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Fitness-Killer Corona: „Jetzt will ich wieder in Form kommen“

Fitness-Killer Corona: „Jetzt will ich wieder in Form kommen“

Fitness-Killer Corona: „Wieder in Form kommen“

Sonderburg/Sønderborg
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Helmuth Petersen freut sich, dass der Alltag mit Theaterproben und Fitness-Center wieder zurück ist. Foto: Karin Riggelsen

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Mit 76 Jahren hält sich Helmuth Petersen fit wie ein Turnschuh. Doch als sein Fitness-Center wegen der Corona-Restriktionen schließen musste, ging es mit seiner Kondition steil bergab.

Erst kamen die Corona-Restriktionen und dann auch noch ein Rasenmäher-Roboter. Helmuth Petersen ist eigentlich ein rüstiger Rentner, doch durch die Schließung der Fitness-Center während des Lockdowns fühlte sich der 76-Jährige eher wie ein rostiger Rentner.

„Es gab jeden Morgen ein neues Morgen“

„Das war ganz, ganz schlimm im Lockdown. Mein Studio Fitness World hatte geschlossen. Man hat sich zwar immer vorgenommen, etwas zu machen. Im Freien gibt es ja auch Möglichkeiten, sich zu bewegen. Aber ich hatte immer eine Entschuldigung. Man sagt sich: morgen, heute regnet es. Oder morgen, heute ist es zu warm“, so Helmuth Petersen. „Es gab jeden Morgen ein neues Morgen.“

Einzig sein Garten hielt ihn etwas auf Trab ­­– doch die Neuanschaffung eines Roboter-Rasenmähers verhalf ihm zwar zu einem feinen Rasen, nicht aber zu mehr Bewegung. „Immerhin habe ich zusammen mit einem Nachbarn die Steine um den Rasen neu gelegt, damit der Roboter weiß, wo sein Bereich ist. Das war eine anstrengende Arbeit“, stellt Helmuth Petersen fest.

Drei bis vier Kilo hat Helmuth Petersen während des Lockdowns zugenommen. Foto: Sara Wasmund

Auch habe er in der Nachbarschaft immer mal wieder ausgeholfen ­– neue Möbel reintragen oder sonstiges – aber so wirkliche Bewegung sei das nicht gewesen, so Petersen. „Und Joggen war nie meine Sache, ich bin nicht so ein Naturmensch. Das Einzige, was mir gefällt, ist Angeln, und da verbrennt man auch nicht gerade Kalorien.“

Die Muskeln bauten ab, und der Bauch baute auf

Und so kam es, wie es kommen musste: Die Muskeln bauten ab, und der Bauch baute auf. „Drei bis vier Kilo habe ich wohl zugenommen“, schätzt der pensionierte Schulleiter. Umso besser, dass sein Fitnessstudio nun wieder geöffnet hat und er zweimal die Woche trainieren kann. „Jetzt will ich wieder in Form kommen.“

Montags und donnerstags trainiert Helmuth Petersen rund zwei Stunden am Stück. „Ich trainiere an den Geräten für Beine, Gesäß, Bauch, Brust, Rücken und Arme, und ich gehe fünf Kilometer auf dem Laufband“, verrät Petersen. „Früher habe ich auf dem Laufband ja immer den aktuellen ,Nordschleswiger’ gelesen, das fehlt mir jetzt natürlich“, sagt Petersen.

Der Sonderburger Helmuth Petersen in seinem Garten - mit dem Frühling kommt die Form zurück. Foto: Sara Wasmund

Wenn er regelmäßig in seinem Fitnessstudio trainiert, fühlt er sich gesund und beweglich. „Ich fühle mich eigentlich genauso fit wie mit 63, als ich in Rente gegangen bin. Da spüre ich keine große Veränderung. Außer dass ich die Dinge heutzutage mehr mit der Ruhe nehme und mehr Zeit habe. Vor anderthalb Jahren habe ich außerdem mit dem Rauchen aufgehört – das kann ich ganz klar an meiner Kondition merken, das tat meinem Körper sehr gut.“

Auch das Gehirn braucht Training

Als Amateur-Schauspieler ist es ihm wichtig, neben seinem Körper auch sein Gehirn fit zu halten. „Die Proben und das Üben haben ebenfalls wieder begonnen, beziehungsweise beginnen bald. Das ist auch wichtig, denn das Lernen von langen Textpassagen ist sehr gut für das Gehirn", sagt Petersen, der unter anderem in der Theatergruppe Theaterdrang und im Kabarett Heimatmuseum aktiv ist.

Corona war eine schlimme Zeit. Ich habe mich geradezu nach körperlicher Betätigung gesehnt, auch weil ich ein sehr geselliger Mensch bin und gerne zum Essen einlade. Ich koche und backe gerne. Da braucht man einen Ausgleich!

Helmuth Petersen, Pensionär

Er ist froh, dass die Zeit der Restriktionen erst mal vorbei ist. „Wie gesagt, Corona war eine schlimme Zeit. Ich habe mich geradezu nach körperlicher Betätigung gesehnt, auch weil ich ein sehr geselliger Mensch bin und gerne zum Essen einlade. Ich koche und backe gerne. Da braucht man einen Ausgleich!“

Vom rostigen wieder zum rüstigen Rentner

Apropos gesellig: Der Besuch im Fitness-Studio ist für Helmuth Petersen auch eine soziale Angelegenheit. „Ich treffe mich immer mit anderen zum Training, da wird geschnackt und sich ausgetauscht. Das ist etwas, was auch sehr gefehlt hat. Ich bin froh, dass es nun wieder einigermaßen normal ist und alle, die eine Impfung wollen, bald durchgeimpft sind.“

Und so ist Helmuth Petersen auf dem besten Weg, vom rostigen wieder zum rüstigen Rentner zu werden.

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Siegfried Matlok
Siegfried Matlok Senior-Korrespondent
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