Kultur

Viel Beifall für SHMF-Schlossmusik

Volker Heesch
Volker Heesch Hauptredaktion
Mögeltondern/Møgeltønder
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Mit teilweise atemberaubend schnell gespielten Melodien zog die Formation Uwaga! vor dem Reetdach der historischen Scheune des Gutsbetriebs Schackenborg das Publikum in seinen Bann. Foto: Volker Heesch

„Slotsmusik-Tour“: Trio ClariNoir begeisterte im Sonderburger Schloss – Gruppe Uwaga! heizte Publikum in historischer Scheune in Mögeltondern ein

Auf großes Interesse ist die erstmals im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals (SHMF) veranstaltete „Slotsmusik-Tour“ gestoßen, bei der mit den Auftritten von „Trio ClariNoir“ und „Uwaga!“ nicht nur Musik der Spitzenklasse geboten wurde, sondern den über 200 Teilnehmern mit Aufenthalten im Sonderburger Schloss und im Schloss Schackenborg in Mögeltondern auch Glanzstücke der Geschichte und Baukultur Nordschleswigs vorgestellt wurden. Der Bund Deutscher Nordschleswiger (BDN) war an der Durchführung der Slotsmusik-Tour maßgeblich beteiligt. So lieferten Nordschleswiger während der Busfahrten zwischen den Veranstaltungsorten Informationen. Ein Mittagsbuffet erwartete die Tourteilnehmer in der Gravensteiner Landwirtschaftsschule.

Die Teilnehmer der musikalisch-kulturellen Ganztagesveranstaltung fanden sich schon frühzeitig im Hof des Sonderburger Schlosses ein, wo es zur Begrüßung Sekt gab. Eingestimmt wurden die teilweise aus Hamburg und dem südlichen Schleswig-Holstein angereisten Gäste durch Jagdhornbläser, deren Musik das malerische Bild des mittelalterlichen Bauwerks umrahmte. Das „Trio ClariNoir“, bestehend aus Nachwuchsmusikern aus Lübeck , das bereits viele Auszeichnungen erhalten hat, traf mit einem Programm aus Klassik, meist in neuer, moderner Interpretation, den Geschmack des Publikums. In erfrischender Art lieferten die jungen Musiker Stücke, die Jazz und Funk bis hin zu Klezmer einschlossen. Die Zuhörerschaft ließ sich von der dargebotenen Virtuosität mitreißen. Die Vorstellung wurde mit anhaltendem Beifall quittiert.

Während des Schlossaufenthaltes durchstreiften viele Veranstaltungsteilnehmer die umfangreichen Ausstellungen des Museums Schloss Sonderburg, die neben Informationen zur Geschichte des Schlosses samt berühmter Bewohner, wie der dort im 16. Jahrhundert 17 Jahre eingekerkerte abgesetzte König Christian II., auch die deutsch-dänische Grenzlandgeschichte präsentieren. In Schloss Schackenborg erwartete die Gäste im dortigen Schlosshof Kaffee und Kuchen. Hier hatte man Gelegenheit, die erst seit wenigen Jahren von der Schackenborg-Stiftung der Öffentlichkeit zugänglich gemachten Gemächer des 1664 fertiggestellten Prachtbaus zu besichtigen. Es wurden Informationen über den Erbauer des Schlosses, den dänischen Kriegshelden Hans Schack (1609-1676) geliefert, der 1658 Kopenhagen und das gesamte Königreich vor Eroberung durch Schweden bewahrt hat. Ebenso wurde die Rolle Schackenborgs als königliches Schloss nach der Übernahme durch Prinz Joachim, den Sohn Königin Margrethes, erläutert.

Während die meisten Besucher per Bus zur letzten Station der Veranstaltung, der aus der Mitte des 19. Jahrhunderts stammenden Scheune auf dem Schlossfeld fuhren, legten einige die Strecke auch zu Fuß mit einem Streifzug durch den großen Schlosspark zwischen Schackenborg und der als Kulturzentrum genutzten Scheune zurück.

Nach der Begrüßung der Gäste, auf dänisch von Stiftungsdirektor Jan Leisborch und auf deutsch durch den früheren Chefredakteur Siegfried Matlok, erlebte das Publikum ein musikalisches Feuerwerk der Gruppe „Uwaga!“, die mit zwei Geigen, Kontrabass, Akkordeon und Schlagzeug echte Crossover-Musik lieferte, u. a. mit einem „Reggae-Violinkonzert“, in dem sich Mozart und Bob Marley begegneten. Mehrfach gab es spontanen Zwischenapplaus für die auch durch witzige Ansagen brillierenden Künstler, die neben Klassik auch serbische Volksmusik zum Besten gab.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
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