Vor 100 und vor 50 Jahren

Chronik: Gedenken, Grenzen und ein Besuch bei H. C. Andersen

Chronik: Gedenken, Grenzen und ein Besuch bei H. C. Andersen

Chronik: Gedenken, Grenzen und ein Besuch bei H. C. Andersen

Jürgen Ostwald
Nordschleswig
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Zycie Warszawy
Die polnische Zeitung „Zycie Warszawy“ (deutsch: Leben in Warschau) erschien 1945 zum ersten Mal. Foto: Mazowiecka Biblioteka Cyfrowa

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Was hat im September vor 100 und vor 50 Jahren für Schlagzeilen gesorgt? Jürgen Ostwald hat im Archiv die Zeitungen durchforstet und aufgelistet, was die Menschen 1922 und 1972 bewegt hat.

Foto: DN

Dienstag, 5. September 1922

Die Kieler Herbstwoche für Kunst und Wissenschaft

Ein Nordschleswig-Abend vereinte im „Schlosshotel“ die zahlreichen Gäste aus der Nordmark mit den Kieler Freunden. (…) Die Festrede hielt Stadtverordneter Lehrer Hecht. Er gab der Hoffnung Ausdruck, „dass diese Zusammenkünfte das Band, was die Nordschleswiger mit uns verknüpft, immer fester ja unzerreißbar werden möge. Feindliche Mächte haben den Nordschleswigern die Heimat geraubt, sie wieder zu erringen, sei unser ernstes Bestreben. Von den Brüdern und Schwestern im abgetretenen Gebiet wünschen wir, das recht viele von ihnen dablieben, trotz der dänischen Bestrebungen, den heimatlichen Boden aufzukaufen. Es gehört viel Mut dazu, den Heimatboden zu schützen (…) Dies Heimatgut zu erhalten und den Kindern zu übermitteln, sei insbesondere Sache der Frauen. (…)“ Ein letztes Wort galt den nordschleswigschen Töchtern. Der Redner bat sie, ihre Herzen zu wappnen gegen dänische Liebespfeile. Es sei gewiss oft ein schweres Opfer, was den jungen Mädchen zugemutet werde, aber es sei ein Opfer auf dem Altar des Vaterlandes. Stadtverordneter Hecht schloss seine mit stürmischem Beifall aufgenommene Rede mit dem Wunsch, dass die Nordschleswiger ihren Töchtern und Söhnen das große Heimweh ins Herz legen möchten.

Die auf Nordschleswig bezogenen Reden auf der Kieler Herbstwoche 1922 folgten der üblichen Rhetorik der Grenzrevisionisten. In der Rede des Lehrers Hecht kommt aber, soweit ich sehe, zum ersten Mal der Apartheid-Gedanke im „Grenzkampf“ ins Spiel. Man schüttelt den Kopf und denkt über die absurde Forderung nach: Da die Liebe bekanntlich eine Himmelsmacht ist, die keine Hindernisse kennt, war das Ansinnen des Herrn Hecht und seiner Applaudierer natürlich sinnlos und eher zum Lachen, wenn es nicht so ernst gemeint gewesen wäre.

Mittwoch, 5. September 1922

Die Königin von Holland traf gestern Mittag in Kopenhagen zu dreitägigem Besuch des Königshofes ein. Am Bahnhof fand großer Empfang statt, und nach dem Abschreiten der Ehrenkompagnie der Garde fuhren die Majestäten bei Sonnenschein im Galawagen durch die Stadt nach der Amalienborg. Nachmittags fand ein Empfang im Rathaus statt, wobei den Sozialistenführern Bürgermeister Jensen und Stauning die Aufgabe zufiel, der Königin Blumensträuße zu überreichen. Die Königin dankte in einer französischen Ansprache für den Empfang. (Deutsch hätte man in Kopenhagen besser verstanden.) Nach einem Rundgang durch das Rathaus, wobei die Königin ihren Namen in das „Goldene Buch“ eintrug, besuchte man Rosenborg und das Nationalmuseum.

