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Warum Kunden weltweit eine Küche aus Sonderburg kaufen

Warum Kunden weltweit eine Küche aus Sonderburg kaufen

Warum Kunden weltweit eine Küche aus Sonderburg kaufen

Sonderburg/Sønderborg
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Die in Sonderburg gebauten Küchen verfügen auf Wunsch über eine elektrische Hebe- und Senkvorrichtung für Küchenzeilen. Foto: Karin Riggelsen

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Handgearbeitete Qualitätsküchen aus Sonderburg – mit diesem Konzept hat das Unternehmen „Sønderborg Køkkenet“ seit Jahren Erfolg. Doch was macht einen guten Raum zum Zubereiten von Speisen aus? Der neue Besitzer des Unternehmens über Hebe- und Senkkücheninseln und weitere Trends aus der Küche.

Küchen made in Sonderburg stehen nicht nur in Eigenheimen und Mietkomplexen am Alsensund. Menschen in Irland, Japan und den USA bereiten sich täglich ihr Essen in Küchen zu, die am Sonderburger Ellegårdvej produziert worden sind.

Doch was macht eine gute Küche eigentlich aus? Und was unterscheidet die Sonderburger von der industriell gefertigten Küche? Der 49-jährige Chris Christensen ist der neue Besitzer von „Sønderborg Køkkenet“.

Küche als Mittelpunkt des Hauses

Er hat das Unternehmen im Oktober 2021 von Firmengründer Johnny Petersen übernommen. „Küchen sind in den vergangenen Jahren mehr und mehr zum Mittelpunkt eines Hauses geworden. Kein Haus wird heute neu gebaut, in dem die Küche nicht die zentrale Rolle spielt. Darauf gehen wir ein – mit flexiblen Lösungen“, so Christensen.

Chris Christensen im Show-Room des Unternehmens Foto: Karin Riggelsen
Unternehmensführer Chris Christensen mit den Mitarbeiterinnen Conny Benthin und Irene Benthin. Foto: Karin Riggelsen

So kann die Frage, wie hoch die Küchenarmatur sein soll, ganz einfach beantwortet werden: mit einer Hebe- und Senk-Kücheninsel.

Eine Besonderheit von „Sønderborg Køkkenet“, die in Zusammenarbeit mit der Firma Linak erarbeitet worden ist. Per Fingerdruck kann die Kücheninsel höher oder niedriger eingestellt werden – ganz individuell nach der Körpergröße der Person, die in der Küche zu Gange ist.

Auf diese Weise können auch kleine Schrankelemente oder eine Bar in der Kücheninsel „versenkt“ werden, wenn man eine glatte Oberflächenoptik wünscht.

Die Küchen werden in Sonderburg hergestellt, etwa sieben Mitarbeiter arbeiten in der Produktion. Foto: Karin Riggelsen

Eine persönlich zugeschnittene Beratung gehört bei „Sønderborg Køkkenet“ dazu. „Wir besuchen die Kunden auf Wunsch und bringen in Erfahrung, was sie sich wünschen. In unserem Showroom in Sonderburg können wir ihnen dann viele verschiedene Modelle und Möglichkeiten zeigen.“

Küchen repräsentieren den eigenen Lebensstil

Den Satz „das lässt sich nicht machen“ bekämen die Kunden nie zu hören. „Hier bei uns finden wir immer eine Lösung“, sagt Christensen, der gerade von einem Beratungstermin bei Kunden auf Seeland zurückgekommen ist.

Er weiß: Küchen sind heutzutage weitaus mehr als ein Raum zum Kochen, Backen und anderem Zubereiten der Speisen. Küchen repräsentieren auf eine Weise den eigenen Lebensstil.

Chris Christensen hat das Unternehmen im Oktober 2021 übernommen. Foto: Karin Riggelsen

Zwischen 6 und 16 Wochen dauert es im Durchschnitt für eine Eigenheim-Küche von der Bestellung bis zur Lieferung. „Bei Wohnungsgenossenschaften können wir weniger komplexe Küchen auch innerhalb von zwei Wochen liefern“, sagt Christensen.

Er kam über seine in Sonderburg lebende Schwester in Kontakt mit „Sønderborg Køkkenet“. Selbst in der Küchenbranche tätig, hörte er von seinem Schwager, dass Johnny Petersen sein Unternehmen verkaufen und sich zur Ruhe setzen will.

„Gute Qualität, die sehr lange hält“

„Ich habe mir das Unternehmen und die Gegend angesehen, und ich mochte es von Anfang an. Ich konnte sehen, dass die Produkte hier von hoher Qualität waren. Da war auch dieser nachhaltige Gedanke – gute Qualität zu produzieren, die sehr lange hält.“

Gefertigte Küchenzeilen auf ihrem Weg durch die Produktion. Foto: Karin Riggelsen

Chris Christensen übernahm das Unternehmen, das insgesamt 15 Angestellte in Produktion und Vertrieb beschäftigt. Zwischen 5 und 15 Küchen entstehen pro Woche am Ellegårdvej, außerdem Bäder, Schranksysteme und Waschküchenlösungen.

