Segel-Event

Kongelig Classic: Deutsch-dänische Regatta steht vor dem Aus

Dirk Thöming
Apenrade/Flensburg
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Kongelig Classic war für klassische Yachten und historische Frachtschiffe. Das Küstenmotorschiff "Gesine" war als Regatta-Büro dabei. Foto: Historischer Hafen Flensburg, U. Reuschling

Nach Apenrade hat sich jetzt auch Flensburg aus der Segelregatta „Kongelig Classic“ zurückgezogen. Damit steht die grenzüberschreitende Veranstaltung vor dem Aus.

Im Februar teilte die Kommune Apenrade mit, dass sie die grenzüberscheitende Segelregatta „Kongelig Classic“ nicht länger fördern werde. Nachdem sich im Januar bereits der Förderverein in Apenrade aufgelöst hatte, stand damit fest, dass sich die Kommune nicht mehr an der Veranstaltung beteiligen wird. Über 400.000 Kronen waren jährlich für das Fest bewilligt worden.

Als Konsequenz daraus haben jetzt auch die Flensburger Veranstalter vom Historischen Hafen die Regatta abgesagt.

„Da auf dänischer Seite die Finanzierung der diesjährigen ,Kongelig Classic‘ nicht gesichert werden konnte, muss die Regatta 2019 leider ausfallen“, teilt der Historische Hafen Flensburg auf seiner Homepage mit.

Die Kommunen Apenrade und Sonderburg und die Stadt Flensburg hatten die Segelregatta, die an die erste Flensburger Regatta von 1855 mit Teilnahme des dänischen Königs Frederik VII erinnern sollte, 2012 als EU-Projekt gemeinsam ins Leben gerufen. Bis 2014 gab es EU-Fördergelder, danach mussten die Kommunen ihren Anteil selbst bezahlen.

Apenrade bewilligte gut 400.000 Kronen jährlich und Sonderburg 200.000 Kronen. Die Stadt Flensburg gab 5000 Euro (37.500 Kronen), organisierte aber die eigentliche Wettfahrt der Schiffe.

„Hut ab vor den beiden dänischen Kommunen, die das Geld zur Verfügung gestellt haben“, sagt Flensburgs Hafenkapitän Frank Petry, der in Teilzeit auch Geschäftsführer des Historischen Hafens ist.

Er bedauert, dass die Regatta nicht weiter stattfinden kann.

„Apenrade und Sonderburg haben einen Anteil für die Durchführung der wasserseitigen Veranstaltung beigetragen. Ohne Apenrades Anteil geht es leider nicht“, so Petry.

Die Regatta hatte jedes Jahr abwechselnd Apenrade und Flensburg als Zielhafen. Sonderburg wurde jeweils als Übernachtungsort in der Mitte angelaufen. Der Museumshafen Flensburg hatte jedes Jahr ein Startschiff, den Hafen-Schlepper „Flensburg“ als Zielschiff und das historische Küstenmotorschiff „Gesine“ als Regatta-Büro dabei.

Sonderburg wurde jeweils am Ende des ersten Regattatages angelaufen. Foto: Historischer Hafen Flensburg, U. Reuschling

„Unsere freiwilligen Helfer waren sehr begeistert und wollten gerne weitermachen. Aber wir können leider nicht von Luft und Liebe leben. Es entstehen erhebliche Kosten für die Erstellung der Strukturen“, sagt Frank Petry.

Zunächst dieses Jahr abgesagt

Die Regatta ist vorläufig erst einmal für dieses Jahr abgesagt worden. Im Vergleich zur Flensburger Rum-Regatta, die wieder über Himmelfahrt stattfindet, sei sie mit zwei Segeltagen sehr aufwändig gewesen.

„Bei zwei Tagen segeln müssen die Segler sich mindestens vier Tage Zeit nehmen. In den vergangenen Jahren lag die Veranstaltung direkt in den Sommerferien, und es war schwerer, teilnehmende Boote zu finden. Die Zahl der Boote sank von Anfangs 100 auf etwa die Hälfte“, sagt Frank Petry.

Während die Standgebühren von Würstchen- und Bierbuden zur Finanzierung der Rum-Regatta beitrügen, seien die kleinen Hafenfeste von „Kongelig Classic“ in Apenrade und Flensburg komplett unkommerziell organisiert worden. Damit sei es so teuer für die beteiligten Kommunen geworden.

Für immer abgesagt ist „Kongelig Classic“ übrigens noch nicht. Ganz bewusst haben die Flensburger Organisatoren die Homepage der Veranstaltung noch nicht gelöscht.

„Aber von uns aus werden wir nicht mehr aktiv in der Sache“, sagt Frank Petry.

Von Seiten der Stadt Flensburg wird die Entscheidung der Absage bedauert.

„Es war ein Gedanke, ein Event von Ort zu Ort zu tragen. Wir fanden die Veranstaltung immer gut. Sie war Teil des maritimen Kulturangebots Flensburgs. Wir hoffen noch, dass es vielleicht nach einem Jahr wieder belebt wird. Dann sind wir auf jeden Fall wieder bereit, es zu unterstützen. Aber es müssen sich dann Leute finden, die bereit sind, es durchzuführen“, sagt Stadtsprecher Clemens Teschendorf.

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