Königin Wilhelmine (1880-1962) regierte von 1898 bis 1848 und ist die Urgroßmutter des heutigen Königs der Niederlande. Einige Jahre zuvor hatte sie persönlich dem ehemaligen deutschen Kaiser Exil in Holland gewährt und verweigerte zudem seine Auslieferung als Kriegsverbrecher an die Alliierten. – Jens Jensen (1859-1928) war der erste sozialdemokratische Bürgermeister Kopenhagens und einer der einflussreichsten Politiker seiner Partei in Dänemark. Der bekannte Journalist Lennart Weber veröffentlichte 2014 „Mit liv og politik. Fhv. Borgmester Jens S. Jensen erindringer“.

Freitag, 9. September 1922

Reichspräsident Ebert, der Tage zuvor die Kieler Herbstwoche besucht hatte, war für einige Tage nach Flensburg weitergereist, wo ihm ein angemessener Empfang bereitet wurde. In seiner Begrüßungsrede sagte er u. a. folgendes und unterließ dabei gemäß seiner Auffassung deutsch-dänischer Zusammenarbeit jede grenzrevisionistische Äußerung:

„Es sind aber nicht nur die wirtschaftlichen Güter, die stark beschädigt worden sind, hier ist dem Deutschtum überhaupt eine schwere Wunde geschlagen worden. Deutsche Brüder sind gegen ihren Willen und trotz ihres Protestes von dem Mutterlande losgerissen worden und jetzt wird systematisch politische Beunruhigung in den deutsch verbliebenen Teil Schleswigs hineingetragen in dem Bestreben, deutsche Bürger in ihrem Volksbewusstsein wankend zu machen. Sie hier oben im Grenzgebiet und wir von der Reichs- und Staatsregierung wollen uns versprechen, dass wir in gemeinsamer deutscher Kulturarbeit diesen Versuchen mit den Waffen des Geistes entgegentreten wollen.“

Montag, 13. September 1922

Gefährdete deutsche Gräber in Kopenhagen

Das Kopenhagener „Extrabladet“ teilt mit, dass auf dem Assistenzkirchhof zwei deutsche Gräber geschleift werden sollen. In dem einen Grabe liegt der am 15. Juli 1863 auf einer Studienreise in Kopenhagen verstorbene frühere Direktor der Berliner Galerie, Kunsthistoriker G. E. Waagen; in dem anderen Grabe liegt der deutsche Eisenbahningenieur Richard Günther, der am Karfreitag 1874 dabei ums Leben kam, als er an der Langen Linie einen Knaben vor dem Ertrinken rettete. Die Beerdigung fand damals unter außerordentlich großer Beteiligung statt, wobei sich der König und der Kronprinz vertreten ließen. „Ekstrabladet“ bemerkt, dass entweder die deutsche Gesandtschaft oder die deutsche Kolonie etwas tun sollten, um diese beiden Gräber verdienstvoller Landsleute vor der endgültigen Vernichtung zu bewahren.

Gustav Friedrich Waagen (1794-1868), der erste Direktor der Berliner Gemäldegalerie, ist in der Fachwelt noch bekannt. Wir werden im „Nordschleswiger“ an anderer Stelle auf ihn zurückkommen. Den Ingenieur Richard Günther aber kennt heute niemand mehr. Umso interessanter ist der Bericht des deutschen Publizisten, Arztes und bald führenden Zionisten Max Nordau (1949-1923), der ein Jahr vor dem Tod Hans Christian Andersens als junger Mann Kopenhagen besuchte und mit dem dänischen Dichter sprach. Es ist wohl das letzte Gespräch eines Deutschen mit dem Autor.

