Verkehr

Vision: Neue Güter auf alten Gleisen

Vision: Neue Güter auf alten Gleisen

Vision: Neue Güter auf alten Gleisen

Woyens/Vojens
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Auf dem Vojensvej wird die Gleisquerung wiederhergestellt. Foto: Ute Levisen

Mit dem Einzug des Unternehmens „Cembrit“ in den „Metalparken“ in Woyens eröffnen sich zugleich ungeahnte Möglichkeiten für den Gütertransport auf Schienen. Der Finanzausschuss hat soeben beschlossen, die Voraussetzung für eine Wiederbelebung des stillgelegten Skrydstrup-Strangs zu schaffen.

Über der einstigen Gleisquerung auf dem Vojensvej liegt eine Asphaltdecke. Über das Bahngleis, das von dort nach Skrydstrup führt, ist seit vielen Jahren Gras gewachsen.
Das soll sich ändern – zumindest bei Interesse von Anrainer-Unternehmen.
Auf seiner jüngsten Sitzung erörterte der Finanzausschuss der Kommune die Möglichkeit, einen Teil des Skrydstruper Gleisstrangs wiederzubeleben. Hintergrund ist der Einzug von „Cembrit“ in das Industriegebiet „Metalparken“. Der Hersteller von Betonelementen exportiert seine Güter nach ganz Europa. Die Anbindung an das Schienennetz sowie die Möglichkeit der Wiederbelebung eines Teils des Gleises nach Skrydstrup waren für den Konzern ausschlaggebend, sich in der alten Bahnhofsstadt Woyens niederzulassen.

Großes Potenzial


Auch Jan Hyldal, Entwicklungsberater des Wirtschaftsrates HER, sieht enormes Potenzial in der Gleis-Struktur, die vornehmlich im „Metalparken“ Erweiterungsmöglichkeiten bietet. „Wer seine Güter direkt ans Lager liefert, braucht eine entsprechende Infrastruktur. Was das angeht, ist Woyens einer von wenigen verbliebenen Standorten im ganzen Land, wo dies möglich wäre“, so Hyldal.
Gegenwärtig ist er dabei, das Interesse von Unternehmen in Woyenser Industriegebieten an einem „Anschluss“ ans Schienennetz auszuloten. Ein Güterzug mit 27 Waggons ersetzt etwa 60 Lkw-Transporte. Die Vorteile, so meint Hyldal, liegen somit auf der Hand. Bislang habe er mit der Leitung von drei Unternehmen gesprochen, die zwar Interesse bekunden, sich jedoch nicht mit einer festen Zusage mit Blick auf einen Anschluss an den Schienenstrang binden wollen. Eine Wiedereröffnung des Skrydstruper Gleises westlich vom Vojensvej ist somit Zukunftsmusik. Sollte seitens von Unternehmen Interesse an einer Wiedereröffnung bestehen, wird der Technische Ausschuss das Anliegen behandeln.

Noch ist die Wiederbelebung der gesamten sogenannten "Skrydstrup-Spor" Zukunftsmusik. Foto: Ute Levisen

Infrastrukturabgabe für den Streckenerhalt

„Wir haben seit 15 Jahren nicht mit Blick auf den Gütertransport auf Schienen geplant“, sagt der Vorsitzende des Finanzausschusses, H. P. Geil (Venstre). Vorerst geht es um jenen Teil der „Skrydstrup-Spor“ mit einer Länge von ca. 800 Metern, der bereits wiedereröffnet worden ist und erst einmal mit einer Gleisquerung über den Vojensvej endet. Die asphaltierte Gleisquerung wird erneut angelegt. Kostenpunkt: 350.000 Kronen, die aus der Kommunalkasse fließen. Die Alternative wäre ein Prellbock gewesen, der allerdings längerfristige Pläne mit Blick auf eine Wiedereröffnung des westlichen Teils buchstäblich stoppen würde.
Eine Infrastrukturabgabe in Höhe von einer Krone je Tonne, die auf der kurzen Gleisstrecke transportiert wird, schätzungsweise 100.000 Kronen jährlich, soll in die Instandhaltung der Kurzstrecke investiert werden.

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