Schulprojekt

Spielerisch programmieren: Vorsicht, ansteckend

Spielerisch programmieren: Vorsicht, ansteckend

Spielerisch programmieren: Vorsicht, ansteckend

Gravenstein/Gråsten
Zuletzt aktualisiert um:
Abstand halten ist gar nicht so einfach, wenn alle umherlaufen ... Foto: Karin Riggelsen

Gut für Kopf und Körper: An der Förde-Schule in Gravenstein lernen Schüler das Programmieren, indem sie die Ansteckungskette des Coronavirus nachspielen.

Nanna ist infiziert. Wer ihr zu nahe kommt, hat keine Chance. „Los geht es“, ruft Pädagoge Frank Butterbrodt, „auf Drei drücken wir Reset, und dann geht es los!“ Die Kinder stehen gespannt auf dem grünen Rasen – und dann beginnt das Fangspiel.

Wem sich Nanna auf zwei Meter nähert, ist angesteckt – und steckt andere an. Das alles ist ein Spiel, mit dem die Kinder an der Förde-Schule zwei Dinge auf einmal lernen.

Alle Schüler halten einen programmierten Chip in der Hand, der den Abstand zueinander misst. Foto: Karin Riggelsen

 

Spielerisch lernen, wie eine Ansteckungskette funktioniert und dabei noch das Abstandhalten besser verstehen: An der Förde-Schule ist das Programmieren in diesen Tagen eine hochaktuelle Angelegenheit mit hohem Aufklärungswert.

Mikrobits spielen Ansteckung nach

Mit Pädagoge Frank Butterbrodt programmieren die Kinder Mikrobits, die eine Ansteckungskette symbolisieren.

Jeder Chip erkennt über Bluetooth die anderen – und kann sich bei einem Überschreiten des Zwei-Meter-Abstands „anstecken“.

Oliver Wolf Sommerlund mit einem Mikrobit. Im Hintergrund das Programm, mit dem die Kinder den Chip über ihren Laptop programmieren. Foto: Karin Riggelsen

Wie das funktioniert, das lernen die Kinder vorab, wenn sie am Laptop über ein Programmierprogramm dem Chip sagen, worauf und wie er reagieren soll. Dieses Programm wird dem Mikrobit anschließend aufgespielt – und das Fangspiel kann beginnen.

Pädagoge Butterbrodt arbeitet seit geraumer Zeit mit diesen Programmier-Chips für Kinder.

So sehen die Kinder, warum die Mikrobits so reagieren, wie sie reagieren. Und gleichzeitig lernen sie, was Kontakt und Abstand zu anderen Personen bedeutet, wenn es um die Ansteckungsgefahr geht.

Frank Butterbrodt, Pädagoge
Pädagoge Frank Butterbrodt bringt den Kindern das Programmieren bei - und ist beim Spiel auf dem Rasen mit dabei. Foto: Karin Riggelsen

„Die Schüler kriegen ein Verständnis für IT. Und mit Blick auf Corona hatte ich die Idee, wie man die Ansteckungsgefahr spielerisch programmieren könnte", so der IT-Experte.

„So sehen die Kinder, warum die Mikrobits so reagieren, wie sie reagieren. Und gleichzeitig lernen sie, was Kontakt und Abstand zu anderen Personen bedeutet, wenn es um die Ansteckungsgefahr geht“, so der Pädagoge.

Yasmin zeigt, was passiert, wenn sich der Chip angesteckt hat: ein saurer Smiley erscheint. Auch das haben die Schüler vorab programmiert. Foto: Karin Riggelsen



Draußen auf dem großen Gelände der Förde-Schule wird eines deutlich: Bleibt jeder für sich, steckt sich niemand an. Fangen alle an, sich zu bewegen, springt das Virus über. Eine Gesellschaft in Miniaturformat. Und wer angesteckt ist, geht in die Knie.

 

 

Angesteckt: Wer infiziert ist, setzt sich hin oder geht in die Knie. Foto: Karin Riggelsen
Mehr lesen

Leserbeitrag

Hanns Peter Blume/jrp
„Zuzüglertreffen: „Tilflytterhygge – Meet and Greet““