Da auch in Dänemark der Besuch nicht allzu bekannt ist, setzen wir die Reiseerinnerung Nordaus hierher. Er besuchte mit einem Mitreisenden Andersen in seiner kleinen Wohnung, und Andersen erzählte dies und das. „Plötzlich unterbrach er sich selbst mit der Frage: „Haben Sie schon die Geschichte von dem jungen Deutschen gehört, der hier vorgestern ertrunken ist? Nicht? Da muss ich sie Ihnen erzählen, sie ist zu merkwürdig. Er hieß Richard Günther und war Ingenieur. Im letzten Kriege hat er gegen Frankreich mitgefochten und sich auf dem Schlachtfelde das Eiserne Kreuz und den Offiziersrang geholt, aber auch eine Wunde, die ihm den rechten Arm für immer lähmte. Vor einigen Tagen benutzte er eine kurze Zeit der Freiheit, die ihm seine Berufsgeschäfte ließen, um einen Ausflug nach Kopenhagen zu machen. Er stellte sich ein genaues Programm für seinen Aufenthalt in unserer Stadt fest und schrieb sich auf einem alle Sehenswürdigkeiten auf. (...) Und vorgestern ging er gegen Abend auf der Langen Linie spazieren, nachdem er, wie es scheint, alle übrigen Punkte seines Programms erledigt hatte. Da fiel vor seinen Augen ein schöner, blonder Knabe, der am Ufer im Sande gespielt hatte, ins Wasser und sank gleich unter. Aus einer nahen Bude stürzte unter Jammergeschrei und Händeringen ein junges Weib herbei, die Mutter des verunglückten Kindes. Günther hatte gar nicht so lange gewartet, sondern war augenscheinlich dem schönen Jungen nachgesprungen, im schweren Überrock wie er war, und mit seinem gelähmten Arm. Nach wiederholtem Tauchen gelang es ihm, den ohnmächtigen Knaben zu fassen und bloß mit den Beinen rudernd nach dem Ufer zu bringen. Fast war das Land erreicht, da wurde ihm auch der eine gesunde Arm vom Krampf erfasst, er ließ das Kind los und versank wie Blei in den Wellen. Von den mittlerweile herbeigekommenen Leuten wurde der Knabe mit leichter Mühe noch lebend aus dem Wasser gezogen, er selbst nur als Leiche.“

Andersen fährt fort: „Und heute war sein Begräbnis. Tausende folgten dem Sarge, Dänen und Deutsche ohne Unterschied, allen Hader vergessend und durch den Opfertod des Jünglings versöhnt. Auf dem Kirchhofe sangen ihm Landsleute ein trauriges Abschiedslied. Ein deutscher Pastor sprach schlichte, ergreifende Worte und ein dänischer pries in der fremden Zunge, mehr schluchzend als sprechend, seine edle Tat. Der Sarg sollte in die Gruft niedergelassen werden, da trat der erste Adjutant des Königs aus dem Trauergefolge hervor und legte die Medaille für Verdienst auf den Deckel des Sarges.“ 48 Jahre nach dem Tod Günthers wurde sein Grab abgeräumt und eingeebnet.

Montag, 19. September 1922

Dänische Prophezeiungen von Unruhen in Deutschland

Der dänische Professor für Nationalökonomie Dr. Birck teilt in „Fyns Venstreblad“ über seine soeben abgeschlossene Deutschlandreise mit, dass er glaube, in Deutschland werde es zu einer halbkommunistischen Revolution, einer Hungerrevolte kommen. Wer der Sieger sein werde, könne niemand wissen. Er glaube nicht, dass die deutsche Mark weiter fallen werde, deutsche Kollegen jedoch seien der Ansicht, dass der Fall der Mark fortgesetzt werde.

L. V. Birck (1871-1933), dessen Schriften unter anderem auch auf Deutsch erschienen, war seinerzeit einer der bekanntesten und angesehensten Wirtschaftswissenschaftler Dänemarks. Doch was der nächste Tag so bringt, bleibt auch den gelehrtesten Ökonomen verborgen. Die Inflation in Deutschland hatte noch längst nicht ihren Höhepunkt erreicht. Und die „halbkommunistische Revolution“ (was immer das sei) fand nicht statt. Denn die „Revolution“, die jene 1933 meinten herbeigeführt zu haben, die durch das Brandenburger Tor und andernorts marschierten, kann er nicht gemeint haben. Und Aufstände, die die Kommunistische Internationale plante und durchführte, standen nicht auf seiner Möglichkeitsliste. Seine Warnrufe, die seinem Heimatland galten, veröffentlichte er 1922 in seiner Schrift „Verdenskrisen i Danmark“.

