„Haderslev Skydeselskab af 1857“

Generationswechsel in der Schützengilde

Karin Friedrichsen
Karin Friedrichsen Journalistin
Hadersleben/Haderslev
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Jonas Schultz Thygesen
Jonas Schultz Thygesen (Bildmitte) im Gespräch mit Bürgermeister H. P. Geil (Venstre). Foto: Ute Levisen

Nach acht Jahren im Amt: Der 67-jährige Ole Gellert Andersen gibt den Vorsitz an Jonas Schultz Thygesen ab.

Auf der diesjährigen Generalversammlung der Schützengilde legte Ole Gellert Andersen (67) den Vorsitz von „Haderslev Skydeselskab af 1857“ in die Hände von Jonas Schultz Thygesen (35). Damit erfolgte ein Generationswechsel an der Führungsspitze der geschichtsträchtigen Schützengilde.

„Bei meiner Wiederwahl vor zwei Jahren habe ich bereits gesagt, dass dies meine letzte Periode als Vorsitzender wird“, erklärte Ole Gellert Andersen, der auch in seiner hauptberuflichen Tätigkeit bei Nordea Bank in den Ruhestand getreten ist. Obwohl er das Ehrenamt gern innehatte, genieße er es auch, die Wochen und Tage vor dem Vogelschießen am Freitag, 15. Juni, ruhig angehen zu können.
„Es gibt immer viel vorzubereiten“, weiß der 67-Jährige. „Ich werde das Vogelschießen im Kreise meiner Brüder begehen“, versicherte Gellert Andersen. Zurückblickend freut er sich darüber, dass er den Modernisierungsprozess der Gilde auf den Weg brachte.

„Das ist eine große Freude, dass junge Brüder uns attraktiv finden“

Obwohl die Schützengilde im Vorjahr ihren 160. Geburtstag seit der Gründung feierte, dürfe man sich der Entwicklung nicht versperren: „Wir konnten in den vergangenen Jahren viele neue, junge Mitglieder in unseren Reihen aufnehmen. Das ist eine große Freude, dass junge Brüder uns attraktiv finden“, so Ole Gellert Andersen.

Der ehemalige Vorsitzende hatte, unter anderem mit seinem Vorgänger Finn Wohlert, engen Kontakt zu den beiden Prinzen in Berleburg. Gustav Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg sei auch nach dem Tod seines Vaters, Richard Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg, wie Gellert Andersen erläuterte, der Gilde eng verbunden. „Prinz Gustav besuchte uns im Vorjahr. Diesjährig hat er leider keine Zeit, nach Hadersleben zu kommen“, so Gellert Andersen.

Der Prinz und die Haderslebener machen sich Gedanken darüber, ob die Möglichkeit besteht, dass Prinz Gustav ein neues Ehrenmitglied zur Seite gestellt bekommen könnte. Prinz Richard, der der Gilde 40 Jahre verbunden war, hatte ehemals seinen Sohn als Mitglied der Schützengilde vorgeschlagen.

„Gellert fragte mich, ob ich bereit wäre zu kandidieren. Ich habe das mit meiner Frau Anne durchgesprochen und beschlossen, Ja zu sagen“, so Jonas Schultz Thygesen.

Auf der Generalversammlung gab es Rückendeckung für den Vater dreier Kinder im Alter von 1, 4 und 7 Jahren. Jonas Schultz Thygesen übernahm vor fast zwei Jahren die Teamleitung der juristischen Abteilung der Kommune Hadersleben.

Balance zwischen jüngeren und älteren Mitgliedern

Der ehrenamtlich vielfach Engagierte wohnt mit seiner Familie in Ösby und wurde 2011 in die Gilde aufgenommen. Bislang war es ihm nicht vergönnt, Schützenkönig zu werden. Am Freitag wird seine erste Amtshandlung als Vorsitzender die Aufnahme von sieben neuen „Brüdern“ sein. „Der Jüngste ist um die 30 und der Älteste Mitte 60“, so Schultz Thygesen. Dem Vorsitzenden ist wichtig, die rechte Balance zu wahren zwischen jungen Leuten und Mitgliedern reiferen Alters. Nach der Aufnahme der Neuen und Ehrung der diesjährigen acht Jubilare machen sich die Schützen, in Begleitung von Musikkapelle und Pferdekutsche, auf in die Innenstadt.

Der Umzug hat es nicht weit zur ersten Station. Vom Schützenhaus am Gammelting geht es zur Polizeiwache, wo Schützenkönig 2017, Søren Knudsen, arbeitet. Gildenmitglied und Bürgermeister H. P. Geil (Venstre) kredenzt Schnaps im Foyer des Rathauses. In der Maklerfirma „Nykredit“ bekommen die Schützen ihre Blumen fürs Knopfloch des Fracks, wonach sich der Marsch in Richtung Südermarkt in Bewegung setzt.

Das Vogelschießen im Gildenhaus wird um die Mittagszeit von dem Festessen auf Stand-by gesetzt. Mit 200 Mitgliedern und weiteren Ehrenmitgliedern ist die Kapazität der Gilde an ihre Grenzen gestoßen, meint Schultz Thygesen.

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