Erfindertum

Kreatives Austoben mit modernster Technologie

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Kreatives Austoben mit modernster Technologie

Tondern/Tønder
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In der Mind Factory by Ecco wurden schon Erfinderwettbewerbe durchgeführt. Foto: Kommune Tondern

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In Schulen und in den Bibliotheken werden Werkstätten eingerichtet, in denen Groß und Klein ihre Erfindungen ausprobieren können. Eine Stiftung zahlte 6,6 Millionen Kronen für das digitale und auf fünf Jahre ausgerichtete Projekt. Die mobile Werkstatt fährt auch zu Privatschulen.

Für Kinder, Jugendliche und Erwachsene werden technologische Werkstätten in der Kommune Tondern eingerichtet, in denen sie digital ihr Erfindertum generationsübergreifend ausprobieren können.

Dank einer Zuwendung in Höhe von 6,6 Millionen Kronen von der Stiftung Villum Fonden werden diese Werkräume mit der neuesten Technologie ausgestattet und werden in Schulen und in Bibliotheken eingerichtet. Die Villum-Stiftung unterstützt wissenschaftliche, kulturelle, künstlerische und soziale Projekte.

An den größeren, dänischen Volksschulen werden voll eingerichtete Innovationsstätten, die auf Neudänisch Makerspace genannt werden, entstehen. Die kleineren Institutionen werden über kleinere Modelle verfüge, in denen die neueste Technologie auf das analoge Handwerk trifft.

Eintauchen in die virtuelle Welt auch für Erwachsene

Damit auch Erwachsene in den Genuss dieser Möglichkeiten kommen, werden die Bibliotheken mit 3D-Druckern, Robotern, Lasercuttern sowie mit virtueller, wirklichkeitsnaher Technologie sowie mit Klebepistolen, Pappe und Papier ausgestattet, wenn die Prototypen ihrer „Erfindungen“ gebaut werden.

Mit der Virtual Reality (VR) ist die Schaffung einer virtuellen Welt möglich, in die die Betrachterinnen und Betrachter eintauchen, sich in ihr bewegen und Fantasien und Vorstellungen umsetzen können. Es ist eine vom Computer geschaffene Welt ohne reale Gegenstände.

Zudem wird eine mobile Werkstatt zum Einsatz kommen, die Privatschulen – darunter auch die deutsche Schule in Tondern (Tønder) und die Friskole in Lügumkloster (Løgumkloster) – anfordern können, um so die Kinder schon im frühen Alter an die technologischen Möglichkeiten heranzuführen. Damit eröffnen sich für sie neue Welten. Das Angebot gilt auch der Ungdomskole und der Familienwerkstatt, in der sich Kinder und ihre Eltern gemeinsam die technologische Welt begeben, schreibt die Kommune Tondern in einer Pressemitteilung.

Die Kommune hatte Gelder bei der Stiftung Villum Fonden beantragt und bekam gleich 6,6 Millionen Kronen für das auf fünf Jahre ausgerichtete Projekt „Makerspaces til alle i Tønder Kommune“.

Anne-Sofie Burhmann Dideriksen von der Mind Factory by Ecco wird eine zentrale Rolle übernehmen (Archivfoto). Foto: Jydske Vestkysten

Mit diesem Geld können die Möglichkeiten auf die ganze Kommune für alle Generationen ausgeweitet werden, die bislang Schülerinnen und Schülern in der Mind Factory by Ecco in Tondern vorbehalten waren. Diese Denkfabrik war bislang die Innovationswerkstatt der Kommune.

Mind Factory By Ecco

Der Schuhkonzern Ecco baute und finanzierte die Denkfabrik, die eine Stätte für Kreativität, Design, Innovation, Unternehmergeist und Neugründung von Unternehmen ist. Es ist ein Geschenk für die Bildungseinrichtungen und die Wirtschaft in der Kommune und wurde als neues Zentrum für Innovation geschaffen. Dort sollen sich die Kreativität und innovative Ideen entfalten. Die Mind Factory by Ecco unterstützt Projekte unter anderem als strategischer Sparringspartner in der deutsch-dänischen Zusammenarbeit für Wirtschaftsförderung und unterstützt die Entwicklung des deutsch-dänischen Unternehmensnetzwerks. Im Rahmen des neuen Projekts wird die Nutzung ausgeweitet und aufgewertet.

Die Leitung hat seit der Gründung Anne-Sofie Buhrmann Dideriksen.

„Wir haben die Vision, dass Technologie und Digitalisierung in den Unterricht und in die Freizeit der Kinder integriert werden. Aufgrund der geografischen Größe der Kommune war dies bislang nicht möglich. Mit den Makerspaces wird es nun für alle möglich, innovative Gedanken zu fördern und mit der neuen Technologie spielend umzugehen“, erklärt sie. Ihre Denkfabrik kann weiterhin von den weiterführenden Schulen und der Schule für Zehntklässler genutzt werden.

Junge Mädchen tüfteln an ihren Projekten. Foto: Kommune Tondern

Dideriksen und der Tønder Ungdomskole werden die Hauptverantwortung für das Projekt übernehmen. Die ersten Werkstätten sollen nach den Herbstferien 2023 gebaut werden. Außerdem soll eine Projektmitarbeiterin oder ein Projektmitarbeiter auf Vollzeit beschäftigt werden.

Ein Schlaraffenland für Neugierige

„Eine solche Werkstatt ist für neugierige Menschen ein Schlaraffenland. Es steht viel Werkzeug zur Verfügung. Die Möglichkeiten sind nahezu unendlich. Dass sie auf die ganze Kommune ausgeweitet wird, ist richtig und stimmt mit dem Wunsch überein, Innovation und Neudenken schon im Kindesalter zu fördern“, erläutert die stellvertretende Chefin für Schulen und Kindergärten der Kommune Tondern, Lene Nørgaard.

Von großem Vorteil für die Erziehung von Kindern seien das starke, theoretische Wissen über Technologie und dass sie dieses in ihren Händen halten können, um die vielen Möglichkeiten und Herausforderungen kennenzulernen, die die Technologie in sich birgt, so Nørgaard.

Bürgermeister ist dankbar

Bürgermeister Jørgen Popp Petersen, Schleswigsche Partei, ist dankbar für die große Zuwendung der Villum-Stiftung. „Kinder und Jugendliche – auch die leicht verwundbaren und die sozial benachteiligten – und ihre Eltern sowie andere Erwachsene können sich in die digitalen Werkstätten begeben. So bekommen alle Zugang zu den Instrumenten für Innovation. Damit soll der Funke für einen Schaffensdrang gegeben werden. Die Kinder nehmen diese aus den Volksschulen in die weiterführenden Unterrichtsstätten und Berufsschulen mit und von dort weiter ins Berufsleben.“

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