Strahlentherapie

„Træls, doch es ist eine politische Entscheidung“

„Træls, doch es ist eine politische Entscheidung“

„Træls, doch es ist eine politische Entscheidung“

Hadersleben/Haderslev
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Ortsvorsitzende Asta Freund (links) engagiert sich seit vielen Jahren für die Krebshilfe. Hier ist sie mit der Schauspielerin Bodil Jørgensen und Børge Koch während „Stafet for livet 2018“ zu sehen. Foto: Ute Levisen

Die Ortsvorsitzende von „Kræftens Bekæmpelse“ in Hadersleben äußert Verständnis für die Frustration der Patienten nach dem Nein zur Strahlentherapie in Flensburg.

Die Vorsitzende des Ortsvereins der Haderslebener Krebshilfe, Asta Freund, äußert Verständnis für die Frustration von Patienten nach dem mehrheitlichen Nein des Regionsrates zu einer Wiederaufnahme der Strahlentherapie in Flensburg.

„Für alle, die in und um Hadersleben wohnen, ist es, geografisch betrachtet, gleich, ob sie nach Vejle oder nach Flensburg fahren.“ Im ländlichen Raum der Kommune sieht dies anders aus. Einige Patienten, so weiß Asta Freund aus Gesprächen, empfinden es als „træls“, dass sie somit längere Anfahrtswege in Kauf nehmen müssen: „Dafür habe ich Verständnis, aber man darf dabei nicht vergessen, dass es eine politische Entscheidung ist – nicht die von Kræftens Bekæmpelse“, betont Asta Freund.

Es ist zugleich ein politischer Beschluss, den die Regionsleitung der Krebshilfe in Vejle befürwortet – unter anderem mit dem Argument, dass sich ansonsten der Aufwand für die Strahlentherapie in Vejle nicht amortisieren würde.

Aufgebrachte Patienten

Dies wiederum hatte im Sonderburger Ortsverein für Verärgerung gesorgt. Patienten in grenznahen Gebieten reagierten in den sozialen Medien, aber auch in Leserbriefen, aufgebracht und mit Unverständnis auf die Befürwortung des politischen Neins seitens ihrer Interessenorganisation. Ähnliches ist der Haderslebener Abteilung erspart geblieben.
Auf die Qualität der Krebstherapie an beiden Standorten lässt die Vorsitzende nichts kommen: „Alle, mit denen ich gesprochen habe, sind mit ihren Behandlungen zufrieden – sowohl in Vejle als auch in Flensburg.“

Der Wunsch einer Wiederaufnahme, Kostenpunkt 1,1 Millionen Kronen, ist im Regionsrat abschlägig beschieden worden – ungeachtet der Fürsprache von Einheitsliste und Dänischer Volkspartei (DF), die eine Wiederaufnahme der Behandlung in Flensburg als einen Haushaltswunsch im Vorfeld der Verhandlungen im Regionsrat auf ihrer Liste hatte.

Thies Mathiasen (DF), der sowohl im Regionsrat als auch im Kommunalparlament von Hadersleben einen Sitz hat, bedauert die Entscheidung der Region: Es handele sich um ein Geben – und Nehmen, wie er sagt: „Wenn es gelänge, im Gegenzug bei einer Wiedereinführung der Strahlentherapie in Flensburg Gesundheitsleistungen auch auf die dänische Seite zu transferieren, stünden die Chancen für eine Wiederaufnahme besser.“

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