Festival in Hadersleben

Kløften 2019 übertrifft alle Erwartungen

Kløften 2019 übertrifft alle Erwartungen

Kløften 2019 übertrifft alle Erwartungen

Karin Friedrichsen
Karin Friedrichsen Journalistin
Hadersleben/Haderslev
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Die Besucher waren vom Kløften 2019 begeistert. Foto: Karin Riggelsen

Die Planung für das Jubiläumsfest 2020 läuft „schnellstmöglich“ an. Das 39. Musikevent in Hadersleben ist in der Nacht zu Sonntag ausgeklungen – fast alle Tage waren ausverkauft.

Das 39. Kløften Festival ist in der Nacht zu Sonntag mit einem Festfeuerwerk abgeschlossen worden. Das Musikevent konnte ohne besondere Vorkommnisse, zu denen die Polizei eingeschaltet werden musste, umgesetzt werden. Alles verlief still und ruhig, bilanziert Musikchef Erik Kock am Sonntagnachmittag.

Ungefähr 19.000 Festivalbesucher

„Das Festival übertrifft alle Erwartungen“, fasst Kock den Ablauf des dreitägigen Musikevents zusammen. Die ungefähre Anzahl der Festivalgäste habe sich laut Kock bei knapp 19.000 eingependelt. „Am Donnerstag konnten wir etwa 4.000 Gäste begrüßen. Am Freitag und Sonnabend kamen jeweils knapp 7.500 Festivalbesucher. Das bedeutet, das wir vor fast ausverkauftem Haus spielten“, freut sich der Festivalmacher.

Zufriedenes Publikum Foto: Karin Riggelsen

Musikchef erwartet Überschuss

Auf dem Festplatz ist erstmals bargeldloses Bezahlen möglich gewesen. Deswegen liegt auch noch keine Übersicht darüber vor, in welcher Höhe sich der Umsatz einpendelte. „Der Umsatz ist bestimmt höher als 2018“, hofft Kock. Im Vorjahr lag der Umsatz bei mehr als sechs Millionen Kronen. Als die Musikmacher im Januar ihren Überschuss vom Fest 2018 verteilten, wurden 417.518 Kronen zur Förderung des Kulturlebens vergeben.

„Ich erwarte, dass wir auch in diesem Jahr einen Überschuss erzielen. Konkrete Zahlen kommen aber erst auf den Tisch, wenn Ausgaben und Einnahmen berechnet sind, erklärt der Haderslebener. Mit einer endgültigen Bilanz sei wahrscheinlich im Herbst zu rechnen. Der Kløften Park müsse auch erst wiederhergestellt werden. Auch nach hochsommerlichen Temperaturen und trockener Witterung habe man noch keinen Überblick über die Instandsetzungskosten.

Der Wettbewerb auf dem Festivalmarkt sei sehr groß, sagt Kock. „Wir haben ein Musikbudget von etwa 4,5 Millionen Kronen. Bei dem großen Tinderbox-Fest bei Odense, das zeitgleich mit Kløften läuft, werden etwa 45 Millionen Kronen in die Musik investiert, weiß Kock. Des Weiteren habe das Roskilde Festival allmählich begonnen.

Rückblickend sei er zufrieden mit der Zusammensetzung des Musikprogramms, auch wenn er sich inzwischen kleine Änderungen in der praktischen Umsetzung gewünscht hätte. Die John Mogensen Show mit Rasmus Bjerg hatte fast schon magnetische Anziehungskraft auf das Publikum. „Anstelle der Hügelbühne hätte Rasmus Bjerg leicht die Große Bühne füllen können mit seiner Show. „Es ist immer schwierig, viele Monate im Voraus über Tendenzen in der Musikbranche zu disponieren“, stellt Kock fest.

Die „Königinnen der Musik“, Anne Linnet, Sanne Salomonsen und Lis Sørensen, wie Conférencier Per Vers sie titulierte, hätten es auch verstanden, ihr Publikum in den Bann zu ziehen, meint Kock. Der Tonderaner Jacob Dinesen begeisterte genauso wie der legendäre Peter A.G. Nielsen, als er mit seiner Band Gnags Einzug hielt. „Gnags hat ein fantastisches Abschlusskonzert hingelegt“, betont Kock.