Das Unternehmen beliefert Privathaushalte, Wohnungsbaugenossenschaften und Unternehmen. Über Außenfilialen in Irland, den USA und Japan werden Küchen über Dublin, Seattle und Tokio in alle Welt vertrieben.

„Die Kunden stehen auf dänisches Design“

„Die Kunden im Ausland stehen auf dänisches Design – und auf die Qualität“, erläutert Mitarbeiterin Conny Benthin. „Es ist die Art und Weise, wie wir die Kunden behandeln. Wie wir sie auf ihrer Reise zur Küche begleiten. Wir hören zu!“

Sie ist seit 22 Jahren Teil der Firma. „Ich durfte mich innerhalb der Firma weiterentwickeln, war die vergangenen 13 Jahre die rechte Hand von Johnny. Ich war Teil der Leitungsgruppe und habe mitentschieden, Strategien mitentwickelt und Ökonomie, Marketing mitgestaltet. Das ganze Paket“, so die 61-Jährige.

Preben Hansen an seinem Arbeitsplatz Foto: Karin Riggelsen

Eine Strategie der Zukunft ist es, nachhaltige Wünsche der Kunden umzusetzen. „Wir erfüllen bereits die Kriterien des ,Carb2‘-Siegels, das heißt, unser Holz ist nachhaltig produziert. In Zukunft wird es mehr und mehr Kunden geben, die eine nachhaltig produzierte Küche kaufen wollen. Wir sind bereit“, sagt der Firmenbesitzer.

Dass in der Produktion die Holzbretter bis hin zum kleinsten Stück verwendet werden, ist Ehrensache. „Wir werfen kein Stück Holz weg, das noch genutzt werden kann“, sagt Christensen.

Der Mann für die Abdeckungen

Einer der Mitarbeiter in der Produktion ist Schreiner Preben Hansen. Er ist seit acht Jahren mit von der Partie, vorher hat er bereits zweimal im Unternehmen mitgearbeitet. „Ich komme immer wieder hierher zurück“, sagt er und lacht. „Es ist ein guter Arbeitsplatz. Still und ruhig und man kann sich die Arbeit selbst einteilen. Ich bin für alles mit Abdeckungen zuständig.“

Conny Benthin arbeitet seit über zwei Jahrzehnten für das Unternehmen. Foto: Karin Riggelsen

Die Corona-Krise hat sicher auch dazu beigetragen, dass sich mehr Menschen eine neue Küche leisten. Anstatt zu reisen, wird in eine Küche investiert – das können wir merken.

Conny Benthin, Sønderborg Køkkenet
Die Schubladen sind hangearbeitet verzapft. Foto: Karin Riggelsen

Das Geschäft mit den Küchen aus Sonderburg boomt – das Unternehmen plant für die Zukunft Verkaufsabteilungen im ganzen Land. „Die Corona-Krise hat sicher auch dazu beigetragen, dass sich mehr Menschen eine neue Küche leisten. Anstatt zu reisen, wird in eine Küche investiert – das können wir merken“, sagt Conny Benthin.

Moderne Heim-Arbeitsplätze

Seit rund drei Jahren ist auch Irene Benthin Teil des Teams. Die 26-Jährige war zunächst studentische Mitarbeiterin, seit 2021 ist sie festangestellt und für das Marketing zuständig. Sie lebt und arbeitet in Vejle – eine moderne Homeoffice-Lösung des Unternehmens macht es möglich.

„Ab und zu fahre ich nach Sonderburg, aber all die technischen Lösungen machen es möglich, dass ich hauptsächlich zu Hause arbeiten kann“, so die Mitarbeiterin, die unter anderem auf Facebook, Instagram, Pinterest und LinkedIn für den Küchenhersteller wirbt.

Die 26-jährige Irene Benthin arbeitet seit drei Jahren für das Unternehmen. Foto: Karin Riggelsen

In der Lagerhalle stehen an diesem Dienstag mehrere Küchenkomplexe zur Abholung bereit. Kunden in Irland können sich auf ihre neuen Gebrauchsmöbel freuen. Bald kommt der Lkw und holt die Küche aus Sonderburg ab, um sie hinaus in die Welt zu transportieren.

Seit 1974 am Ellegårdvej

Seit 1974 sitzt das Unternehmen „Sønderborg Køkkenet“ am Ellegårdvej 23, gegründet hat das Unternehmen Johnny Petersen, der es bis zu seiner Pensionierung 2021 geleitet hat.

Irene Benthin, Chris Christensen und Conny Benthin an einer höhenverstellbaren Kücheninsel Foto: Karin Riggelsen
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