Deutsche Minderheit

Cristian von „X-Factor“: „Die deutsche Sprache kann was ganz Besonderes“

Cristian von „X-Factor“: „Die deutsche Sprache kann was ganz Besonderes“

Cristian von „X-Factor“: „Die deutsche Sprache kann was“

Sonderburg/Sønderborg
Zuletzt aktualisiert um:
Cristian Oprea lebt in Sonderburg und ist als Drittplatzierter aus der Talentshow „X-Factor“ hervorgegangen. In der Deutschen Bücherei Sonderburg erzählte er von seinen Erlebnissen. Foto: Sara Eskildsen

Diesen Artikel vorlesen lassen.

Cristian Oprea kommt aus Sonderburg und hat bei der diesjährigen Ausgabe der Musikshow „X-Factor“ mitgemacht. Der 16-Jährige verrät, warum er ein Lied auf Deutsch gesungen hat, und wie es jetzt für ihn weitergeht.

Noch vor einem Jahr ging Cristian Oprea seinen Abschlussprüfungen als Neuntklässler entgegen, heute ist er ein landesweit bekannter Musiker. 

„Bist du nicht Cristian?“, fragt prompt ein kleiner Junge, als er im Sonderburger Multikulturhaus an dem Sänger vorbeigeht. „Ja, das bin ich“, sagt Cristian und lächelt zurück. „Das kommt immer mal wieder vor“, erklärt er.

Cristian ist in der Talentshow „X-Factor“ bekannt geworden. Dort hat er es als Kandidat in die Live-Shows geschafft und ist am Ende Dritter geworden. Wie geht es jetzt für ihn weiter? Beim Interview in der Deutschen Bücherei Sonderburg verrät er seine Pläne. 

Ein Jahr Auszeit für den jungen Sänger

„Ich werde nach dem Sommer wohl am Sonderburger HHX aufs Gymnasium gehen. Ich habe letztes Jahr meine 9. Klasse abgeschlossen und mache gerade ein Sabbatical. Das passte sehr gut mit meiner „X-Factor“-Teilnahme zusammen“, sagt Cristian Oprea.

„Mein Traum ist es ganz bestimmt, irgendwann von der Musik zu leben. Jetzt mache ich erstmal das Handelsgymnasium und ich freue mich, etwas ganz Neues zu lernen. Aber irgendwann möchte ich gerne ganz Musik machen.“

„Er hat mir Mut gemacht, es auch mal zu versuchen, danke an dieser Stelle“, sagt Cristian über den Kandidaten der vergangenen Staffel, Theodor Vestergaard aus Augustenburg. Foto: Sara Eskildsen

Der Sonderburger spielt in seiner Freizeit Klavier, schreibt Lieder und singt. Auf die Idee, sich bei der Talentshow von „TV2“ zu bewerben, brachte ihn ein Kandidat der vergangenen Saison, Theodor Vestergaard aus Augustenburg (Augustenborg). 

„Er hat mir Mut gemacht, es auch mal zu versuchen, danke an dieser Stelle“, sagt Cristian und lächelt. Dass er es als Kandidat bis in die Live-Shows schaffen und am Ende den dritten Platz belegen würde, damit habe er nicht gerechnet. „Ich habe einen Freitag nach dem anderen genommen und habe mein Bestes gegeben. Wenn ich dann weitergekommen bin, habe ich mich natürlich enorm gefreut und darüber freue ich mich immer noch“, sagt der Sänger.  

Mit 99 Luftballons von Nena auf der Bühne

In der zweiten Live-Show fiel er auf: Zum ersten Mal in der dänischen Geschichte von „X-Factor“ sang er ein Lied auf Deutsch. Mit Nenas „99 Luftballons“ kam er eine Runde weiter. 

Die deutsche Sprache hat Cristian im deutschen Kindergarten Sonderburg und an der deutschen Schule Sonderburg gelernt. „Meine Eltern waren Fan davon, dass ich mit Deutsch eine weitere Kultur und eine weitere Sprache kennenlerne, und so haben sie mich dorthin geschickt. Ich bin sehr froh darüber, die deutsche Sprache kann etwas ganz Besonderes.“

Cristians Mutter stammt aus Rumänien, sein Vater ist Däne. „Das Deutsche habe ich einfach so mit auf den Weg gekriegt. Ich muss sagen, dass ich jetzt länger nicht Deutsch gesprochen habe, aber ich bin sehr froh darüber, dass ich die deutsche Schule besucht habe.“ Cristian Oprea wechselte im Lauf der Volksschule an eine dänische Institution.

Cristian Oprea während einer der Live-Shows auf der Bühne Foto: Henrik R Petersen/Petersen, Henrik R./Ritzau Scanpix

Wird er im Laufe seiner Karriere als Musiker wieder auf Deutsch singen? „Das weiß ich nicht“, sagt Cristian und lacht, „ausgeschlossen ist es bestimmt nicht. Wer weiß …“ 

Die Teilnahme an „X-Factor“ hat ihm viele Kontakte und Erfahrungen eingebracht, sagt er. „Ich habe viele tolle Menschen kennengelernt und ein Netzwerk gekriegt, was mir in Zukunft noch weiterhelfen kann. Aber auch die Erfahrung aus den Live-Shows, das Umgehen mit dem Publikum und den Kameras, das hat mir unheimlich viel Spaß gemacht.“

„Ich habe nicht viel gegessen vor Aufregung“

War er aufgeregt, als er live auf der Bühne gesungen hat? „Ja, auf jeden Fall. Generell waren die Freitage aufregend. Ich habe nicht viel gegessen vor Aufregung – aber es war so ein tolles Gefühl, am Ende auf der Bühne zu stehen und zu singen – davon will ich gerne noch mehr erleben“, sagt er.

Voller Einsatz beim Auftritt Foto: Henrik R Petersen/Petersen, Henrik R./Ritzau Scanpix
Mehr lesen