Bauprojekt

Pfadfinder bauen nachhaltiges Haus aus Abriss-Material

Pfadfinder bauen nachhaltiges Haus aus Abriss-Material

Pfadfinder bauen nachhaltiges Haus aus Abriss-Material

Düppel/Dybbøl
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Nis Madsen Thaysen vor dem Fundament, auf dem nun die Hütte entsteht Foto: Sara Wasmund

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Die KFUM-Pfadfinder auf Düppel haben sich das Baumaterial des ehemaligen Soldatenheims gesichert und bauen damit nun ein neues Vereinshaus auf 240 Quadratmetern. Ein Besuch an der Vaskilde in Düppel.

170.000 Kronen fehlen den KFUM-Pfadfindern noch zu ihrem Glück: einem neuen Dach über dem Kopf. An der Düppeler Adresse Vaskilde wollen die Pfadfinder ein neues Vereinshaus bauen – aus Holz, Metall und Dachziegeln des abgerissenen Sonderburger Soldatenheims, das einst auf dem Gelände neben der Kaserne stand, auf dem nun das Parkhaus liegt.

Die Biber backen Pfannkuchen auf dem Lagerfeuer

„Wir haben damals die Materialien abgebaut und eingelagert, ein Pfadfinder hat Eltern mit einer großen Scheune, und ein Teil der Baumaterialien liegt hier“, sagt Nis Madsen Thaysen. Er ist an diesem Montagabend leicht in Rauch gehüllt, die Biber-Gruppe backt neben dem Projektleiter Pfannkuchen auf einem Lagerfeuer.

Kleine Hagelschauer und Wind können den rund 45 Kindern und Betreuern die Lust auf Natur und draußen nicht verderben. Kapuze auf und warten – und für zart besaitete Besucher gibt es ein Vordach am bestehenden Vereinshaus.

Signe Woelke Thuesen (oben) und Sarah Petersen vor dem Pfadfinderheim Foto: Sara Wasmund

Das Holzhaus ist der Pfadfindergruppe auf Düppel längst über die Köpfe gewachsen, erzählt Nis Madsen Thaysen. „Als wir das Haus bauten, hatten wir rund 30 Mitglieder, jetzt sind es 80.“

Nachhaltiges Bauen auf 240 Quadratmetern

Das neue Haus wird rund 240 Quadratmeter groß, und der benachbarte Fußballverein bekommt ebenfalls einen Raum zur Verfügung gestellt. Die Baukosten belaufen sich auf 1,7 Millionen Kronen.

Das Fundament ist bereits gegossen worden, nun bauen die Erwachsenen und die ältesten Pfadfinder das Haus auf. „Bis zur Fensterhöhe etwa, Dach und Dachkonstruktion müssen professionell erbaut werden“, sagt der Projektleiter. Auch Strom und Wasserleitungen werden von Fachhand installiert.

Die Baumaterialien stammen von dem alten Soldatenheim neben der Kaserne in Sonderburg, das abgerissen wurde. Foto: Sara Wasmund

„Wir haben für das Projekt rund 2.000 Stunden freiwillige Arbeit einkalkuliert“, so der Projektleiter, der einst über seine Frau den Weg zu den Pfadfindern fand. Mittlerweile ist die ganze Familie involviert, inklusive Kinder und Enkel.

Montags ist Pfadfindertag

Derzeit dürfen sich die Pfadfinder wie alle anderen Vereine im Land nur draußen treffen. „Das machen wir seit Woche 7, als die Restriktionen gelockert wurden und Draußen-Treffen wieder erlaubt wurden. Wir beginnen montags um 17 Uhr mit den jüngsten Gruppen, und die beiden älteren Gruppen sind hier bis 21 Uhr. So können wir die Grenze bis 50 Personen einhalten“, erklärt Nis Madsen Thaysen.

Die Biber-Gruppe backt Pfannkuchen auf dem Lagerfeuer. Foto: Sara Wasmund

Die 16-jährige Sarah Petersen ist eine der älteren Pfadfinder. „Ich bin seit sieben Jahren dabei. Ich finde es toll, dass man eigentlich ständig draußen ist und dass man Sachen macht, die man sonst nicht machen würde“, so die Schülerin. Beispielsweise in einer offenen Hütte schlafen oder einen Orientierungslauf durch Kopenhagen absolvieren.

Freunde gewonnen und Abenteuer erlebt

Signe Woelke Thuesen ist seit fünf Jahren mit dabei. Die Zehnjährige hat im Winter in einem Naturbett im Freien übernachtet – bei minus sechs Grad. „Das war ein spannendes Erlebnis. Ich habe bei den Pfadfindern auch viel mehr Freunde gefunden, und zusammen haben wir Shelter gebaut und darin übernachtet. Das war ein Erlebnis!“, erzählt Signe Woelke Thuesen.

Läuft alles nach Plan, wird das neue Vereinshaus an der Vaskilde im Februar 2022 eingeweiht. Die letzten 170.000 Kronen fehlen noch – ein Antrag bei der Stiftung Real Dania läuft. Man kann online für das Projekt abstimmen, unter https://undervaerker.dk/udforsk-projekter/2021/spejdernes-kraftcenter-dybbol.

Kommune unterstützt das Projekt

Da das Haus zu großen Teilen nachhaltig, da mit alten Baumaterialien, gebaut wird, war es nicht leicht, Spenden zu erhalten. Zuwendungen für einen Bau aus Recycling-Materialien seien eher selten. „Die Kommune Sonderburg hat uns aber in all unseren Plänen immer unterstützt – und uns zuletzt eine Garantie über 600.000 Kronen ausgestellt“, so Nis Madsen Thaysen.

Die alte Pfadfindergruppe ist zu klein geworden für die 80 Mitglieder der KFUM-Pfadfinder auf Düppel. Foto: Sara Wasmund
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