Corona-Krise

Hairstylist des Borgen jetzt bei „Danish Crown“

Hairstylist des Borgen jetzt bei „Danish Crown“

Hairstylist des Borgen jetzt bei „Danish Crown“

Sonderburg/Sønderborg
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Sasha Fetrat in seinem Salon „MbyS" Foto: Karin Riggelsen

Sasha Fetrat konnte nicht vier Monate lang Urlaub machen. Er gehört seit Monaten zu Falcks Schnelltest-Team in der Schlachterei Blans.

Sasha Vosooghi Fetrat ist es seit acht Jahren gewohnt, in seinem noblen Salon „MbyS“ in Borgen Männern, Frauen und Kindern den perfekten Haarschnitt oder das vorteilhafteste Styling zu verpassen. Ende Dezember musste aber auch er erneut wegen Corona alles schließen.

Der Vater zweier Kinder im Alter von sieben und fünf Jahren hätte sich statt einer Arbeitswoche von typisch 60 bis 70 Stunden eigentlich auch eine wohlverdiente längere Pause gönnen können. Aber das ging überhaupt nicht.

Kontakt zu Kunden fehlte ihm

„Ich bin ja fast vor Langeweile gestorben. Ich war es einfach leid, nur zu Hause herumzuhängen. Mir fehlte der Kontakt zu den Kunden. Ich bin noch nie arbeitslos gewesen“, meint der 30-Jährige, der als Kind die Deutsche Schule Sonderburg besuchte.

Der Friseur rechnet nicht mit einer staatlichen Kompensation für vier Monate ohne Einnahmen – und die Ausgaben für zwei Kinder, Haus und Auto fallen ja auch nicht plötzlich flach.

So sieht der Nobel-Friseur Sasha Fetrat bei Danish Crown aus. Foto: Sasha Fetrat

Mal was ganz anderes

Was macht der Mann? Sasha Fetrat meldete sich bei Falck beim festen Tester-Team an. Nach einem Hygiene- und Antigen-Kurs ging es für ihn ab nach Deutschland. Plötzlich in einem Schutzanzug mit Gesichtsschutz einer anderen Person gegenüberzustehen und ihr ein Wattestäbchen tief in die Nase zu schieben, damit hatte er kein Problem. „Ich bin es ja gewohnt, nah bei anderen Menschen zu sein“, meint der Friseur.

Ich bin ja fast vor Langeweile gestorben. Ich war es einfach leid, nur zu Hause herumzuhängen. Mir fehlte der Kontakt zu den Kunden. Ich bin noch nie arbeitslos gewesen.

Sasha Fetrat, Friseur im Einkaufszentrum Borgen

Hinein ins Schnelltest-Team

Eine Woche lange gehörte er zu Falcks Schnelltestteam für Grenzpendler im Scandinavian-Park, die mitten in der Nacht ihre Schicht antreten. Er musste also schon um 2.30 Uhr aufstehen in Sonderburg. „Da habe ich dann gekündigt. Zum einen die frühe Schicht, und dann immer diese Scherereien an der Grenze“, meint der Friseur.

Aber es vergingen lediglich zwei Tage, dann rief Falck erneut nach ihm. Ihm wurde ein Test-Job bei Danish Crown in Blans angeboten. Dort beginnt die erste Schicht auch schon um 3.30 Uhr. Der erste Dienst geht bis 8 Uhr, dann darf Sasha Fetrat für einige Stunden zurück nach Sonderburg. Die zweite Schicht geht von 13 bis 15 Uhr.

Völlig andere Aufgabe gefällt ihm

Bei Danish Crown arbeiten 1.100 Mitarbeiter, die jede Woche an die 62.000 Schweine schlachten und verarbeiten.

Dem Friseur gefällt sein im Vergleich zum noblen Friseur-Dasein völlig anderes Tun. „Jetzt habe ich wieder eine Aufgabe. Ich habe jeden Tag einen Grund zum Aufstehen – und ich gehe früh ins Bett. Zusammen mit den Kindern“, so Sasha Fetrat, der bei Danish Crown jeden Tag bis zu 250 Personen testet. Er schätzt seine guten Kollegen von Falck.

Dort bleibt der Coiffeur, bis er am 21. April im Borgen wieder seinen Salon „MbyS“ öffnen kann.

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