Kulturerbe

Verein möchte „Zeugen“ der Industriegeschichte bewahren

Verein möchte „Zeugen“ der Industriegeschichte bewahren

Verein möchte „Zeugen“ der Industriegeschichte bewahren

Hadersleben/Haderslev
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Das rote Haus (rechts im Bild) soll Grünflächen weichen. Dahinter liegt das Haus des Marinevereins. Foto: Ute Levisen

Viel Hoffnung macht sich der Verein zur Bewahrung des Kulturerbes nicht, dass man auf seine Einwände hören wird. „By & Land Haderslev“ wendet sich dennoch an das Kommunalparlament in Hadersleben. Der Verein bangt um zwei Häuser, die mit der Übernahme der einstigen VUC-Gebäude durch die Kommune am Hafen buchstäblich in die Klemme geraten.

Der Verein „By & Land Haderslev“, der sich die Bewahrung des Kulturerbes der Domstadt auf die Fahnen geschrieben hat, macht sich erneut Sorgen. Es geht um das kleine rote Backsteinhaus und das benachbarte Haus des Marinevereins am Hafen in Hadersleben. Beide Gebäude liegen auf dem Areal zwischen den beiden künftigen Rathäusern der Kommune, Lighthouse und FlowFactory.

Grünes Licht für Abriss

Mit Blick auf das rote Haus scheint dessen Schicksal besiegelt zu sein. Bereits vor zwei Jahren hatte der Technische Ausschuss der Kommune grünes Licht für einen Abriss des als bewahrenswert eingestuften Hauses gegeben.

In Verbindung mit dem Umzug des Kommunalparlaments an die Waterkant soll es dem Erdboden gleichgemacht werden und Grünflächen weichen. Für das Gebäude des Marinevereins gibt es aktuell keine Abrissgenehmigung. Im Gegenteil: Die Kommune Hadersleben verlängert den Mietvertrag mit dem Marineverein.

Die Entwicklung einer Stadt ist ja nicht zum Stillstand verurteilt, nur weil man auf ihr Kulturerbe achtgibt.

Helge C. Jacobsen, Vorsitzender von „By & Land Haderslev“

Verein befürchtet das Schlimmste

Dennoch befürchtet Helge C. Jacobsen, Vorsitzender von „By & Land Haderslev“, das Schlimmste. Gemeinsam mit seinem Vereinskollegen Søren Kistorp hat er sich an das Kommunalparlament gewandt.

Darin empfehlen beide, diese Gebäude für die Nachwelt zu erhalten, die zu den letzten baulichen Zeitzeugen des einzigen Industriehafens gehören. Denn die Häuser seien nicht zuletzt architektonischer Ausdruck der Verkehrs- und Industriegeschichte der Domstadt, argumentiert Jacobsen in einem Gespräch mit dem „Nordschleswiger“.

Der Vereinsvorsitzende Helge C. Jacobsen hat sich die Bewahrung des Kulturerbes der Stadt auf die Fahnen geschrieben. Foto: Ute Levisen

Ein repräsentatives Haus

Der Verein schlägt vor, Mauern und Zäune zu entfernen und das rote Haus als repräsentatives Haus, für Trauungen und als Café beispielsweise, einzurichten.

„Die Entwicklung einer Stadt ist ja nicht zum Stillstand verurteilt, nur weil man auf ihr Kulturerbe achtgibt“, so Helge C. Jacobsen. Er hat in den vergangenen fünf bis acht Jahren beobachten müssen, dass auf das Kulturerbe zusehends weniger Wert gelegt wird.

„Das ist nicht nur in Hadersleben der Fall“, bedauert Jacobsen, „sondern liegt leider im Trend der Zeit.

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