Wahlen 2017

Ein Flyer auf Arabisch sorgt für Gesprächsstoff

Ein Flyer auf Arabisch sorgt für Gesprächsstoff

Ein Flyer auf Arabisch sorgt für Gesprächsstoff

Jon Thulstrup
Jon Thulstrup
Hadersleben/Haderslev
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Die Broschüre auf arabisch, die für Gesprächsstoff gesorgt hat. Foto: Privat

DF-Politiker Peter Kofod Poulsen wirft dem Regionskandidaten der Radikalen, Nils Sjøberg, vor, Parallelgesellschaften zu fördern. Für Sjøberg ist die zweisprachige Broschüre hingegen ein Zeichen von Respekt für andere Sprachen und Kulturen – wie er im Grenzland täglich gelebt wird.

„In der Haderslebener Fußgängerzone habe ich eine Wahlbroschüre der Radikalen, die in einer Fremdsprache geschrieben ist, bekommen. Das ist völlig grotesk!“ So lautet der Anfang einer Facebook-Mitteilung des rechtspolitischen Sprechers der Dänischen Volkspartei (DF), Peter Kofod Poulsen, die er am vergangenen Sonntag veröffentlicht und schon 716 Mal geteilt wurde. „Es ist deutlich, dass einige Parteien sich eher für Parallelgesellschaften aussprechen, statt auf Dänemark aufzupassen“, schreibt Kofod weiter über die Wahlbroschüre des Regionskandidaten Nils Sjøberg.

Dass der DF-Politiker allerdings die dänische Vorderseite der Broschüre in seinem Facebook-Post mit keinem Wort erwähnt, wundert den Radikalen-Politiker nicht, da dies Teil des politischen Spiels sei, wie Sjøberg auf Anfrage des Nordschleswigers erklärt. „Kofod nutzt das eben für seine eigene Kampagne und weiß, dass er dadurch viel Aufmerksamkeit bekommt“, so Sjøberg.

Teil der demokratischen Gesellschaft

Er wolle mit seinen Broschüren erreichen, dass neue, ausländische Bürger einen Teil der demokratischen Gesellschaft in Dänemark werden können. Auf die Idee kam er durch seine beiden palästinensischen Helfer, die Mitglieder der Jugendpartei der Radikalen sind. „Ihre Eltern möchten sich gerne für unsere Gesellschaft einsetzen, doch das ist schwer, wenn man die dänische Sprache noch nicht komplett beherrscht. Mit den Broschüren wollte ich solchen Leuten helfen“, so Sjøberg und ergänzt:

„Ich bin der Meinung, dass wir auch die Verpflichtung haben, Neu-Dänen mit in unser demokratisches System miteinzubeziehen. Meine Broschüren sollen einfach nur ein Zeichen des gegenseitigen Respekts sein – dass wir, so wie im Grenzland täglich zu erleben, andere Kulturen und Sprachen respektieren“, sagt Sjøberg, der hofft, dass viele Personen durch seine Broschüre wählen gehen.

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