, die an die gläubige Frau, Kjestine Andersen (1855-1951), erinnern soll. Sie war als „Stinne mæ æ biwl“ für ihre Güte und Wohltätigkeit, ihren Mut, ihre Bescheidenheit und gelebte Nächstenliebe bekannt geworden. Am Haus befindet sich schon heute eine Gedenktafel, die an die Wohltäterin erinnert, die man seit vielen Jahren auf irgendeine Weise ehren wollte. Der Künstler ist Serguei Bogouslavski.

 

 

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