Kreuzfahrtschiff zu Besuch

Sonderburg hat Gäste der „Albatros“ beeindruckt

Sonderburg hat Gäste der „Albatros“ beeindruckt

Sonderburg hat Gäste der „Albatros“ beeindruckt

Ruth Nielsen
Ruth Nielsen Lokalredakteurin
Sonderburg/Sønderborg
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Örtliche Geschäfte stellten ihre Besonderheiten an Getränken und Essen vor Foto: Ruth Nielsen

Die Alsenmetropole begrüßte zum zweiten Mal ein Kreuzschiff – und die Gäste mit einem kostenlosen Frühstück. Nur das Wetter wollte nicht so richtig mitspielen.

Schon um 5.30 Uhr am Sonnabendmorgen stand ein Begrüßungskomitee am Schlosskai in Sonderburg bereit, um die ersten Gäste des Kreuzschiffes „Albatros“ willkommen zu heißen. Das Motorschiff mit 830 Passagieren und 340 Besatzungsmitgliedern der Gesellschaft „Phoenix-Reisen“ hatte in der Bucht den Anker geworfen. Um die 300 sind an Land gegangen.

Angebote an Land

Dort gab es kostenloses Frühstück, viel Musik und Geschichtsunterricht. Ejnar Sten Hansen aus Vejle trug die Uniform eines preußischen Soldaten von 1864. Er begrüßte die deutschen Gäste mit „Herzlich willkommen. Haben Sie gut geschlafen?“ bzw. „Ich hoffe, es hat Ihnen gefallen. Gute Heimfahrt“.

Cornelia und Thorsten Riedel (l.) und Inge und Hans Jürgen Dietze aus Chemnitz rundeten ihre Stadtbesichtigung mit einer Fahr im Bummelzug ab. Foto: Ruth Nielsen

Er erzählte über die Schlacht 1864. „Die kennen die wenigsten Deutschen. Ich trage die preußische Uniform, um zu zeigen, dass sie dabei waren. Die Leute reagieren sehr positiv. Trotz Regen sind sie gut gelaunt“, so sein Fazit.

Erwartungen übertroffen

Das scheint zu stimmen Cornelia Riedel und Mutter Inge Dietze aus Chemnitz kehren mit den besten Eindrücken von Sonderburg zurück: „Unsere Erwartungen sind übertroffen. Es ist eine kleine charmante Stadt. Leider hatten die Geschäfte noch zu, als wir an Land kamen (8 Uhr), aber wir haben reingeschaut und sehr schöne Sachen gesehen“, sagte Cornelia Riedel.

Die Sitzbänke in der „Street Food-Zone“ blieben leer. Es war zu nass. Foto: Ruth Nielsen

Gelobt wird auch die Musik in den Straßen, die Flohmärkte und andere Stände. Einen größeren Überblick verschaffen sie sich am Ende mit einer Fahrt mit dem Bummelzug.

Sie können sich gut vorstellen, Sonderburg zu besuchen. „Gibt es Ferienhäuser?“, fragte Inge Dietze. Oh ja, und zwar viele, schließlich hat die Kommune Sonderburg über 200 Küstenkilometer.

Angetan von der Gastfreundschaft

„Es ist super hier. Was die Leute auf die Beine gestellt haben, nur für uns!“, meint Marlies Tieleman aus dem Münsterland. Da sie nicht gut zu Fuß ist, hat sie mit ihrem Mann die Zugfahrt mitgemacht und so ebenfalls einen guten Eindruck von Sonderburg gewonnen, obwohl es unterwegs keine Erklärungen gab. „Auf jeden Fall kommen wir wieder, mit einem Wohnmobil. Die Leute sind sehr nett, einfach fantastisch“, so Ehemann Erik.

Ejnar Sten Hansen als preußischer Soldat erzählte über die Schlacht 1864. Foto: Ruth Nielsen

Enormer Arbeitseinsatz

Karsten Schøn, Inhaber der Agentur „Sea Dane Travel“, hat der Kommune und dem Geschäftsleben erneut beratend zur Seite gestanden und dafür um die 400 bis 500 Stunden gebraucht. „So etwas ist mit viel Arbeit verbunden wie Kontakt zur Reederei, Zeitplan. Das Konzept ist nicht geändert worden. Warum auch? Das war beim ersten Mal (Oktober 2018) erfolgreich. Leider spielt dieses Mal das Wetter nicht mit. Schade, aber nicht zu ändern.“

Pöbelnde Autofahrer

Was ihn aufbringt, sind Autofahrer, die trotz Verbotsschilder und Betonklötzen durch die Hafenstraße fahren. Das Schlimme: Er wird angepöbelt, sogar beschimpft, als er die Autofahrer darauf aufmerksam gemacht hat.

Marlies und Erik Tieleman aus dem Münsterland sind sich sicher: „Wir kommen wieder“. Foto: Ruth Nielsen

Eine gute Investition

Sein unmittelbares Fazit: „Die Leute sind begeistert, von der Musik, den Angeboten. Auch wenn die Geschäfte vielleicht nicht den Umsatz haben, der kommt sicherlich von den Bürgern im Laufe des Tages, und noch die Auswertung folgt, denke ich, ist es eine gute Werbung für die Stadt, die mit Geld nicht aufzuwiegen ist. Es ist eine gute Investition“, hält er fest.

Kurzer Aufenthalt

Er bedauert, dass die „Albatros“ bereits um11.30 Uhr den Anker gehoben hat (bei kräftigem Regenguss), „aber das ließ sich nicht ändern. Es muss seine Zeit für die Passage durch den Ostsee-Kanal ja einhalten“, begründet Karsten Schøn den kurzen Aufenthalt des Kreuzschiffes.

Karsten Schøn ist überzeugt: Kreuzschifffahrttourismus ist eine gute Investition. Foto: Ruth Nielsen
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