Kultur

Hadersleben hat jetzt eine Literaturbar

Hadersleben hat jetzt eine Literaturbar

Hadersleben hat jetzt eine Literaturbar

Hadersleben/Haderslev
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In den alten Räumlichkeiten der Mikrobäckerei findet sich jetzt eine Buchbar. Foto: Amanda Klara Stephany

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Kaffee oder Wein genießen und dabei in unzähligen Romanen stöbern? Was in Kopenhagen und Aarhus mittlerweile ein normaler Zeitvertreib ist, war in Hadersleben noch vor einigen Wochen nicht möglich. Inspiriert von der Hauptstadt, wollte Julia Dam das ändern – und machte prompt eine Buchbar auf. Sie setzt auf Getränke und Literatur – und auf baldige Kulturveranstaltungen.

Aperol und Romane von Tove Ditlevsen statt Kardamomschnecken und Sauerteigbrot: Seit dem 2. Juni beherbergt die ehemalige Buchdruckerei am Graben wieder ein neues Konzept. Diesmal kommen Literaturfans und Weinkennerinnen und -kenner voll auf ihre Kosten. Das Gesicht hinter „Dams Bogbar“ ist Julia Dam. Die Haderslebenerin hat schon lange von einem eigenen Laden in den Räumlichkeiten im Hinterhof von „Skøtts Kaffebar“ geträumt. Und als im Frühjahr die Mikrobäckerei wegzog, hat sie ihre Chance direkt genutzt.

Ob Bücher oder Wein – in der Buchbar wird man fündig. Foto: Amanda Klara Stephany

Nach der Schule in die Bar

Eigentlich ist Julia Dam Lehrerin für Bildende Kunst, doch nach Schulschluss widmet sich die Domstädterin seit dem 2. Juni inzwischen ihrer „Buchbar“.

Inspiriert von der „BRØG Litteraturbar“ in Kopenhagen, hat die belesene Frau ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht: „Die meisten Bücher, die man hier kaufen kann, habe ich selbst gelesen“, erzählt sie. Kundinnen und Kunden finden vorzugsweise Romane und Krimis. Es gibt aber auch sogenannte „Coffe Table Books“, also Bildbände, zukaufen. Und Julia Dam denkt bereits daran, das Sortiment zu erweitern: „Deutsche und englische Bücher wären denkbar“, schwärmt die Lehrerin.

Viele der Bücher hat Julia Dam selbst gelesen. Foto: Amanda Klara Stephany

Erfrischungen in stillvoller Einrichtung

Neben der Literatur ist auch das gastronomische Angebot ein Steckenpferd der Buchbar. Klassiker wie Aperol Spritz werden genauso serviert wie dänisches Bier und Rhabarberschorle. Die Ladenbesitzerin möchte gerne, dass die Menschen verweilen: „Sie können sich setzen und vielleicht in einem Buch lesen“, erklärt sie. Dafür hat sie Mobiliar bereitgestellt, das einen erfrischenden Mix aus Neu und Alt bereithält und an die Innendesign-Trends aus den Großstädten erinnert.

Und mit Liebe zum Detail bietet Julia Dam auch Design für Zuhause: „Ich verkaufe hier Wein und ein bisschen Kunst, wie die Keramik von Haderslebener Håkan Dufresne“ erklärt sie. Das breite Angebot würde helfen, mehr Menschen zu erreichen. Aber es ist ihr auch wichtig zu erwähnen: „Gäste können gerne vorbeikommen, nur stöbern oder nur Kaffee trinken. Wie sie möchten.“


Besucherinnen und Besucher machen sich ein Bild von der neuen Literaturbar. Foto: Amanda Klara Stephany

Visionen für die Zukunft

Für die Zukunft plant Julia Dam Kulturveranstaltungen und Lesungen. Zunächst möchte sie aber erst einmal ankommen: „Ich möchte sehen, wie mein Angebot ankommt. Bei den Bewohnerinnen und Bewohnern, aber natürlich auch bei Touristinnen und Touristen.“ Deswegen würde sie derzeit noch als Lehrerin arbeiten, doch die Buchbar sei ihr „Herzensprojekt“, erklärt die Bücherfreundin, die bereits vor vielen schon einmal eine Pause vom Lehrerinnen-Dasein nahm, um sich in der Bekleidungsbranche auszuprobieren. Damals kam die Finanzkrise dazwischen, doch Julia Dam ist diesmal guter Dinge und heißt jede und jeden willkommen.

Die Literaturbar war ein Herzenswunsch der Domstädterin. Foto: Amanda Klara Stephany
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