Es sei nicht leicht, ein Programm so zurechtzulegen, dass alle Gäste alle Konzerte hören mögen. „Aber ich denke doch, das für jeden Geschmack und jede Altersgruppe etwas dabei war“, meint Kock. Die Planung für das Festival 2020 werden die Musikmacher schnellstmöglich in Angriff nehmen. Im nächsten Jahr feiert das Festival sein 40-jähriges Bestehen. Das werde man hoffentlich zu einem herausragenden Ereignis gestalten können.

Dorte Karstens aus Starup war an allen drei Festivaltagen im Park unter dem Roten Wasserturm. „Ich finde, das Programm war variiert. Man konnte von einem Konzert zum nächsten Schlendern. Und hatte man mal keine Lust, einen bestimmten Künstler oder eine Band nicht zu hören, dann nutzte man einfach die Zeit, um sich mit Freunden und Bekannten auszutauschen“, sagt die 44-jährige Staruperin am Sonntag.

Peter A.G. Nielsen
Peter A.G. Nielsen Foto: Karin Riggelsen

Freundinnen sangen mit

Anne, Sanne & Lis„Es war fantastisch. Die Songs wecken Erinnerungen und Gefühle“, so Hjørdis Kristensen.
Die 68-Jährige ist am Freitag zusammen mit Lis Thomsen nach Hadersleben gekommen, um unter anderem Lis Sørensen, Anne Linnet und Sanne Salomonsen live zu erleben. Die Freundinnen sind nach dem Konzert vor der Großen Bühne stehen geblieben, um die vielen gesammelten Eindrücke auf sich wirken zu lassen. Während des Konzerts sei die Stimmung auf dem Platz „super gut“ gewesen. Die Künstlerinnen waren auf Wellenlänge mit dem Publikum.

Foto: Karin Riggelsen

SMUK und Birkballe begeisterten

Der dritte und letzte Festivaltag begann bei strahlendem Sonnenschein an der Großen Bühne. Das Militärensemble SMUK gab traditionsgemäß ein Konzert. In diesem Jahr konzertierte sie mit Blues-Sängerin Michelle Birkballe. Die Sängerin gilt als eine der besten ihres Fachs, wovon sich die Festivalbesucher mit eigenen Ohren überzeugen konnten.

Hunderte Festivalgäste versammelten sich vor der Bühne und genossen das Konzert, bei dem SMUK-Trompeter Martin Knudsen auch als Sänger auftrat. Torben Sminge dirigierte wie immer mit sehr viel Schwung.

Lasse Petersen, mitverantwortlich für die Große Bühne, hatte erneut ein kleines „Sekt-Event“ vorbereitet. Diesmal servierte Gynther Heuck den Schaumwein, nachdem die Bühnen-Crew ein neues, rotes Sofa auf den Platz getragen hatte.

Vier Frauen hatten das Glück einen Platz auf der Couch zu ergattern und ein Glas Sekt eingeschenkt zu bekommen. „Das macht großen Spaß“, versicherten die Schwestern Pia Jensen und Joan Olsen.

Vor der Bühne stand das Ehepaar Mona und Keld Jessen. Die Staruper kümmerten sich um ihren Freund Poul Ravn. Der 69-Jährige ist eingefleischter Kløften-Fan.

Er erkrankte im Herbst des Vorjahrs und ist deswegen an den Rollstuhl gebunden. „Ich bin dankbar, dass ich das SMUK-Konzert miterleben kann“, so der Haderslebener. Er freut sich darüber, dass Freunde und Bekannte ihm den Ausflug in den Park möglich machen.

Node
Der Rapper Node Foto: Karin Riggelsen

Politiker stehen in der Bar

Die Stadtratspolitiker waren auch wieder eingebunden in das Ehrenamt fürs Kløften Festival. Sie standen zwei Stunden an der Bar, wo sie Wein und Bier ausschenken, aber auch Gelegenheit haben zum Schnack mit den Festivalgängern.
Carsten Leth Schmidt von der Schleswigschen Partei (SP) gehörte dem „politischen Bar-Team“ an.

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