Stadtrat Tondern

Debatte über Windenergie-Ertrag

Volker Heesch
Volker Heesch Hauptredaktion
Tondern
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Den Windkraftpark Rejsby Hede von 1995 mit 40 Anlagen von je 0,6 MW nördlich von Jerpstedt möchte der Energiekonzern Vattenfall gerne durch neue, leistungsstärkere 3,2 MW Anlagen ersetzen mit 50 Prozent Beteiligung von Anwohnern am Projekt. Foto: Vattenfall

Bei der letzten Stadtratssitzung des Jahres in Tondern wurde das Thema Windräder heiß diskutiert. Thomas Ørting Jørgensen von der Borgerliste warnte davor, mit einer Absage an die Windkraftanlagen Millionenbeträge für die Kommune zu verschenken.

Während der letzten Stadtratssitzung des Jahres in Tondern hat sich unter den Kommunalpolitikern eine längere Debatte über Änderungsvorschläge zum Kommunalplan entzündet. Der Ökonomieausschuss hatte dafür gestimmt, politische Zielsetzungen auf dem Gebiet der Windenergienutzung zu streichen und auch die politische Initiative für den Bau eines Hubschrauberlandeplatzes auf Röm einzustellen.

Bürgermeister Henrik Frandsen (Venstre) hatte die Debatte mit dem Hinweis eröffnet, dass es noch nicht um die endgültige politische Absegnung des Kommunalplanes für den Zeitraum 2017 bis 2019 gehe. Die sei für Februar 2019 geplant. Es seien 73 Beiträge im Rahmen der Anhörung eingegangen.

Während Claus Hansen (LA) lobte, dass nun ein Schlussstrich unter das Projekt Heliport am Römer Hafen und hochtrabende Windkraftpläne gezogen worden ist, wies Thomas Ørting Jørgensen (Borgerliste) darauf hin, dass man bei einer totalen Absage an Windräder an Land Millionenerträge zugunsten der Kommune verschenke. Er verwies auf die hohen Erträge aus dem Betrieb der neuen Windräder bei Windtwedt, die örtlichen Initiativen zukommen. Er rechnete vor, dass bei einem generellen Nein zur Ersetzung der bestehenden, inzwischen meist veralteten 248 Windkraftanlagen in der Kommune durch 100 neue mit höherer Leistung über die Jahre auf hohe Millioneneinnahmen verzichtet werde. Auch er halte nichts von vielen Riesenwindrädern.

Thema Römer Hafen

Beim Thema Römer Hafen warf Ørting der Rathausspitze Versagen vor, was zu einer Schuldenlast des Hafenbetriebs von 45 Millionen Kronen geführt habe. Claus Hansen (LA) antwortete mit der Bemerkung, man reagiere auf die Haltung der Bürger gegen Windräder und warnte, dass beim Repowering eineinhalbmal höhere Anlagen entstehen als die vorhandenen.

Jørgen Popp Petersen von der Schleswigschen Partei (SP) unterstrich, dass durch Streichung der Windkraft-Zielsetzung nicht bestimmt werde, dass keine neuen Windkraftanlagen mehr in der Kommune aufgestellt werden dürfen. „Initiatoren können Projekte starten. Windräder können aufgestellt werden, wenn sie die Anforderungen der Nachbarn erfüllen“, so Popp Petersen.

Die Konservative Anette Abildgaard Larsen pflichtete ihm bei, dass man sich in der Kommune nicht von grüner Energie verabschiede. Bo Jessen (V) erklärte, dass attraktive Projekte eine Chance bekämen. Sozialdemokrat Peter Christensen meinte, man sollte generell auf Meereswindparks anstelle von Landwindrädern setzen.

Holger Petersen von der Einheitsliste nahm das Thema zum Anlass, den Einsatz von Elektroautos im Fuhrpark der Kommune zu fordern.

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