Dienstag, 19. September 1922

Der Reichspostdampfer „Nord-Schleswig“ der Flensburger Reederei Schuldt lief am Sonntag Nachmittag gegen drei Uhr in den Hafen ein und machte einen außerordentlich ansprechenden Eindruck. Eine Reihe geladener Gäste hatte die Fahrt von Kiel nach Flensburg mitgemacht. Bei der Ankunft spielte an Bord des Schiffes eine Musikkapelle. Viele hundert Menschen besahen sich das praktisch und hübsch eingerichtete Schiff von innen und außen (…) Gegen sieben Uhr verließ das Schiff den Hafen, um nach Hamburg weiterzudampfen. „Nord-Schleswig“ soll den Post- und Passagierverkehr zwischen Deutschland und Mexiko versehen.

Die „Nord-Schleswig“, knapp 90 Meter lang und 15 Meter breit wurde auf der Kieler Germaniawerft gebaut und war am 24. Juli 1922 vom Stapel gelaufen. Im Dezember 1930 wurde sie vom Norddeutschen Lloyd übernommen und „Askania“ getauft, 1936 wiederum in „Schleswig“ umgetauft, aber bereits ein Jahr später nach Peru verkauft und dort 1963 abgewrackt.

Freitag, 22. September 1922 Hadersleben. Die Stadtvertretung beschäftigte sich am Dienstagabend u. a. mit der Frage der Inschrift der Gedenkmauer für die Gefallenen. Die Kommission hat seiner zeit vorgeschlagen, die Inschrift „zum Andenken an die im Weltkriege gefallenen Söhne Haderslebens“ in deutscher und in dänischer Sprache anbringen zu lassen. Der reichsdänische Lektor Reinecke hat später die lateinischen Worte „In Memoriam“ vorgeschlagen. Stadtrat Roll trat für den Vorschlag der Kommission ein, während Lektor Reinecke dagegen anführte, „eine deutsche Inschrift würde die Dänen an die unter deutscher Herrschaft verlebte demütigende Zeit täglich erinnern“. Er beantragte, dass die Hinterbliebenen über die Inschrift beschließen sollten und schlug vor, nur ein symbolisches Relief mit den Zahlen 1914-1918 anzubringen. Sanitätsrat Dr. Meyer sprach von der Bitterkeit, welche der von dänischer Seite angefachte Streit um die Inschrift in deutschen Herzen hervorgerufen hat. Von den 260 Anmeldungen von Hinterbliebenen Gefallener seien nach Schätzung etwa 140 Deutschgesinnte. Wenn über die Inschrift eine Einigkeit nicht erzielt werde, so würden wohl zwei Gedenksteine erstehen und jede Partei ihre Toten ehren.

Das dänische Denkmal in Hadersleben Foto: visitsonderjylland

Und so geschah es. Der Haderslebener Stadtrat vermochte sich mit seiner deutsch-dänischen Selbstblockade nicht zu einigen. Überhaupt waren die Grenzen verhärtet. So verhinderte etwa die deutsche und betont deutschnational eingestellte Seite im Stadtrat wenige Monate zuvor die Wahl eines sozialdemokratischen Bürgermeisters, eines Mannes, der allseits anerkannt war. In Sonderburg war man anders vorgegangen. Die beiden Gefallenendenkmäler, die dann 1925 eingeweiht wurden und bekanntlich heute noch bestehen, sind künstlerisch ohne Wert und verfolgen in ihrer typisierten Ikonografie die nationalen Strategien: hier Großsteingrab, dort Stahlhelm. Welch ein Unterschied zum 1923 eingeweihten Gefallenendenkmal in Apenrade von Johannes C. Bjerg, das in der Wertung einen europäischen Rang einnimmt.

Donnerstag, 28. September 1922

Das Alsener Bauernhaus

Inspektor Zangenberg vom Nationalmuseum, dem die Forschung ländlicher Bauweise obliegt, weilt seit etwa vierzehn Tagen auf Alsen, um das Alsener Bauernhaus zu bearbeiten. Dieser Aufenthalt auf Alsen gilt gewissermaßen nur als Rekognoszierung, damit erstmal festgestellt werde, wo man gute und typische Althäuser hat, die einer Vermessung und Zeichnung wert sind. Leider sind die allermeisten unserer Fachwerkbauten durch Umbau und Modernisierung, besonders im Innern, ziemlich wertlos geworden, doch gibt es noch einige vereinzelte Höfe, Häuser und Scheunen, z. B. in Holm, Stevning, Klinting, auf Rumohrshof usw., die ihre Ursprünglichkeit ziemlich bewahrt haben.

