Bahnhofskiosk

Einbußen durch neue Fußgängerbrücke

Jon Thulstrup
Jon Thulstrup Online-Redaktion
Tingleff/Tinglev
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Die neue Fußgängerbrücke am Tingleffer Bahnhof. Foto: Jon Thulstrup

Zugpassagiere nutzen nicht mehr die Unterführung – die Kioskleiterin setzt seitdem 20 Prozent weniger um.

Seit 20 Jahren begrüßt Gitte C. Møhl ihre Kunden im Bahnhofskiosk in Tingleff mit einem herzlichen Lächeln. Vor zwei Jahren wurde dann jedoch eine neue Fußgängerbrücke über die Bahngleise gebaut, mit der Folge, dass Zugpassagiere nicht mehr die Unterführung im Bahnhof nutzen können. Folglich gehen auch immer weniger am Bahnhofskiosk vorbei.

„Natürlich hat das einen Einfluss auf meinen Verkauf gehabt“, erklärt Møhl. Ihr zufolge ist insbesondere der für Reisende typische Spontankauf verloren gegangen. „Ich glaube, dass mich das schon so rund 20 Prozent der Einnahmen gekostet hat. Aber es ist schwierig, da genaue Zahlen zu nennen“, so Møhl, die ergänzt: „Mein Laden ist ja leider von außen auch nicht so sichtbar.“ Traurig findet sie zudem, dass seit der Fertigstellung der Brücke auch nicht mehr das gleiche Leben am Bahnhof herrscht. „Der Bahnhof sieht sehr öde aus. Das ist unglaublich schade, wenn man bedenkt, wie viel hier früher täglich los war“, sagt sie.

Doch beklagen möchte sie sich nicht. „Ich habe noch immer täglich rund 200 bis 300 Kunden hier im Laden“, so Møhl. Im November und Dezember noch mehr, weil dann die Kunden ihre bestellten Pakete bei ihr abholen. „Zum Glück ist der Laden in der Stadt bekannt, und viele Einwohner aus dem Raum Tingleff unterstützen ihn. Ich freue mich insbesondere, dass so viele junge Leute den Kiosk bewahren wollen“, erklärt die Leiterin.

Einen Teil der verloren gegangenen Kunden hat Møhl mit dem integrierten Postgeschäft und dem Paketdienst DAO wettgemacht. „So habe ich ja trotzdem ein gewisses Kommen und Gehen im Geschäft. Zudem ist der Imbiss auch sehr beliebt“, sagt Møhl. Und obwohl Zugpassagiere nicht mehr durch die Unterführung am Bahnhof gehen können, kommen sie ab und an trotzdem zu Møhl in den Laden. „Sie fragen dann, wie sie eigentlich zum Gleis kommen“, schmunzelt Møhl, die dann natürlich mit Rat und Tat zur Seite steht.

Laut Møhl plant die staatliche Bahngesellschaft DSB, die der Eigentümer des Bahnhofes in Tingleff ist, einen Umbau des Bahnhofes. „Was und wie viel, das ist noch nicht entschieden. Ich hoffe jedoch, dass mein Laden auch in deren Plänen bedacht wird und dieser dann vielleicht ein wenig sichtbarer gestaltet werden könnte“, sagt Møhl.

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Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Eine Chance für DR“