Deutsche Minderheit

Vater Kai legte sich in die Riemen

Vater Kai legte sich in die Riemen

Vater Kai legte sich in die Riemen

Sonderburg/Sønderborg
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Vater Kai Schlüter bereitet sich mithilfe der Ruderlehrerin Susanne Klages auf den ersten Ausflug zur See vor. Im Hintergrund steht Kim Schauer Boysen aus Apenrade. Foto: Karin Riggelsen

Ein Junge hat seine ganze Familie zum Rudertraining überredet. Das NRV-Trainingslager war diesmal nicht in Berlin, sondern am Alsensund.

Normalerweise findet das jährliche einwöchige Osterlager des Nordschleswigschen Ruderverband NRV in der deutschen Hauptstadt Berlin statt. An die zehn Nordschleswiger düsen die 465 Kilometer im Auto nach Deutschland, um sich in Berlin für die Regatten vorzubereiten.

Das musste im vergangenen Jahr wie sovieles andere wegen Corona abgeblasen werden. Die deutsch-dänische Grenze blieb zu. Eine Alternative für das Rudertraining in Berlin gab es 2020 nicht.

Training auf dem Alsensund

Anders ist es in diesem Jahr in der Woche vor Ostern. In diesem Jahr dürfen die Ruderer aus dem Landesteil aber nicht in Berlin, sondern bei Germania in Sonderburg in See stechen. Am Sonnabend und Sonntag beteiligten sich jeweils sechs Personen am Training auf dem Alsensund.

Kai Schlüter beim coronagerechten Ergometertraining im Freien. Foto: Karin Riggelsen

Die Germania-Vereinstrainerin Susanne Klages und ihr Mann, der Ruderlehrer Marc-Oliver Klages, sind trotz der etwas geringeren Teilnehmerzahl zufrieden: „Es ist schön, dass es überhaupt stattfinden kann“, so Susanne Klages.

Bei einem Angebot ohne Möglichkeit, direkt vor Ort übernachten zu können, sind einige der Jugendlichen wohl zu Hause geblieben.

Kai Schlüter, Kim Schauer Boysen und die Trainerin Susanne Klages. Foto: Karin Riggelsen

Ganze Familie zum Rudertraining

Was Susanne Klages freut: Eine Familie aus Hörup (Hørup) legt sich in diesem Jahr richtig in den Riemen. Der zwölfjährige Kalle Schlüter hatte seine Geschwister, seine Mutter und auch seinen Vater Kai zum Rudertraining überredet.

Es ist schön, dass es überhaupt stattfinden kann.

Susanne Klages, Vereinstrainerin Germania

Für Vater Kai gab es am Sonnabend den ersten zwei Kilometer langen Ausflug im Ruderboot. Was so einfach aussieht, erfordert ganz andere Bewegungsabläufe, weiß die Rudertrainerin.

Beisammen nur im Freien

Wegen Corona gilt aber auch in Dänemark für alle: Beisammen ist man in einer größeren Anzahl nur im Freien. Wer sich zwischen den Ruderausflügen vormittags und nachmittags aufwärmen möchte, muss das im eigenen Auto machen.

Kim Schauer Boysen hilft, ein Ruderboot zum Alsensund zu dirigieren. Foto: Karin Riggelsen

Nach jedem Ausflug werden die Boote übrigens extrem gesäubert, damit alle eventuellen Viren beseitigt werden.

Das NRV-Trainingslager – vormittags von 10 bis 12 oder 13 Uhr und nachmittags zwei bis drei Stunden lang ab 15 Uhr - läuft noch in dieser Woche. Am Donnerstag kommen übrigens unter anderem auch Ruderer aus Apenrade (Aabenraa) und Hoyer (Højer).

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