Grüne Wende

Erneuerbare Energie: Potenzial und Bekümmernisse

Erneuerbare Energie: Potenzial und Bekümmernisse

Erneuerbare Energie: Potenzial und Bekümmernisse

Lügumkloster/Løgumkloster
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In der Kommune Tondern ist der Ausbau der Windenergienutzung seit Jahren fast zum Stillstand gekommmen. Der Windpark bei Seth (Sæd) zählt zu den jüngsten Anlagen zur Gewinnung umweltfreundlichen Stroms. Foto: Monika Thomsen

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In Lügumkloster informiert die Kommune Tondern am 20. Juni bei zwei Veranstaltungen über Wind- und Solaranlagen. Auch der weitere Prozess wird erläutert.

Kaum ein anderes Thema bringt die Gemüter bei den Bürgerinnen und Bürgern der Kommune Tondern mehr in Wallungen als Windkraftanlagen. Um mehr über die aktuell 21 geplanten Projekte zu erfahren, werden am Montag in der Mehrzweckhalle der Klosterhallen zwei Informationstreffen über die Pläne und deren Standorte durchgeführt, mit denen sich die Verwaltung und die Stadtratsabgeordneten derzeit befassen. Auch über den weiteren Verlauf bis zu einer möglichen Umsetzung der Vorhaben soll berichtet werden.

Der Vorsitzende für den Ausschuss Klima, Entwicklung und Wachstum, Thomas Ørting Jørgensen (Borgerlisten), kann nicht abschätzen, wie viele zu diesen Informationstreffen kommen. „Ich hoffe, es werden viele sein. Beides vom Land und aus den Städten, Jung und Alt. Also ein breiter Ausschnitt unserer Bevölkerung“.

Die erneuerbaren Energien haben ein großes Potenzial, bringen aber auch Bekümmernisse. Darauf müssen wir als Kommune reagieren.

Thomas Orting Jørgensen, Vorsitzender des Ausschusses für Klima, Entwicklung und Wachstum

Wichtig sei, dass es sich um Informationstreffen und nicht zum Diskussionsveranstaltungen handele. „Natürlich kann das Publikum Fragen stellen, aber es wird sich eher um übergeordnete Fragen über Sonnen- und Windenergie handeln. Die erneuerbaren Energien haben ein großes Potenzial, bringen aber auch Bekümmernisse. Darauf müssen wir als Kommune reagieren“, so der Ausschussvorsitzende.

Interessierte können an beiden oder nur einem Treffen teilnehmen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, wäre aber günstig, damit man rein verpflegungsmäßig weiß, wie viele ungefähr kommen werden. Auf der Internetseite der Kommune ist eine Anmeldungen möglich.

Mit Sonnenenergie wird begonnen

Bei den Veranstaltungen wird das Thema in die Bereiche Wind- und Solarenergie eingeteilt, während kombinierte Anlagen bei beiden Treffen einfließen werden. Um Sonnenenergie handelt es sich von 16.30 bis 18 Uhr, die Windenergie ist von 19 bis 20.30 Uhr an der Reihe.

Im Januar 2022 lagen der Kommune 24 Projekte vor. Dabei dreht es sich um 15 Sonnenenergie- und sechs Windkraftprojekte sowie drei kombinierte Anlagen. Die meisten sind im nördlichen Bereich der Kommune angesiedelt. Sie wurden von Energiekonzernen wie NRGI, European Energy, GreenGO Energy, Eurowind oder Vattenfall eingereicht. Da Windkraftanlagen die größte Angriffsfläche geboten haben, sind diesmal mehr Solar-Projekte im Spiel als in der ersten Runde. Damals wurden alle Vorschläge wegen politischer Uneinigkeit verworfen. Die Anzahl der Vorhaben haben sich jetzt auf 21 reduziert.

Am 10. Juli läuft die erste öffentlichen Anhörung (idéhøring). Dabei soll man sich nicht zu den einzelnen Projekten äußern. Vielmehr geht es um neue Vorschläge seitens der Bürger und Ideen, an die die Kommune noch nicht gedacht hat. „An diesem Tag endet auch die Frist für die Projektmacher, ihre revidierten Pläne nach den politischen Bedingungen vorzulegen, auf die sich der Stadtrat auf seiner Sitzung im März einigte.“

Maximal 125 neue Windkraftanlagen

Der Plan der Kommune sieht jetzt vor, dass zwischen 100 und maximal 125 neue, große Windkraftanlagen gebaut werden. Heute gibt es schon etwa 250 kleinere Modelle, durchweg älteren Jahrgangs, in der Kommune. Maximal auf 1.500 Hektar darf Sonnenenergie gewonnen werden. Der einzelne Solarpark darf nicht größer als 200 Hektar sein. Für diese Lösung plädierten im März 29 von 31 Stadtratsmitgliedern. Nur Allan Svendsen (Neue Bürgerliche) und die Sozialdemokratin Barbara Krarup Hansen stimmten dagegen.

Von Tondern aus sind die vielen deutschen Windkraftanlagen deutlich zu sehen. Foto: Brigitta Lassen

Nach der Ideenanhörung wird die Verwaltung während des Sommers an den revidierten Projekten weiterarbeiten. Anfang August wird der Klima-Auschuss dann die Vorhaben aussuchen, die er priorisieren würde. Ende August wird der Stadt entscheiden.

Erst danach soll die eigentliche Planungsarbeit starten und Umweltverträglichkeitsgutachten erstellt werden. Dann wird erneut zu Bürgeranhörungen eingeladen, denn eine Einbeziehung und ein finanzieller Vorteil der Betroffenen sind dem Stadtrat wichtig.

National und internationale Pläne

Deutschland, Dänemark, Niederlande und Belgien wollen die Produktion von Windenergie aus der Nordsee deutlich erhöhen.

Gleichzeitig will die dänische Regierung Offshorewindparks bis 2030 um das Fünffache ausbauen. „Wir werden auch an Land mehr Windenergie produzieren, aber Offshorewindkraftanlagen sind eine stabile, nachhaltige Energieform, die außerdem preislich günstiger geworden ist“, sagt der dänische Klimaminister, Dan Jørgensen (Soz.).

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