Deutsch-Dänisch

Neustart in Hadersleben: „Dänemark ist ein Gefühl“

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Jennifer Kirchner (rechts) und Gabriele Bayer möchten im Sommer von Worms nach Dänemark ziehen.

Wie kann ein Neustart in Dänemark gelingen? Antworten darauf hat die Kommune Hadersleben kürzlich Menschen aus Deutschland gegeben, die mit dem Gedanken spielen, auszuwandern. Ein Ratschlag wurde mehrmals unterstrichen.

„Hoffentlich sehen wir uns bald wieder“, sagte Bürgermeister Mads Skau (Venstre) auf Deutsch am Ende seiner Begrüßung. Da war es kurz nach 10 Uhr am Freitagmorgen im Rathaus der Kommune Hadersleben. Mads Skau begrüßte Gäste aus Deutschland, Menschen, die mit dem Gedanken spielen, nach Dänemark auszuwandern, um ein neues Leben zu beginnen.

Angemeldet hatten sich laut Carsten Leth Schmidt, Stadtratsmitglied der Schleswigschen Partei und Angehöriger der deutschen Minderheit, ungefähr 50 Personen, rund 40 waren gekommen – Familien und Ältere. Damit sind es weniger als im vergangenen Jahr, da lag die Zahl laut Leth Schmidt bei etwa 100 Interessierten.

Soziale Medien schaffen Aufmerksamkeit

Wie schafft man es, Menschen aus Deutschland, von denen man nicht weiß, dass sie gerne auswandern möchten, auf eine Veranstaltung in Hadersleben aufmerksam zu machen? Das weiß Magnus Fink Nielsen, der sich als Ansiedlungsberater der Kommune mit dem Thema befasst. Es geht vor allem darum, die Kanäle in den sozialen Medien zu bespielen, nicht nur die eigenen sorgen da für Verbreitung, sondern auch andere Nutzerinnen und Nutzer, die auf ihrem Konto Auswanderung nach Dänemark zum Thema machen und es bewerben, verbreiten die Termine weiter.

Erster Überblick zum Start im neuen Land

Eine Art Mundpropaganda also. Zu Magnus Fink Nielsens Aufgaben gehört aber nicht nur das Werben, sondern auch das Betreuen der Neubürgerinnen und Neubürger seitens der Kommune. Damit das Ankommen klappt, steht auch das Regionkontor den Menschen zur Seite. Auch das war am Freitag mit Kaja Ehricke vor Ort. Sie brachte einen kompakten Überblick mit, was es beim Umzug zu beachten gilt und was anders organisiert ist in Dänemark.

Sie und Carsten Leth Schmidt betonten die Wichtigkeit, Dänisch zu lernen. Leth Schmidt gab den angereisten Gästen auch den Tipp mit auf den Weg, eben jenen Weg in die Gemeinschaft über die vielen Vereine zu finden, die es in der Kommune gibt.

Weniger Interessierte als im vergangenen Jahr waren zum Infotreffen nach Hadersleben gekommen.

Von Worms nach Dänemark

Dänisch lernen und Teil der Gemeinschaft sein – das haben sich Jennifer Kirchner und Gabriele Bayer fest vorgenommen. Zu dritt, Mutter Gabriele, Tochter Jennifer und Enkelin Helena, wollen sie umziehen – von Worms in die Kommune Hadersleben, gern nach Hoptrup, wo sie sich ein Haus angeschaut haben.

Jennifer Kirchner: Dänemark ist ein Gefühl

Wenn alles klappt, wollen die drei Mitte Juli umziehen. „Dänemark ist ein Gefühl“, sagt Jennifer Kirchner, die mit ihrer Mutter an einem der Infostände steht, während Helena Bilder malt, Papier und Buntstifte liegen bereit. „Wenn wir über die Grenze fahren, ändert sich die Atmosphäre“, sagt sie und auch, dass sie das Leben in Dänemark als entschleunigt empfindet. Seit zwei Jahren beschäftigen sich Jennifer Kirchner und Gabriele Bayer mit dem Thema Umzug nach Dänemark.

Auf die Frage, was eine Herausforderung werden könnte, nennt Jennifer Kirchner den Beruf. Sie ist klinische Psychologin, arbeitet derzeit als Freelancerin in Worms und möchte ihren Beruf in Dänemark fortführen. Worauf sich beide freuen: auf die Weite und mehr Miteinander.