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LGBTQ+: Eine Dokumentation über das bunte Sonderburg

LGBTQ+: Eine Dokumentation über das bunte Sonderburg

LGBTQ+: Eine Dokumentation über das bunte Sonderburg

Sonderburg/Sønderborg
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Vizebürgermeister Stephan Kleinschmidt (SP) bei seiner Rede bei der großen Pride Foto: Karin Riggelsen

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„Vereint in der Vielfältigkeit“ heißt die Sendung, die nur am Dienstag im Kinorama Sonderburg gezeigt wird. Regisseur Frank Bisgaard Winther aus Aarhus ist gespannt auf die Reaktion des Publikums.

Im Kinorama Sonderburg wird am Dienstag, 21. Februar, 18 Uhr, ein neuer Dokumentarstreifen über das junge LGBTQ+-Milieu in Sonderburg gezeigt. Der Film heißt „Forenet i Mangfoldighed“ (Vereint in der Vielfältigkeit), und es ist das einzige Mal, wo das Publikum den einstündigen Film sehen und gleichzeitig auch Regisseur Frank Bisgaard Winther (58) aus Aarhus treffen kann. Der Eintritt kostet 75 Kronen.

„Ich freue mich auf die Reaktionen des Publikums, und die drei Darsteller haben sich bereitwillig zur Verfügung gestellt. Sie gaben mir ihre Geschichte – und jetzt sehen wir, wie andere darauf reagieren“, so Bisgaard gespannt. Am Dienstag werden auch seine Eltern dabei sein. Wer am Dienstag verhindert ist, kann sich den Film auf „Filmstriben.dk“, bei „DK4“, „TV-Syd“ und einigen weiteren Plattformen anschauen.

Frank Bisgaard Winther Foto: Privat

Gebürtiger Sonderburger

Frank Bisgaard Winther ist in Sonderburg geboren und aufgewachsen.

„Ich wollte ein Porträt über den Verein und die Leute dahinter machen. Ich habe mich gewundert, dass es immer noch notwendig ist, sich geschlechterpolitisch organisieren zu müssen. Deshalb wollte ich erzählen, warum und wie sexuelle Minoritäten zusammenfinden und eine gemeinsame Identität schaffen“, so Frank Bisgaard Winther.

Ich freue mich auf die Reaktionen des Publikums, und die drei Darsteller haben sich bereitwillig zur Verfügung gestellt. Sie gaben mir ihre Geschichte – und jetzt sehen wir, wie andere darauf reagieren.

Frank Bisgaard Winther, Regisseur

Winther lebt seit vielen Jahren in Aarhus. Auf die neue LGBTX+-Vereinigung in Sonderburg wurde er durch Facebook aufmerksam. Seit der Gründung im Februar 2022 ist er der kleinen Gruppe gefolgt. „Für mich war es interessant. Vor 40 Jahren gab es so etwas überhaupt nicht in Sonderburg“, meint er. Die Dokumentation über die Vielfältigkeit wurde mit einer Finanzspritze aus dem Topf von „Europan-Nævnet“ und aus der eigenen Tasche finanziert.

Hate-Crime vor der Pride

In der Nacht vor der großen geplanten Pride im August 2022 kam es in Sonderburg zu einem sogenannten Hate-Crime-Vorfall. Hate-Crimes sind Verbrechen, die sich gegen eine Person oder eine Gruppe wenden, die einer Minorität angehören. Oft passieren diese Überfälle aus einem Hass gegenüber ethnischen, religiösen oder sexuellen Minoritäten heraus.

Zwei Männer hatten auf Facebook einige hasserfüllten Kommentare an die Pride-Teilnehmenden gerichtet. Anschließend wurden zwei Männer aus Sonderburg im Alter von 19 und 23 Jahren angezeigt. Winther war bei der Pride dabei: „Das konnte man deutlich spüren. Nicht zuletzt war aber auch ganz viel Polizei zugegen.“

John Brandt ist Vorsitzender von SF in Sonderburg. Foto: Privat

Der Hate-Crime-Vorfall kam auch für John Brandt, den Initiator der Pride und LGBTX+, völlig überraschend. „Als ich am Abend vor der Pride darüber unterrichtet wurde, war ich sehr überrascht. Ich habe noch nie eine Hate-Crime gegen mich als Person erlebt. Das war völlig überwältigend“, so Brandt.

Die Aktion konnte die Pride aber nicht stoppen. 600 Frauen und Männer beteiligten sich an der Veranstaltung.

Keine gleichen Rechte

„Wir hatten einen prachtvollen Tag mit Sonne und glücklichen Menschen in allen Regenbogenfarben. Wir müssen aber immer noch daran erinnern, dass der Marsch eine Markierung war, dass es keine gleichen Rechte für alle gibt. Sexuelle Minoritäten erleben immer noch Diskriminierung, Hassverbrechen und Ausschluss. Das wollen wir gern ändern, damit alle ein Teil der Gemeinschaft werden können“, meint John Brandt.

Der Dokumentarfilm wird im Sonderburger Kinorama gezeigt. Für den Kinobetreiber war das eine natürliche Sache: „Es ist spannend, dass ein lokaler Verein von einem Mann aus dieser Gegend porträtiert wird. Ich wusste, dass ich die Premiere im Kino zeigen wollte“, so Per Matthiesen. Der Saal bietet 200 Frauen und Männern einen Sitzplatz. Am Mittwoch hatten sich schon 70 Personen einen weichen Sessel gesichert.

Bei der Pride 2022 wurde auch getanzt. Foto: Karin Riggelsen
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