Der Bauforscher und Archikekt Halvor Zangenberg (1881-1940) war seit 1921 Inspektor des dänischen Freilichtmuseums in Lyngby, das bekanntlich eine Abteilung des Nationalmuseums ist. Seine jahrelangen Forschungen in allen Regionen Dänemarks versammelte er 1925 in dem noch heute grundlegenden Werk „Danske Bøndergaarde. Grundplaner og konstruktioner“, das u. a. das große Tafelwerk von R. Mejborg „Nordiske Bøndergaarde I. Slesvig“ von 1892 ergänzt.

Foto: DN

Montag, 4. September 1972

Das dänische Schulschiff „Georg Stage“ verlässt heute Morgen nach zweitägigem Aufenthalt wieder den Apenrader Hafen. Der Dreimaster hatte Freitag Nachmittag zum erstenmal im Hafen angelegt. Zwar war er des öfteren bereits in der Förde vor Anker gegangen, bis jetzt aber noch nie eingelaufen. Kapitän Nørrgaard machte dieses Mal eine Ausnahme, und so waren am Wochenende nicht nur zahlreiche Ruderer der Nordschleswig-Regatta in Apenrade zu beobachten, sondern auch Matrosen der „Georg Stage“, die den schwankenden Boden des 37 Jahre alten Segelschiffes zur Abwechslung einmal mit festem Apenrader vertauschten.

Schiff Georg Stage
Das 1934 in Frederikshavn gebaute Dreimastvollschiff, das die Galionsfigur seines Vorgängers „Georg Stage I“ ziert, wird gelegentlich Apenrade wieder besuchen. Das Vorgängerschiff, 1882 in Kopenhagen erbaut, ist heute als Museumsschiff in den USA zu bewundern. Georg Stage war 1880 als 22-Jähriger an Tuberkulose gestorben. Der Vater, der Kopenhagener Großreeder Frederik Stage (1803-1892) und seine Frau Thea gründeten eine Stiftung (Georg Stages minde), die heute noch besteht, und deren Statuten verlangten, „den an der Seefahrt Interessierten eine gründliche Erstausbildung in Seemannschaft und Seefahrt auf dem dazu bestimmten Schiff (Georg Stage) zu gewähren.“ Zum 50-jährigen Jubiläum erschien 1932 eine kleine Schrift (Oversigt over virksomheden inden for Georg Stades minde gennem 50 år) über die erste Georg Stage, zum 125-jährigen Jubiläum erschien in Kopenhagen ein großformatiger Bildband über die zweite „Georg Stage“. Foto: Wolfgang Fricke

Mittwoch, 6. September 1972

Olympische Spiele für unbestimmte Zeit abgebrochen

Mit Entsetzen reagierte die Welt auf den Terroranschlag im Olympischen Dorf, der am Dienstag den heiteren Spielen von München ein jähes Ende bereitete.

Zur 50-jährigen Wiederkehr des Anschlages von München vom 5. September wurde bereits an anderen Stellen berichtet. Es sei hier nochmals darauf hingewiesen, dass bedeutende Ereignisse von damals, von denen anzunehmen ist, dass sie andernorts gewürdigt werden, hier nicht benannt werden.

Freitag, 8. September 1972

Erste deutschsprachige Zeitung in Warschau

Erstmals seit 1945 erscheint in Warschau eine deutschsprachige Zeitung. Sie wird von der dem polnischen Außenministerium nahestehenden angesehenen Warschauer Tageszeitung „Zycie Warszawy“ herausgegeben und kommt zweimal die Woche heraus. Die Zeitung soll später täglich erscheinen. In der ersten Ausgabe wird die Nachricht aus Bonn begrüßt, dass die Bundesregierung in Bonn Verhandlungen mit der Regierung der DDR über die Regelung der grundsätzlichen Beziehungen zwischen den beiden deutschen Staaten aufgenommen hat.

Die polnische Zeitung „Zycie Warszawy“ (deutsch: Leben in Warschau) besteht noch heute, allerdings nur als Beilage einer der beiden großen polnischen Qualitätszeitungen. Die deutsche Zeitung besteht allerdings längst nicht mehr, dafür allerdings allerlei kleinere Blätter der deutschen Minderheit.

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